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raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 16994
Erfahrung:  Rechtsanwalt
27582713
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raschwerin ist jetzt online.

Guten Tag, ich berlege eine Dachgescho wohnung mit hochwertiger

Kundenfrage

Guten Tag,
ich überlege eine Dachgeschoßwohnung mit hochwertiger Ausstattung und in sehr gutem Zustand (Bj 2005) zu kaufen, die rundum Schrägen hat. Daher ist die Differenz zwischen Wohnfläche (53 qm, unter breücksichtigung der Raumhöhe, nach Vorschrift) und Grundfläche (89 qm) sehr groß. Der Nutzwert daher deutlich höher als der einer vergleichbaren 53 qm "normalen" Wohnung.
Wenn ich nun diese Wohnung für 600 € vermiete, ergäbe das auf die Wfl bezogen einen deutlich höheren qm Preis (>10€/qm) als der aktuelle Mietspiegel hergibt (ca. 8€/qm).

Frage: Wäre es für einen Mieter möglich, einen solchen Mietvertrag zunächst zu unterschreiben, aber dann später eine Minderung zu fordern, mit der Argumentation, daß der qm Preis überzogen sei?
Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, daß das nicht geht, aber beim Mietrecht weiß man ja nie ...
Für eine sachkundige Beurteilung wäre ich sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen,
Thomas Z.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Hier kommt es darauf an.

Wenn der Mieter später glaubhaft machen kann, dass man ihn quasi "über den Tisch gezogen" hat, dann kann er den Mietvertrag später auch anfechten und ggf. zuviel bezahlte Miete erstattet verlangen.

Sofern man dem Mieter aber gesunden Menschenverstand attestieren kann, ist er sich aucb bewusst, dass der Preis vielleicht zu hoch ist.

Das Mietrecht ist schon sehr mieterfreundlich.

Daher muss man als Vermieter aufpassen.

Am besten wäre hier, wenn Sie den Mietervertrag und insbesondere die Berechnung der Miete anwaltlich prüfen lassen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Danke für die schnelle Rückmeldung. Mir geht es im Vorfeld darum, ob ich die Wohnung kaufen soll oder nicht. Wenn ich sie nur zum minimalen WoFl qm Preis vermieten kann, dann ist das uninteressant. Ich würde davon ausgehen, daß ein Interessent entscheidet ob ihm der Preis für die Wohnung angemessen erscheint bevor er unterschreibt. Wenn er das aber getan hat, dann möchte ich nicht gefahr laufen, später auf den niedrigeren Preis festgenagelt zu werden. Die Frage ist, ob so etwas rechtlich überhaupt möglich ist.
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Bei der Wohnflächenberechnung werden die Schrägen anteilig berechnet, dadurch reduziert sich die qm-Zahl natürlich.

Wenn die Miete deutlich über dem Mietspiegel liegt, kann der Mieter schon den Vertrag anfechten und für bis zu 3 Jahre Geld zurückverlangen.

Daher müsste man einen Mittelweg gehen und die Schrägen zumindest teilweise berücksichtigen.

Oder aber man vereinbart eine pauschale Miete - qm-unabhängig.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Kann der Mieter tatsächlich einen Mietvertrag anfechten, den er in voller Kenntnis der Flächenverhältnisse geschlossen hat ??
"Oder aber man vereinbart eine pauschale Miete - qm-unabhängig." Das hört sich vernünftig an - ist das lediglich eine Frage der Forumlierung des Mietvertrags, dh. wenn ich keinerlei Fläche dort erwähne?
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Kann der Mieter tatsächlich einen Mietvertrag anfechten, den er in voller Kenntnis der Flächenverhältnisse geschlossen hat ??

- Grundsätzlich kann er das machen. Ob er aber damit Erfolg hat, ist eine andere Sache. Sofern man davon ausgeht, dass der Mieter aber Zeit zur Überlegung hatte und nicht unter Druck stand, wird er keinen Erfolg haben.

"Oder aber man vereinbart eine pauschale Miete - qm-unabhängig." Das hört sich vernünftig an - ist das lediglich eine Frage der Forumlierung des Mietvertrags, dh. wenn ich keinerlei Fläche dort erwähne?

- Das kann man im Mietvertrag formulieren und gibt dann keine genauen Flächen an. Nur für die Betriebskosten ist eine Flächenberechnung erforderlich. Der Mietpreis kann aber auch pauschal ausgehandelt werden.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
"Das kann man im Mietvertrag formulieren und gibt dann keine genauen Flächen an." Nun, üblicherweise würde ich sowieso keine Fläche in den Mv schreiben, allerdings wird es nicht zuvermeiden sein, daß der Mieter das erfährt (kann er ja auch ausmessen). Für die Betriebskosten gilt die WoF laut Teilungserkärung und das ist in diesem Fall ja wiederum günstig für den Mieter.

Zusammenfasssend, würde sie dem folgenden zustimmen:
Wenn der Mieter
- die Wohnung gesehen hat,
- über die Flächenverhältnisse Bescheid weiß
- ohne Druck den Mietvertrag unterschrieben hat
- keine Flächenzusicherung im MV steht
dann hat er praktisch keine Chance später eine wie auch immer errechnete Miete nach qm lediglich für die reine WoFl einzufordern (mit qm Preis aus Mietspiegel + WoFl).
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Zusammenfasssend, würde sie dem folgenden zustimmen:
Wenn der Mieter
- die Wohnung gesehen hat,
- über die Flächenverhältnisse Bescheid weiß
- ohne Druck den Mietvertrag unterschrieben hat
- keine Flächenzusicherung im MV steht
dann hat er praktisch keine Chance später eine wie auch immer errechnete Miete nach qm lediglich für die reine WoFl einzufordern (mit qm Preis aus Mietspiegel + WoFl).

= Ja.
raschwerin und 3 weitere Experten für Miet- & WEG-Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank für diese Auskünfte!
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Gern, alles Gute.

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