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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 26612
Erfahrung:  Vertragsanwalt des BWE
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Der Verwalter meiner vermieteten Wohnung hat im Wirtschaftsplan

Beantwortete Frage:

Der Verwalter meiner vermieteten Wohnung hat im Wirtschaftsplan für das Jahr 2011 Heizkosten i.H. von 8.971,00 € festgesetzt, nach einem Verbrauch von 5.737,95 € im Jahr 2010. Aufgrund der massiven Erhöhung hat er weiterhin angeregt, die Vorauszahlungen dem zu erwartenden prozentualen Verbrauch anzupassen, d.h., meine Mieterin, die bei 5% Wohnfläche ca. 10% Heizkosten verbraucht, muss fast 50% mehr vorauszahlen. Die WEG hat dem Wirtschaftsplan und den Vorauszahlungen mehrheitlich zugestimmt. Ich selbst war bei der Eigentümerversammlung nicht anwesend. Weder in der Beschlussvorlage zum Wohngeld noch im Protokoll ist ersichtlich, wie der Verwalter auf den extrem erhöhten Heizungsbetrag (Gasheizung) kommt. Ich weiß nicht, ob er diesen Betrag erfunden hat, oder ob er auf einer Mitteilung des Energielieferanten über eine Tariferhöhung beruht. Der Verwalter hat auf meine Bitte, mir die Kopie einer entsprechenden Unterlage zukommen zu lassen, bisher nicht reagiert.
Fragen:
1. Ist der Verwalter verpflichtet, mir diese Mitteilung zur Verfügung zu stellen?
2. Kann er einen Aufwendungsersatz für die Erstellung der Kopie (als pdf-Datei) und den kostenneutralen Versand per E-Mail verlangen?
3. Kann ich von meiner Mieterin eine fast 50% höhere Heizungsvorauszahlung verlangen, ohne den schriftlichen Nachweis, dass diese zu Recht gefordert wird? (Wenn es zutrifft, dass die hohen Heizkosten in 2011 auf das Haus zukommen, dann wäre die erhöhte Vorauszahlung natürlich sinnvoll. Meiner Mieterin (Rentnerin) bliebe eine heftige Nachzahlung erspart.
Freunliche Grüße
Gerhard Schneider-Hirt
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In der Sache nehme ich Stellung wie folgt:

Zu Ihrer ersten Frage:

Dass zur Kontrolle der Verwaltung ein Einsichtsrecht in die Verwaltungsunterlagen bestehen muss, ergibt sich bereits aus den Bestimmungen der§§ 675, 666, 259 BGB.

Der Verwalter muss Ihnen die Mitteilung zur Einsicht geben.

Zu Ihrer zweiten Frage:

Die Einsichtnahme hat also grundsätzlich in den Räumen des Verwalters stattzufinden (OLG Hamm vom 12.02.1998).

Der Verwalter ist jedoch gegen Kostenerstattung verpflichtet, ggf. Kopien zu fertigen und diese zu übersenden bzw. auszuhändigen (BayOblG v. 13.06.2000). Zu einer Übersendung per Mail ist mir noch keine Entscheidung bekannt. Jedoch ist zu erwarten, dass durch den Arbeitsaufwand (einscannen und Mailen) Kosten verlangt werden können.

Zu Ihrer dritten Frage:

Die Betriebskostenvorauszahlung darf nur in angemessener Höhe vereinbart werden, § 556 II 2 BGB.

Gemäß § 560 IV BGB darf jede Vertragspartei nach einer Betriebskostenabrechnung die Anpassung der Betriebskostenvorauszahlung auf eine angemessene Höhe verlangen. Ergibt die Betriebskostenabrechnung eine Nachzahlung, ist der Vermieter berechtigt, eine entsprechende Erhöhung einseitig zu fordern.

Das bedeutet für Sie, allein aufgrund der (unklaren) Veränderung des Wirtschaftsplans können Sie die Nebenkostenvorauszahlung nicht erhöhen. Wenn jedoch die Vorhersage des Verwalters tatsächlich zutreffend sein sollte, so sollten Sie frühzeitig die Mieterin davon in Kenntnis setzen und Ihr freistellen eine höhere monatliche Vorauszahlung zu leisten oder entsprechende Rücklagen zu bilden.


Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren.

Sie akzeptieren in dem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.


Falls Sie Rückfragen haben stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ich bin auch gerne bereit, Ihnen in anderen Angelegenheiten zur Seite zu stehen.

Beachten Sie bitte, dass das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen zu einer völlig anderen Beurteilung des Sachverhalts führen kann. Die Frage wurde beantwortet unter der Maßgabe, dass Sie die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) gelesen haben und bereit sind, meine Antwort nach den gesetzlichen Vorgaben zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt



Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen weitergeholfen zu haben. Soweit Sie keine weiteren Nachfragen haben, bitte ich höflich meine Antwort zu akzeptieren indem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank für die Antwort. Eine kleine (Nach-)frage: Kann ich vom Verwalter Auskunft darüber verlangen, welche Schritte er unternommen hat, um zum günstigsten Energieanbieter zu wechseln? Ich stelle nämlich Preisunterschiede von mehreren Tausend Euro fest, wenn ich auf das Vergleichsportal verivox.de schaue.
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In der Sache nehme ich Stellung wie folgt:

Ja, natürlich.

Es ist die Pflicht eines ordnungsgem. Verwalters bei derart großen Ausgaben mehrere Vergleichsangebote einzuholen. Unterlässt er dies so kann eine Pflichtverletzung des Verwaltervertrages vorliegen und der Verwalter (seine Haftpflichtversicherung) können dann schadensersatzpflichtig sein.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren.

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Falls Sie Rückfragen haben stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ich bin auch gerne bereit, Ihnen in anderen Angelegenheiten zur Seite zu stehen.

Beachten Sie bitte, dass das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen zu einer völlig anderen Beurteilung des Sachverhalts führen kann. Die Frage wurde beantwortet unter der Maßgabe, dass Sie die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) gelesen haben und bereit sind, meine Antwort nach den gesetzlichen Vorgaben zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
RASchiessl und weitere Experten für Miet- & WEG-Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.