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drhippokrates
drhippokrates, Dr. Med.
Kategorie: Neurologie
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Mehrjährige klinische Erfahrung in Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
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Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Neurologie hier ein
drhippokrates ist jetzt online.

Hallo! Mein Freund (54 Jahre alt) ist vor zwei Wochen, aufgrund

Kundenfrage

Hallo!
Mein Freund (54 Jahre alt) ist vor zwei Wochen, aufgrund starkem Krankheitsgefühl, unerträglichen Kopfschmerzen und Bluthochdruck in die Neurologische Klinik eingeliefert worden - Diagnose: Hirnblutung. Nach 5 Tagen Intensivstation wurde er auf die "Normalstation" verlegt. Lähmungen hat er nicht. Aber das Kurzzeitgedächtnis ist nicht mehr so wie es war. Er vergißt z.B. teilweise, was man ihm gesagt hat, oder mitten im Gespräch kann er dann auf einmal, für das, was er sagen wollte, buchstäblich keine Worte finden. Wie ich vom Arzt erfahren habe, ist die "Verletzung" bzw. das Ausmass "Tennisballgroß". Er kommt nach dem Klinikaufenthalt direkt in die Reha. Wie sehen die Heilungschancen aus, kann er wieder ein "normales Leben" führen? Ich bin z.Zt. völlig hilflos, zumal mein Freund mir am vergangenen Mittwoch gesagt hat, dass er zu sich selber finden muss, ihm "das Alles" zu viel wird, und er der Meinung ist, dass er sexuell auch nicht mehr "fit" wird. Kurz gesagt, er hat nach mehr als 5 Jahren mit mir Schluss gemacht. Er will keinen Besuch von mir. Da wir nicht zusammenleben bzw. wohnen, weiss ich nicht, wie ich mich verhalten soll. Sind solche Reaktionen nach so einer Krankheit psychisch bedingt? Für eine Beantwortung meiner Fragen, wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
C. Welke
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Neurologie
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Tag !

Grundsätzlich ist eine Hirnblutung eigentlich eine Schädigungsform des Gehirns, die eine ziemlich gute Prognose hat (wenn man sie denn überlebt). Es wird nicht zwingend Gehirngewebe direkt zerstört (wie bei einem Hirninfarkt), wohl aber ggf. durch Druck und auch Ödembildung geschädigt. Das kann sich über einen längeren Zeitraum zurückbilden und bessern.
Schwerwiegender als die direkte Schädigung sind häufig aber eben die neuro-kognitiven Defizite bzw. auch sekundären Anpassungsstörungen des Gehirns. Hier spielen auch Persönlichkeitszüge des Patienten bzw. die Fähigkeit zur Kompensation eine Rolle.

Man kann so keine Aussage über das Ausmaß der Schädigung machen. Ich würde davon ausgehen, dass über einen Zeitraum von 3 Monaten bis 24 Monaten eine deutliche Besserung bis hin zur völligen Normalisierung eintritt. Garantieren kann man das nicht. Insbesondere gibt es aber keinerlei Anhalt dafür, dass nun sexuell eine dauerhafte Schädigung droht.

Hier scheint wirklich eine Depression oder psychische Anpassungsstörung vorzuliegen, die man auch für die abrupte Trennung verantwortlich machen könnte.

Gerade Männer reagieren nach einer solchen "Verletzung ihrer körperlichen Unversehrtheit" mit so einem merkwürdigen Verhaltensmuster, weil sie nicht schwach und hilfsbedürftig erscheinen wollen. Was auch immer dahinter stecken sollte, es hat vermutlich mit Ihnen überhaupt nichts zu tun.

Nach meiner Erfahrung in der neurologischen Reha wünschen die Patienten nach einer Zeit eben doch den Kontakt. Daher rate ich Ihnen, dass sie ihm ein dauerhaftes Kontaktangebot machen und sich trotz seiner barschen Ablehnung in Form von Briefen, SMS, Emails oder auch Telefonaten melden. Nicht aufdringlich, aber interessiert. In 3 Monaten sieht da die Welt häufig ganz anders und besser aus. Häufig wesentlich eher. 2 Wochen nach so einem Ereignis ist einfach überhaupt kein Zeitrahmen, der irgendeine Beurteilung zulässt.
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Haben Sie noch eine Frage zu meiner Antwort oder könnte ich Ihnen sonst weiterhelfen ? Sonst würde ich freundlich um den Ausgleich der Leistungen durch Akzeptieren bitten. Standesrechtlich ist es mir nicht gestattet, kostenlose Beratungen anzubieten und dies würde auch dem Anliegen des JustAnswers-Forums widersprechen.