So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an hhvgoetz.
hhvgoetz
hhvgoetz, Rechtsanwalt
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 2879
Erfahrung:  Rechtsanwalt, LL.M. in International Trade Law (Newcastle upon Tyne, UK)
48877684
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Miet- & WEG-Recht hier ein
hhvgoetz ist jetzt online.

Hallo, habe im November eine Wohnung bezogen. Bereits im Februar

Kundenfrage

Hallo,
habe im November eine Wohnung bezogen. Bereits im Februar hatte ich an der Außenecke im Kinderzimmer oben starken Schimmel, also schwarze größere Flecken mit pelz.... Das habe ich der Vermieterin gemeldet und daraufhin von ihr die Aussage bekommen, dass ihr der Schimmel schon bekannt war, also die Vormieterin auch schon Probleme hatte, aber ich es halt behandeln sollte und ausreichend lüften..... Habe ich auch gemacht: Stoßlüften, mehrmals täglich, min. 2-3 mal alle Fenster für ca. 2 min. auf..... Trotzdem hatte ich ende Februar wirklich starken Schimmel, mitlerweilen auch an den restlichen Außenecken oben und unten. Und zwar in allen Farben.
Laut Aussagen der anderen Mietern im Haus, haben die auch enorme Schimmelprobleme und die Vormieter seien deshalb ausgezogen.
Kann es denn sein, dass so starker Schimmel (Fotos vorhanden), durch falsches Lüften innerhalb 2 Monate entsteht???? Und hätte die Vermieterin die Stellen nicht sagen müssen??? Die Wohnung habe ich mitlerweilen gekündigt, im Februar, soll die Miete aber jetzt bis Mai noch zahlen? Muss ich das? Ist ja eigentlich eine Täuschung der Vermieterin, oder?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Experte:  hhvgoetz hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

 

es kommt eine Mietminderung für die verbleibenden Monate in Betracht.

 

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__536.html

 

Nach Ihren Angaben war Ihnen der Mangel bei Anmietung nicht bekannt. Eine Minderung ist nämlich nur zulässig, wenn Sie den mangel nicht schon bei Anmietung kannten.

 

Weiterhin müssen Sie der Vermieterin den Mangel nachweisbar gemeldet haben. Gibt es über die Meldung Zeugen oder ein Schriftstück, welches die Vermieterin nachweislich bekommen hat?

 

Ferner sollten Sie mit der Mietminderung schnell beginnen und insbesondere die Verschlechterung der Lage der Vermieterin erneut nachweisbar mitteilen. Hierfür genügt z.B. die Eintütung und Abgabe des Schreibens mit einem Zeugen. Einschreiben/Rückschein hilft nur bedingt, da sich dreiste Leute hier noch herausreden können, eine leeres Schreiben oder eines anderen Inhalts bekommen zu haben.

 

Zahlen sie vorbehaltlos die Miete trotz Kenntnis vom Mangel weiter, verlieren Sie nach drei bis sechs Monaten ihr Minderungsrecht. Die Miete kann immer erst nach erfolgter Mängelanzeige gekürzt werden!

 

Zur Höhe der Minderung kann man schwer pauschale Angaben machen, ohne die genaue Situation gesehen zu haben. Eine zu hoch angesetzte Minderung ist für Sie nicht von Nachteil, Sie müssen sich jedoch mit dem Vermieter dann irgendwann einigen, um keine Klage bzgl. der angeblich fehlenden Miete zu kassieren.

 

Nach Ihren Angaben halte ich eine Minderung von ca. 20 % für durchaus angemessen.

 

Abhaltspunkte gibt auch folgende Tabelle:

 

http://www.hanhoerster.de/html/mietminderung_schimmel_spak.htm

 

 

Sicherlich wird von Vermietern das Argument der mangelnden Lüftung immer gerne angeführt. Ihre Angaben zum Lüftungsverhalten insbes. im Februar widerlegen diesen Einwand jedoch. Sollte man sich gerichtlich hierüber streiten, wird letztlich ein Gutachter über die wirkliche Ursache befinden müssen.

 

Schauen Sie, ob Sie sich auf eine für beide Seiten tragbare Minderung einigen können. Ansonsten haben Sie das Risiko, ggf. in einer Klage zu unterliegen, wobei der Vermieter aber für alle Kosten zunächst in Vorlage gehen müsste.

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen.


Bitte vergessen Sie nicht, die Antwort zu akzeptieren. Kostenlose Rechtsberatung ist in Deutschland verboten.


Gruß

Ähnliche Fragen in der Kategorie Miet- & WEG-Recht