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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 21564
Erfahrung:  Vertiefte Kenntnisse im Miet- & WEG-Recht
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ra-huettemann ist jetzt online.

Guten Tag, unser Vermieter hat uns gestern m ndlich mitgeteilt

Kundenfrage

Guten Tag,
unser Vermieter hat uns gestern mündlich mitgeteilt das er uns kündigen will (Haus).
Seine Tochter mit ihrem Mann und Kind wollen in das Haus einziehen. Deren Wohung(tochter) ist nach einen größeren Wasserschaden laut seiner Aussage nicht mehr bewohnbar. Und er Vermieter meine noch in einem Nachsatz das er das Haus der Tochter verkaufen will. Wir wohnen nun seit 5 Jahren in dem Haus. Wiesieht das nun mit so einer noch nicht schriftlich erfolgten Kündigung generell aus?!

Danke
stephan B.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Zunächst einmal gilt, dass die Kündigung des Mietvertrages zwingend schriftlich erfolgen muss (§ 568 BGB). Die nur mündlich ausgesprochene Kündigung ist daher grundsätzlich unwirksam und führt nicht zur Beendigung des Mietverhältnisses.

Für eine Kündigung würde Ihr zudem Vermieter ein berechtigtes Interesse im Sinne des § 573 BGB benötigen, um das Mietverhältnis auch tatsächlich wirksam kündigen zu können.

Der hier von Ihrem Vermieter geltend gemachte Eigenbedarf als berechtigtes Interesse (=ordentlicher Kündigungsgrund) wäre unter Zugrundelegung Ihrer Angaben jedenfalls nicht so ohne weiteres zu bejahen.

Zunächst einmal müsste der Vermieter den geltend gemachten Eigenbedarf konkret darlegen und unter Beweis stellen. Er muss Ihnen nachweisen, dass die Tochter und ihre Familie die Wohnung beziehen soll, und zwar wann und warum.

Ein pauschales Behaupten von Eigenbedarf reicht grundsätzlich nicht aus. Daher ist der Vermieter verpflichtet, den angeblichen Wasserschaden in der Wohnung der Tochter auch unter Beweis zu stellen

Im Übrigen wäre die Vermieterin bei Ausspruch einer Kündigung verpflichtet, Ihnen Ersatzwohnraum anzubieten, wenn sie über solchen verfügt.

Zudem könnten Sie einer Kündigung nach § 574 BGB widersprechen und die Fortsetzung des Mietverhältnisses verlangen, wenn die Beendigung des Mietverhältnisses für Sie und Ihre Familie eine Härte bedeuten würde, die auch unter Würdigung der berechtigten Interessen des Vermieters nicht zu rechtfertigen ist. Sollte Ihnen etwa als Folge der Kündigung Obdachlosigkeit drohen, könnten Sie einer schriftlichen Kündigung widersprechen.


Ich hoffe, Ihnen behilflich gewesen zu sein. Machen Sie bei Unklarheiten gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch. Haben Sie keine Nachfrage, darf ich höflichst um Akzeptierung bitten. Beachten Sie bitte, dass kostenlose Rechtsberatung nach zwingendem Recht nicht gestattet ist. Sie akzeptieren, indem Sie das grüne Feld „Akzeptieren“ anklicken.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Danke schön,

was ist wenn der Vermieter das Haus seiner Tochter verkauft und diese dann Eigenbedarf anmeldet?
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Zunächst einmal würde die Tochter vollumfänglich in das mit Ihnen bestehende Mietverhältnis eintreten, denn es gilt der Grundsatz, dass Kauf nicht Miete bricht.

Will die Tochter Ihnen dann aufgrund Eigenbedarfs kündigen, müsste sie den Eigenbedarf auch konkret nachweisen. Auch hier würde also gelten, dass ein pauschales Vorbringen nicht genügt, sondern dass sich konkret ergeben muss, warum die Tochter mit ihrer Familie den Wohnraum benötigt. Ist sie dann noch Mieterin ihrer aktuellen Wohnung, müsste sie also auch in diesem Fall nachweisen, dass sie als Folge des Wasserschadens dort nicht mehr verbleiben kann.

Auch bei einer Eigenbedarfskündigung durch die Tochter hätten Sie im Übrigen selbstverständlich die Möglichkeit, von Ihrem Widerspruchsrecht aus § 574 BGB Gebrauch zu machen.


Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank für die schnelle Antwort.

wie lange ist bei unserem Mietvertrag (abgeschlossen 1.09.2006) Standardmietvertrag der Kündigungszeitraum? Wie gesagt haben wir das Haus jetzt 5 Jahre in Miete.
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Für Sie würde nach fünfjähiger Mietdauer eine ordentliche Kündigungsfrist von sechs Monaten gelten.

Dies folgt aus § 573c Absatz 1 BGB:

Die Kündigung ist spätestens am dritten Werktag eines Kalendermonats zum Ablauf des übernächsten Monats zulässig. Die Kündigungsfrist für den Vermieter verlängert sich nach fünf und acht Jahren seit der Überlassung des Wohnraums um jeweils drei Monate.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Haben Sie hierzu noch eine Nachfrage? Ist das nicht der Fall, darf ich höflichst um Akzeptierung bitten.

Beste Grüße
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

ich darf an die Akzeptierung der Ihnen erteilten Rechtsauskunft erinnern.

JA ist kein Forum. Die Erbringung kostenloser Rechtsberatung ist gesetzlich nicht erlaubt.

Bestehen Verständnisschwierigkeiten, oder sind aus Ihrer Sicht Punkte offen geblieben, fragen Sie bitte nach.


Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ich hoffe, Ihnen behilflich gewesen zu sein. Machen Sie bei Unklarheiten gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch. Haben Sie keine Nachfrage, darf ich höflichst um Akzeptierung bitten. Beachten Sie bitte, dass kostenlose Rechtsberatung nach zwingendem Recht nicht gestattet ist. Sie akzeptieren, indem Sie das grüne Feld „Akzeptieren“ anklicken.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Besteht hierzu noch Klärungsbedarf? Soweit das nicht der Fall ist, darf ich um Akzeptierung bitten. Der Sachverhalt ist mit einem für Sie positiven Resultat rechtlich maximal ausgeschöpft. Kostenlose Rechtsberatung ist zudem nach zwingendem Recht nicht zulässig.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

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