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hhvgoetz
hhvgoetz, Rechtsanwalt
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 2834
Erfahrung:  Rechtsanwalt, LL.M. in International Trade Law (Newcastle upon Tyne, UK)
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hhvgoetz ist jetzt online.

In einer Altbauwohnung wurde Schimmel festgestellt. Wir als

Kundenfrage

In einer Altbauwohnung wurde Schimmel festgestellt. Wir als Vermieter haben eine Fachfirma beauftragt dies zu beheben. Zwischen der Besichtigung und der Ausführung der Arbeiten lag Weihnachten u. Neujahr. Laut Schreiben der Fachfirma haben sie den Mieter darauf aufmerksam gemacht, gut zu lüften und nicht an der befallenen Stelle herumzuwischen - kratzen -streichen ect. Bei Beginn der Arbeiten, die von uns bezahlt werden, wurde festgestellt, das der Mieter wohl a) seit Besichtigung mit Schimmelmittel behandelt hat b) vor Meldung an uns wohl schon mehrmals mit Farbe darüber gegangen ist. Beides hat der Mieter mündlich zugegeben. Die Fachfirma hat nun zwei Rechnungen gestellt - einmal die normale Beseitigung - einmal den erheblichen Mehraufwand, da die Schimmelpilzsporen in die Wand eingedrungen sind. Diesen Mehraufwand wollen wir dem Mieter in Rechnung stellen. M.E. ist dies durchaus ein Haftplichtschaden. Da jedoch aktuell sehr mieterfreundlich Recht gesprochen wird, ist die Frage, wie Tendenz hier liegt.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Experte:  hhvgoetz hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,

 

grundsätzlich sehe ich hinsichtlich der Mehrkosten einen Schadensersatzanspruch der Mieter.

 

Sie werden aber in Beweisprobleme kommen, wenn der Mieter nicht rechtzeitig schriftlich auf den Umstand hingewiesen wurde, denn es ist nur zu nachvollziehbar, dass der Mieter alles daran setzen wird, den Schaden möglichst schnell (notfalls auch selbst und und ev. kontraproduktiv) zu beseitigen und sich nicht bewußt ist / sein muss, mit einfachem Behandeln und Überstreichen großen Schaden anzurichten.

 

Am Ende wird dann Aussage gegen Aussage stehen.

 

Weiter werden Sie (ggf. durch Sachverständigengutachten) im Prozess beweisen müssen, dass der Mehraufwand wirklich durch die Maßnahmen des Mieters entstanden sind. Das Ergebnis halte ich hier für offen.

 

Dies alles hat nichts mit mieterfreundlicher Rspr. zu tun sondern ist Ausfluss der allgemeinen zivilprozessualen Regeln.

 

Es stellt sich die Frage, ob die Schadenssumme das erhebliche Prozessrisiko rechtfertigt ganz abgesehen von den Verstimmungen, die so ein Verfahren beim Mieter hervorrufen wird.

 

Gruß

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