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RA Staemmler
RA Staemmler, Rechtsanwalt
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 915
Erfahrung:  Als Rechtsanwalt berate und vertrete ich Sie u.a. auf dem Gebiet des Miet- und Wohnungseigentumrecht
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RA Staemmler ist jetzt online.

Guten Tag, wir haben ein Baugrundstück gekauft. Der Kontakt

Kundenfrage

Guten Tag,

wir haben ein Baugrundstück gekauft. Der Kontakt zum Verkäufer kam über Freunde von uns zustande. Monate vorher hatten wir von einem Makler von der SPK ein Exposé zugeschickt bekommen (genau das gleiche hing auch im Schaufenster). Es gab aber keinen Besichtigungstermin mit der SPK noch die Übermittlung von der Adresse des Verkäufers. Der Verkäufer sagte uns, mit der SPK wäre alles geregelt, er hätte dort keinen exclusiven Maklervertrag unterschrieben und wir bräuchten keine Maklerprovision zahlen.
Nach Unterzeichnung des Kaufvertrages verlangt die SPK jetzt nun doch die Provision von uns.

Wie ist die Rechtsgrundlage? Müssen wir zahlen, obwohl wir nie irgendetwas bei der SPK unterschrieben haben?

Mein Partner und ich haben je eine Hälfte des Grundstücks gekauft. Mein Partner war nie Ansprechpartner von der SPK, das Exposé war nur an mich gerichtet. Muss mein Partner dann auch die Provision zahlen? Da die SPK jetzt von uns beiden das Geld fordert.

Vielen Dank XXXXX XXXXX Hilfe!
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Experte:  RA Staemmler hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Ratsuchende,

wurde mit irgendjemanden ein Maklervertrag geschlossen, bzw. wurde überhaupt über Maklerkosten gesprochen?

Mit freundlichen Grüßen
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.


Also wir zumindest nicht - wir haben keinen Vertrag abgeschlossen. Die Provision war auf dem Exposé ausgewiesen, aber wir haben dann ja keinen Besichtigungstermin vereinbart.


 


Wenn der Verkäufer einen Vertrag abgeschlossen hat - müssten wir dann auch zahlen?


 


Dann würde ich den Vertrag einfach mal von der SPK anfordern, oder?

Experte:  RA Staemmler hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Ratsuchende,

eine Maklerprovision muss eindeutig abgesprochen werden. Der Hinweis im Exposé genügt nicht. Dies hatte u.a. das Amtsgericht München entschieden (Az. 222 C 5991/11). Das Urteil können SIe hier: http://openjur.de/u/494284.html nachlesen und ggf. der SPK zur Verdeutlichung ihres Anspruchs übermitteln.

Insofern sehe ich hier nach den vorliegenden Informationen keinen Anspruch. Die Zahlung sollte damit verweigert werden.

Mit freundlichen Grüßen
Experte:  RA Staemmler hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Ratsuchende,

haben SIe noch Rückfragen oder wünschen Sie weitere Erläuterungen?

Sofern dies nicht der Fall ist, würde ich mich über eine positive Bewertung sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.


Haben Sie meine Antwort eben erhalten? Ich sehe sie hier nirgends...

Experte:  RA Staemmler hat geantwortet vor 4 Jahren.
Nein leider nicht. Ich habe nur die hier sichtbaren Antworten erhalten.

Mit freundlichen Grüßen
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

"Ein Maklervertrag kommt demnach erst zustande, wenn der Interessent nach Zugang eines ausdrücklichen Provisionsverlangens weitere Dienste des Maklers in Anspruch nimmt."


 


Wir hatten nach Zusendung verschiedener Exposés noch ein Beratungsgespräch bei der SPK. Da ging es nicht um dieses eine Exposé, sondern vielmehr darum, ob es nicht eine Liste für Bauinteressenten gibt, die informiert werden, sobald neue Grundstücke auf den Markt kommen (bevor diese veröffentlicht werden). Sind wir damit dann schon einen Vertrag eingegangen, weil wir ja den Makler ein weiteres Mal kontaktiert haben??

Experte:  RA Staemmler hat geantwortet vor 4 Jahren.
Nein, nur weil Sie nochmals Kontakt mit dem Makler hatten, ist nicht unmittelbar ein Vertrag zustande gekommen.

Der Vertrag muss ausdrücklich geschlossen werden. Hierbei ist auch erforderlich, dass ein Hinweis auf die Kosten erfolgt. Ich erlaube mir hier aus dem Urteil zu zitieren:

"Ein Maklervertrag kommt demnach erst zustande, wenn der Interessent nach Zugang eines ausdrücklichen Provisionsverlangens weitere Dienste des Maklers in Anspruch nimmt (BGH NJW 2002, 1945)."

Zusätzlich zum Exposé muss also nochmals ein eindeutiger Hinweis auf eine zu zahlende Provision erflogt sein. Fehtl dieser, ist davon auszugehen, dass kein Maklervertrag zustande gekommen ist; ein Provisionsanspruch nicht besteht.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Mir kommt es sehr schwammig vor...


 


der Makler kann ja sagen, dass er uns über die Provison aufgeklärt hat. Wir wissen es jedoch nur vom dem Exposé. Dann steht ja Aussage gegen Aussage.


 


Es steht ja leider nirgendwo, dass wir die Erklärung schriftlich hätten abgeben müssen, dass wir mit der Provision einverstanden sind.


 


Wie sollte ich Ihrer Meinung nach am besten vorgehen: Einen Brief zurückschreiben, dass wir die Rechnung ablehnen, da unsererseits kein Maklervertrag zustande gekommen ist und er uns das erst belegen müsste?? Genügt das??


 


Dann schickt er uns wahrscheinlich den Vertrag mit dem Verkäufer, dass wir demnach einen Teil der Provision zahlen müssen. Aber ohne unser Einverständnis kann das doch nicht gültig sein, oder???


 


 


 


 

Experte:  RA Staemmler hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Ratsuchende,

ohne schriftliche Verträge ist eine derartige Angelegenheit in der Tat immer etwas schwammig. Dies soll jedoch nicht Ihr Nachteil sein.

Der Makler muss beweisen, dass ein Vertrag zustande gekommen ist. Kann er diese nicht, bekommt er keine Provision. Seine Aussage genügt hierfür alleine (in der Regel nicht). Im Streitfall würde ein Gericht alle Parteien hören und sich dann eine Meinung bilden. Sofern Sie und Ihr Partner nicht völlig unglaubwürdig aussagen, sehe ich keine Chance, dass der Makler gewinnt.

Sie sollten einen Brief schreiben und die Zahlung ablehnen. Weißen Sie darauf hin, dass der Makler den Vertragsschluss nachweisen muss. Ein Vertrag mit dem Verkäufer bringt hier nichts, zumal der Verkäufer eben auch sagt, dass es keinen Vertrag gab.

Die Sache steht und fällt mit den Beweismöglichkeiten. Und bei einer glaubhaften Aussage Ihrerseits sehe ich keine Chancen für den Makler.

Mit freundlichen Grüßen
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.


Vielen Dank!


 


Aber es ist schon so, dass ein Vertrag zwischen Makler und Käufer nicht schriftlich hätte getätigt werden müssen? Wenn er uns ein Exposé schickt und uns auf die Provision in einem weiteren Gespräch aufmerksam gemacht hätte - hätte der Makler Anspruch auf die Provision?


 


Da das Beratungsgespräch schon 1 Jahr her ist, wissen wir nicht mehr genau wie es abgelaufen ist, aber wir sind uns sehr sicher, dass wir über Provisionen nicht gesprochen haben.


 


 

Experte:  RA Staemmler hat geantwortet vor 4 Jahren.
Ein Maklervertrag kann auch mündlich zustande kommen; dies ist ohne weiteres möglich.

Dass Sie sich nicht mehr genau an das Gespräch erinnern ist völlig normal. Sie sollten sich allerdings sicher sein ob über die Provision geredet wurde oder nicht. Dies ist ggf. in einem Zivilprozess problematisch. Grundsätzlich dürften SIe dann auch nur behaupten, dass Sie "glauben" nicht über eine Provision gesprochen zu haben und eben nicht, dass Sie "wissen" nicht darüber gesprochen zu haben. Dies würde sich ggf. zu Ihren Ungunsten auswirken.

Wenn Sie sich sicher sind, ist dies jedoch kein Problem. Dann können Sie das auch behaupten.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.


Vielen Dank!


 


Mal gucken, was dabei herauskommt. Wenn ich hierzu noch fortführende Fragen habe, kann ich mich dann hierauf beziehen?


 


Bzw wenn ich Sie jetzt positiv bewerte ist der Fall abgeschlossen? Ich würde den Fall am liebsten ja noch offen halten und abwarten was sich in den nächsten Tagen ereignet... Geht das?

Experte:  RA Staemmler hat geantwortet vor 4 Jahren.
Es steht Ihnen selbstverständlich frei den Fall offen zu halten. Ich werde aber auch nach Ihrer Bewertung selbstverständlich zur Verfügung stehen.

Mit freundlichen Grüßen
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.


Vielen Dank!!


 


Sehr nett von Ihnen! Ich werde mich wieder melden!

Experte:  RA Staemmler hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr gerne