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RAScholz
RAScholz, Rechtsanwalt
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 1982
Erfahrung:  Rechtsanwalt
33130353
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RAScholz ist jetzt online.

Guten Abend, ich habe eine Frage: Wir haben am Samstag eine

Kundenfrage

Guten Abend, ich habe eine Frage: Wir haben am Samstag eine fristlose Kündigung unseres Hausverwalters bekommen. Wir schulden ihm eine Monatsmiete (510) von Mai und einmalig 100 Euro. Der Verwalter kündigte uns in Vollmacht des Vermieters, wobei er uns mitteilte, dass dem Schreiben die Vollmacht beigefügt ist. Das war aber nicht der Fall, sondern es war eine Vollmacht zur Kündigung eines anderen Mieters mit dabei. Können wir die Kündigung anfechten bzw. zurückweisen?
Am Samstag bekamen wir die Kündigung, am kommenden Dienstag sollen wir ausziehen. Ich habe vor, morgen das Geld der Hausverwaltung zu geben. Was sollte ich noch tun?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

wenn Sie für zwei aufeinander folgende Termine mit der Entrichtung eines Betrages von mehr als einer Miete in Verzug sind, ist die Kündigung wirksam. Die Kündigung muss aber begründet sein, es muss also aus der Kündigung hervorgehen, aus welchem Grund genau Ihnen der Vermieter das MV kündigt. Die Kündigung ist also dann wirksam, wenn Sie die 610,- Euro nun über mehr als zwei Zahlungstermine hinweg schulden und wenn die Kündigung ausreichend begründet ist.

Grundsätzlich muss der Vermieter aber auch selbst kündigen. Wenn er einen Dritten damit beauftragt, die Kündigung auszusprechen, so bedarf der Dritte auch der entsprechenden Vollmacht. Wenn die Vollmacht derart gehalten ist, dass auch ihr ausdrücklich hervorgeht, dass der Verwalter nur zur Kündigung eines bestimmten anderen Mietverhältnisses berechtigt sein soll, so läge wiederum keine wirksame Kündigung gegen Sie vor, da dem Verwalter insoweit die Vertretungsmacht fehlt.

Sie können die Kündigung auch nach § 174 BGB zurückweisen, wenn Sie ein Fax oder eine Kopie der Vollmacht, also nicht das Original der Vollmacht bekommen haben. Die Zurückweisung müssen Sie aber unverzüglich erklären. In Ihrem Falle wäre unverzüglich gleich am Montag. Sie können die Zurückweisung schon mündlich erklären, sollten aber gleich am Montag eine Brief mit der Zurückweisungserklärung aufsetzen. Sie müssen aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass Sie die Erklärung deshalb zurückweisen, weil Ihnen eine Originalvollmacht nicht vorliegt.

Wenn Sie die Kündigung nach § 174 BGB zurückweisen, wird Ihnen der Vermieter mglw. eine neue Kündigung entweder selbst ausspreXXXXX, XXXXXn wäre die Kündigung, Ihre Schilderungen über den Verzug zugrundegelegt, wirksam.

Wenn Sie aber nur die Originalvollmacht über die Kündigung des anderen Mietverhältnisses bekommen, läge in der Tat immer noch keine wirksame Kündigung Ihres MV vor, weil die notwendige Vertretungsmacht fehlte.

Zu raten ist Ihnen im Ergebnis folgendes:

Sie können die Kündigung auch einfach durch Zahlung noch innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung einer Räumungsklage zu Ihnen alle Schulden beim Vermieter begleichen. Dann wird die Kündigung unwirksam und Sie können in der Wohnung bleiben. Diesen Weg haben Sie aber nur, wenn Sie nicht innerhalb der letzten zwei Jahre schon einmal eine Wohnraumkündigung auf diesem Wege haben unwirksam werden lassen, § 569 Abs. 3 Nr. 2 BGB.

In Ihrem Falle rate ich Ihnen aber auch - auch zur Prüfung der Vollmacht, die Sie bekommen haben -, einen RA vor Ort aufzusuchen und sich persönlich beraten zu lassen.


Ich hoffe, weitergeholfen zu haben, bei Unklarheiten fragen Sie nach. Wenn Ihre Frage beantwortet ist, bitte ich, die Antwort gemäß den Vorgaben dieser Plattform zu akzeptieren. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Scholz
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Herr Scholz,

vielen Dank für Ihre Antwort. Wie verhält es sich denn, wenn ich morgen der Hausverwaltung die komplette Forderung bezahle? Die Kündigung ist unwirksam, da der Vermieter keine Vollmacht ausgestellt hat. Demzufolge kann doch der Vermieter, auch mit Originalvollmacht nicht nocheinmal eine Kündigung aussprechen, wenn der Zahlungsverzug nicht mehr besteht, oder? Die Kündigung bezog sich doch nur auf den Mietrückstand.

Vielen Dank,XXXXX
Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr verehrte Fragestellerin,
genau, wenn Sie morgen zahlen, ist die Kündigung unwirksam, nicht nur, weil es an der Vollmacht fehlte, sondern auch, weil jedenfalls die Bestimmung aus § 569 Abs. 3 Nr. 2 BGB greift. Es reicht aus, wenn Sie einfach nur den Betrag an die entsprechende Stelle überweisen und den Zahlungsbeleg aufheben. Weitere Erklärungen brauchen Sie zur Zahlung nicht angeben. Danach kann der Vermieter keine wirksame Verzugskündigung mehr aussprechen, denn ohne Verzug kein entsprechender Kündigungsgrund.
Mit freundlichen Grüßen
Scholz
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank, Herr Scholz, Sie haben mir sehr geholfen.
Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Verehrte Fragestellerin,

bitte sehr,

Mit freundlichen Grüßen

Scholz
Rechtsanwalt
Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

wenn Ihnen die Antwort weitergeholfen hat, bitte ich, durch Anklicken des Buttons "Antwort akzeptieren" meine Antwort zu akzeptieren, denn nur so kann der von Ihnen für die Beantwortung Ihrer Frage versprochene Betrag auch abgerechnet werden. Vielen Dank und

freundlichen Grüße

Scholz
Rechtsanwalt

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