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drhippokrates
drhippokrates, Dr. Med.
Kategorie: Neurologie
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Mehrjährige klinische Erfahrung in Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
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drhippokrates ist jetzt online.

Mein Mann, 60 Jahre hat sich schleichend ver ndert. Er ist

Kundenfrage

Mein Mann, 60 Jahre hat sich schleichend verändert. Er ist jetzt im Vorruhestand, was für ihn ein große Erleichterung ist. Eigentlich fällt nur mir die Veränderung (Ehefrau) auf. Er fragt mich wegen jeder Kleinigkeit, ist unsicher, vergißt viel (zum Beispiel leichte handwerkliche Sachen) Ich werde immer mehr zum Mittelpunkt seines Lebens auf den er sich verläßt. Ich habe oft mit ihm geschimpft weil er wie ein Kind laufend fragt, bis mir klar wurde, er kann nichts dafür. Sah Parallelen zu meinen Eltern als mein Vater Alzheimer hatte. Mir ist der Uhrentest daher bekannt, den ich meinen Mann unter einem Vorwand machen lies. Er hat die Zahlen in der richtigen Reihenfolge aber alle außerhalb des Kreises. Außerdem hatte er Probleme den großen und kleinen Zeiger auf die richtige Zahl zu setzen, Er bekam es hin, wechselte aber vorher mehrfach zwischen Minuten und -stunden. Er will nicht zum Arzt, wird wütend wenn ich das anspreche. Ist es wie ich befürchte Demenz und wenn ja, wie weit ist es was sagt der Uhrentest?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Neurologie
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Tag !

Ich halte eine Diagnostik und ggf. Therapieeinleitung hinsichtlich einer dementiellen Entwicklung für sehr dringlich. Aus meiner Sicht sprechen eine ganze Reihe von Schilderungen auf eine hirnorganische Schädigung, die durchaus mit einer Demenz vom Alzheimertyp vereinbar ist. Und hier würde ich durchaus schon von einem mittelschweren Bild ausgehen und von einem frühen Beginn. Das sind keine guten prognostischen Aussagen. (Die man aber auch BITTE nicht als Diagnose werten kann und sollte).

Ihr Mann ist eindeutig zu jung für eine altersgemässe "Vergesslichkeit" in diesem Ausmaß. Die Beeinträchtigungen gehen also weit über das Altersmaß hinaus.

Dann ist die Bagatellisierung bzw. das Überspielen der Defizite, die man sonst eigentlich nur bei schweren Sucherkrankungen hat (ich schliesse diese Differentialdiagnose mal aus), während bei einer Anpassungsstörung an die Berentung oder Depressionen ja eher Klagen und depressive Symptome im Vordergrund stehen , aber eben auch eine Pseudo-Demenz machen können.
Da aber auch organische Erkrankungen wie beispielsweise ein Schilddrüsenstörung oder aber eine Blutung / Tumor im Gehirn derartige Veränderungen machen können, halte ich eine gründliche Diagnostik für erforderlich. Der konsultierte Neurologe scheint selber nicht mehr so ganz "frisch" zu sein, eine derartige Vorgehensweise ist jedenfalls ungewöhnlich und nicht kunstgerecht. Allerdings schreiben sie ja selber, dass ihr Mann nicht kooperationsbereit ist, was die Möglichkeiten des Arztes ja quasi aushebelt.

Der Uhrentest ist aufällig. In der folgenden Webseite können sie ein wenig zur Auswertung erfahren, es ist aber eben wirklich eher ein Screening-Test, ebenso wie der Minimal Mental State Test

Ich persönlich würde ihnen eine Kontaktaufnahme zur Alzheimer-Gesellschaft empfehlen, wenn sie dies noch nicht getan haben. Hier finden sie nicht nur Angehörigengruppen, sondern auch Gedächtnissprechstunden bzw. Memory-Kliniken zur fachgerechten Diagnostik. Wenn ihr Mann gesund ist, was er ihnen ja spielend leicht beweisen könnte, wenn er sich dort einmal vorstellt, könnte er doch da mit ihnen einmal hingehen (ich weiss natürlich, dass dies kaum realistisch ist, weil seine Wesensänderung dies verhindert). Zu klären wären aber dann eben auch juristische Dinge wie beispielsweise die Einrichtung einer Betreuung, Pflegegeld etc.
Hier benötigen sie umfangreiche Unterstützung und Beratung.

Ich wil wirklich nicht die Pferde scheu machen, aber ich teile ihre Sorge.