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hhvgoetz
hhvgoetz, Rechtsanwalt
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 2949
Erfahrung:  Rechtsanwalt, LL.M. in International Trade Law (Newcastle upon Tyne, UK)
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hhvgoetz ist jetzt online.

Wohne in einer Wohngemeinschaft und die anderen sind Studenten

Kundenfrage

Wohne in einer Wohngemeinschaft und die anderen sind Studenten und ich arbeitslos im Mietvertrag stand nix von einer Studenten wg jetzt bin ich aber im 3 Monat schwanger und die wg und der Vermieter sagen mit einem Kind geht es in 1 Zimmer nicht kann er mich einfach so kündigen ohne Grund oder ist Schwangerschaft ein grund?
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Experte:  hhvgoetz hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrte Ratsuchende,

Überbelegung wäre ein Grund. Das kann naturgemäß aber erst der Fall sein, wenn das Kind auch da ist. Die Kündigung dürfte allerdings allenfalls mit gesetzlicher Frist (in der Regel 3 Monate oder mehr je nach Dauer des Mietverhältnisses bzgl. der Wohnung) zulässig sein.

Gegen eine Kündigung sollten Sie schriftlich Widerspruch einlegen. So lässt sich einige

Wenn die WG allerdings auch dagegen ist und Sie nicht Hauptmieter der Wohnung sind, gelten diese langen Kündigungsfristen gegenüber dem Untervermieter der WG im Regelfall nicht.

Hier haben Sie schlechtere Karten, wobei Sie auch hier mit schriftlichem Widerspruch gegen die Kündigung zumindest Zeit gewinnen, um etwas neues zu suchen.

Ggf. (je nach Einkommensverhältnissen mit Prozesskostenhilfe, welche aber nicht das Kostenrisiko eines verlorenen Prozesses übernimmt) kann es auch Sinn machen, es auf eine Räumungsklage ankommen zu lassen. Die objektiv vorliegende Überbelegung ist nämlich für sich genommen noch kein Kündigungsgrund.

Immer müssen die Vermieterinteressen durch die Überbelegung erheblich beeinträchtigt sein. Das ist z.B. dann der Fall, wenn die bauliche Substanz unter der Überbelegung leidet. In einem Fall des BVerfG ging es um eine etwa 70 qm große 4-Zi-Wohnung, + Küche, Bad, WC. Hier hatten zeitweise vier erwachsene Personen und drei Kinder die Wohnung belegt. Objektiv decke sich die Anzahl der verfügbaren Räume nicht mit der Anzahl der Bewohner meinte das Gericht. Dennoch wurde keine Beeinträchtigung der Vermieterinteressen angenommen, da sich die Personen nur zeitweise dort aufhielten und auch zulässigerweise, also mit Erlaubnis des Vermieters bzw. als Familienangehörige. Die Rechtsprechung schwankt hier stark. Anhaltspunkt kann die in Verordnungen häufig geforderte Mindesgrösse von Wohnraum sein: 6 m² für Kinder, 10 m² für Erwachsene, in manchen Bundesländern auch 12 m². Auf die Zimmerzahl kommt es nicht unbedingt an.

Im Rahmen der Räumungsklage könnte in Bezug auf de Schwangerschaft bzw. das Neugeborene bei Mißerfolg auch noch sog. Räumungsschutz geltend gemacht werden.

Der Nachteil des Rechtsstreites ist halt das erhöhte Kostenrisiko, wenn man am Ende verliert. In Ihrer Situation dürften Sie aber in jedem Fall recht lange in der Wohnung verbleiben dürfen, wenn Sie es drauf ankommen lassen.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen.

Wenn Sie keine Nachfragen mehr haben, geben Sie bitte eine positive oder neutrale Bewertung ab, denn nur dann erfolgt die Vergütung für die anwaltliche Beratung.


Mit freundlichen Grüßen
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Soll ich da ein Anwalt befragen und zum rät ziehen und dem den Mietvertrag und mutterpass mitbringen?

Experte:  hhvgoetz hat geantwortet vor 3 Jahren.
Wenn Sie wenig verdienen, besorgen Sie sich zunächst beim örtlichen Amtsgericht einen sog. Beratungshilfeschein.

Den Mietvertrag sollten Sie auf jeden Fall mitnehmen sowie auch allen anderen bisher existierenden Schriftverkehr zu der angelich bevorstehenden Kündigung.

Gruß