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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 26202
Erfahrung:  Vertragsanwalt des BWE
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Guten Tag, im Jahre 2007 sanierten wir unser Haus mit Hilfe

Kundenfrage

Guten Tag, im Jahre 2007 sanierten wir unser Haus mit Hilfe eines Bauingenieurs. Mit diesem wurde eine Vereinbarung auf der Grundlage der HOAI in der letzten gültigen Fassung geschlossen. Die Vergütung erfolgte über den § 6 Zeithonorar HOAI. Die Netto- baukosten betrugen 97.000 Euro. Es wurde eine Doppelgarage gebaut und das Wohnhaus wurde saniert (Austausch Fenster und Innentüren, neue Haustüre, WDVS, neue Dachdeckung, 1 Wanddurchbruch. Nun gibt es Zweifel bei der Honorarzone. Der Bauingenieur behauptet, Garage und Wohnhaus gehören in die HZ 3, der zuständige Architekt der Berufsgenossenschaft be- hauptet, die Garage sei höchstens HZ 1, ebenso das Wohnhaus. Nun meine Frage: Muß bei der Vertragsvereinbarung zwischen mir und dem Bauingenieur die Honorarzone mit im Vertrag stehen oder nicht (bitte beachten Zeithonorar). Lt. HOAI darf ja ein Planer nach Zeitaufwand abrechnen, solange sich das ermittelte Honorar innerhalb der Mindest- und Höchstspannen der zutreffenden Honorarzone be- findet. Da wir aber keinerlei HZ im Vertrag haben, kann der Bauingenieur ja nun abrechnen, wie er will. Oder ist der Vertrag hinfällig, weil keine Honorarzone angegeben ist. Vielen Dank + mfG xxxx

Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank XXXXX XXXXX Anfrage.

Darf ich zunächst höflich fragen: Wann war denn die Tätigkeit des Ingenieurs beendet?








Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Guten Tag, Beendet war die Tätigkeit am 30.09. 2007, nachdem der


Bauingenieur einfach gegangen ist und seine Kündigung nachreichte.


Eine Abnahme erfolgte bis heute nicht.

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst zu Ihrer Frage:

Aus der Kommntierung zur HOAI (Rainer Hartmann Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, 1. Auflage 2012) ist zu entnehmen, dass eine Honorarvereinbarung nicht formal die Honorarsystematik (anrechenbare Kosten, Honorarzone, Leistungsbild, Honorartafel) einzuhalten braucht.

Es ist damit gerade nicht erforderlich, dass die Honorarvereinbarung auch eine konkrete Honorarzone enthält.

Das bedeutet aber dann nicht, dass der Ingenieur an Zonen nehmen kann was er will. Er ist hier an die Vorgaben der HOAI die ja die Honorarzonen definiert gebunden.

Entsteht Streit darüber welche Honorarzone zur Anwendung kommen soll, so muss dies vor Gericht durch einen Gutachter geklärt werden.

Dies sind auch regelmäßig die Knackpunkte bei derartigen Vereinbarungen. Der Gutachter sieht sich dann an welche Planungsanforderungen an das Objekt zu stellen waren und ordnet dies dann verbindlich einer bestimmten Honorarzone zu.

In Ihrem Fall ist (sofern die Sache nicht schon bei Gericht ist) die Einrede der Verjährung der Honorarforderung zu erheben. Wenn das Werk des Ingenieurs 2007 beendet wurde, dann beginnt die Verjährung am 31.12.2007 zu laufen und endet 3 Jahre später nämlich am 31.12.2010.

Dies ergibt sich aus §§ 195,199 BGB.

Sie sollten daher auch an die Einrede der Verjährung denken.


Wenn Sie weitere Fragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.




Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

habe ich Ihre Fragen beantwortet?

Wenn ja, dann würde ich mich über eine positive Bewertung sehr freuen.


Ansonsten fragen Sie gerne nach!



Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Sehr geehrter Herr Schießl, wie ich aus ihrer Antwort ersehen kann, gehen sie von der neuen HOAI 2009 aus. Meine Haussanierung erfolgte aber bereits 2007 so daß bei mir noch die alte HOAI gültig war.

 

Wie mir bekannt ist, darf ein Planer Leistungen nach Zeitaufwand berechnen, solange sich das Honorar in das damit ermittelte Honorar

innerhalb der Mindest- und Höchstspannen der zutreffenden Honorarzone

errechnet. Ihre Meinung würde ja bedeuten, die Architekten hätten die Möglichkeit, bei Stundenhonoraren so viele Stunden abzurechnen, wie beliebt, da ja nach oben keinerlei Grenzen gesetzt sind.

 

Desweiteren ist es ja so, daß, wenn es um eine Planung geht, dessen

Honorar mit Tabellenmindest- und Höchstsätzen eingegrenzt ist, muss daß so ermittelte Honorar innerhalb dieser Spannen , in der zutreffenden Honorarzone Liegen, um HOAI konform zu sein.

 

Lt. ihrer Darstellung ist es ja dann dem Bauherrn von vornherein nie möglich, die zu erwartenden Kosten abschätzen zu können. Denn in den

anderen Fällen, wo mit Honorarzonen gearbeitet wird, wird ja auch von

vornherein die HZ festgelegt, so daß ich als Bauherr auch weiß, was mich an Kosten erwarten kann. Irgendwo muss es doch auch Grenzen

beim Stundenlohn nach HOAI geben ?

 

MfG xxx

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

richtig mein Fehler, ich habe in der Tat den Kommentar zur HOAI 2009 herangezogen.

Freilich gibt es auch beim Zeithonorar Grenzen.

In § 6 HOAI alte Fassung sind ja die Honorarzonen genannt (Auftragnehmer, Mitarbeiter, technische Zeichner).

Das bedeutet aber nicht dass der Ingenieur abrechnen kann was er will.

§ 6 Abs. 1 S. 1 verlangt einmal vor Ausführung der nach Zeitaufwand abzurechnenden Arbeiten eine Vorausschätzung des Zeitbedarfs.

Die Multiplikation mit dem Stundensatz ergibt einen Fest- oder Höchstbetrag (Motzke/Wolff, Praxis der HOAI, 3. Auflage 2003)

Zum anderen darf der Ingenieur nur einen angemessenen Zeitbedarf abrechnen. Auch die Frage der Angemessenheit ist der richterlichen Beurteilung (Sachverständiger) zugänglich.

Das Gericht welches natürlich hier einen Gutachter beauftragen muss, muss dann feststellen, welcher Zeitbedarf für die erbrachte Leistung des Architekten angemessen war und welcher nicht.

Als Auftraggeber müssen Sie dann nur den angemessenen Teil zahlen.

Der Vertrag ist deswegen (die Verjährung mal außen vor) zwar nicht hinfällig, die Rechnung aber entsprechend zu kürzen.


Wenn Sie weitere Fragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.




Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Sehr geehrter Herr Schießl, tut mir leid, aber ich kann mit ihrer Antwort nichts anfangen. Ich benötige hier an Anwalt für Baurecht ! Für Ihre

Bemühungen bedanke XXXXX XXXXX trotzdem !

 

MfG xxx

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Ich verstehe auch nicht wo Ihr Problem liegt wenn der Ingenieur nach Zeitaufwand abrechnet.

Es kommt nicht darauf an, was der Ingenieur abrechnet sondern auf das was angemessen ist.

Des Weiteren verstehe ich nicht ganz warum Sie sich nicht auf Verjährung berufen und die Forderung des Ingenieurs zurückweisen.



Wenn Sie weitere Fragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.




Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Vertragsanwalt des Bayerischen Wohnungs und Grundeigentümerverbandes

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