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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 26744
Erfahrung:  Vertragsanwalt des BWE
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RASchiessl ist jetzt online.

WEG: Müssen die anderen Eigentümer den Mietausfall eines einzelnen

Beantwortete Frage:

WEG: Müssen die anderen Eigentümer den Mietausfall eines einzelnen Eigentümers anteilig mittragen, wenn ein Feuchtigkeitsschaden am Gemäuer vorliegt?
Guten Tag! Wir sind eine kleine Eigentümergemeinschaft mit sechs Eigentümern. Das Haupthaus verfügt über sechs Wohnungen, und es gibt einen Anbau. Am Anbau ist nun Feuchtigkeit im Gemäuer festgestellt worden. Die Mieterin hat gekündigt, weil sie inzwischen Schimmel in der Wohnung hat. Der Eigentümer hat für die nächste Eigentümerversammlung den Antrag gestellt, dass die Kosten für die Neuvermietung und die Kosten für seinen Mietausfall von den übrigen Eigentümern anteilig mit getragen werden. Wenn ich richtig informiert bin, müssen alle Kosten für Sanierung am Außengemäuer von allen Eigentümern grundsätzlich gemeinsam getragen werden. Trifft das auch zu, wenn es sich um einen Anbau handelt, der ausschließlich einem Eigentümer gehört? Und: Kann dieser Eigentümer die Kosten für den Mietausfall und die Neuvermietungskosten auf alle Eigentümer umlegen? Und wenn ja: Müssen die anderen Eigentümer dann so lange den Mietausfall mit tragen, bis die Wohnung endgültig wieder bewohnbar ist? Und wenn ja: Sollte der Eigentümer über längere Zeit keinen neuen Mieter finden, müssen die anderen Eigentümer dann ebenfalls den Mietausfall mit tragen, auch wenn die Wohnung wieder bewohnbar ist, aber kein Interessent dafür vorhanden ist?
Das Haupthaus ist vor drei Jahren saniert worden - dort existierte das gleiche Feuchtigkeits-Problem. Die Sanierung des Anbaus wurde verschoben, da dort nach Auskunft des Architekten noch keine Feuchtigkeit im Gemäuer nachzuweisen war. Dies wurde damals von den Eigentümern so akzeptiert und mehrheitlich abgesegnet. Über eventuelle Ansprüche auf Umverteilung eines eventuellen Mietausfalls wurde damals weder gesprochen noch abgestimmt.
Für einen schnellen Rat bin ich dankbar.
Beste Grüße!
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank XXXXX XXXXX Anfrage.

Darf ich Sie fragen:

Ist denn der Anbau Teil des Wohnungseigentums? (Teilungserklärung?)

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Ich glaube ja, bin mir aber nicht ganz sicher. Wir sind erst vor kurzem in die Eigentümergemeinschaft eingetreten.

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank XXXXX XXXXX Anfrage.

Ich vermute sehr stark dass es sich auch bei dem Anbau um einen Teil des Wohnungseigentums handelt. Wenn Sie sich nicht sicher sind dann sollten Sie dies auf alle Fälle in der Teilungserklärung noch nachkontrollieren.

Was nun die Kosten anbelangt, so muss der Feuchtigkeitsschaden selbst durch die Wohnungseigentümergemeinschaft getragen werden. Sofern es sich um eine tragende Wand oder eine Wand im Außenbereich handelt ist diese Gemeinschaftseigentum.

Die Schadensbeseitigung ist Sache der gesamten Wohnungseigentümergemeinschaft. Die Kosten müssen unproblematisch von allen Eigentümern übernommen werden.


Was allerdings den Mietschaden des Miteigentümers anbelangt, so kommt hier eine Kostenübernahme durch die Eigentümergemeinschaft grundsätzlich nicht in Betracht.

Es handelt sich hier um sogenannte Folgeschäden am Sondereigentum.

Die dadurch entstehenden Kosten (also der Mietausfall) sind nicht nach § 14 Nr. 4 WEG erstattungsfähig, sondern nach den allgemeinen Regeln des Schadensrechts. Dies bedeutet, dass einem Verantwortlichen ein Verschulden nachgewiesen werden muss (§§ 276, 280 bzw. 823 BGB).

Der Miteigentümer hat also nur dann einen Anspruch auf Schadensersatz wenn die Wohnungseigentümergemeinschaft sich weigern sollte den Mangel zu beheben und der Miteigentümer aus diesem Grund die Wohnung nicht vermieten kann ((BGH v. 21.5.2010, V ZR 10/10). In einem solchen Fall würde die Eigentümergemeinschaft schuldhaft handeln und müsste den Mietausfall übernehmen.

Ein solches schuldhaftes handeln liegt bei Ihnen gerade nicht vor, das Sie den Architekten um Ratgefragt hatte und dieser eine Sanierungsnotwendigkeit verneint hatte.

Also muss der Miteigentümer für den Mietausfall selbst aufkommen.





Wenn Sie Rückfragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.




Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
RASchiessl und weitere Experten für Miet- & WEG-Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

habe ich Ihre Fragen beantwortet?

Wenn ja, dann würde ich mich über eine positive Bewertung sehr freuen.


Ansonsten fragen Sie gerne nach!



Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt