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troesemeier
troesemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 16814
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechtsanwalt tätig.
37896974
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troesemeier ist jetzt online.

Darf ich ein Wand WC ,sofern es nur um das rein Austauschen

Kundenfrage

Darf ich ein Wand WC ,sofern es nur um das rein Austauschen geht ohne seine Zustimmung
austauschen? Darf man ein WC Becken mit Sitzflächen auch in seinem Bad haben,weil dies
ein ernsthafter Wunsch von mir ist oder kann er mir das verweigern?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

der Beantwortung Ihrer Frage stelle ich folgendes voran:

Aufgrund berufsrechtlicher Regelungen in Deutschland bin ich gehalten, darauf hinzuweisen, dass eine kostenlose Rechtsberatung nicht erlaubt ist. Sie haben die AGB des Portalbetreibers zur Kenntnis genommen, so dass ich davon ausgehe, dass Sie bereit sind, eine angemessene Vergütung für die untenstehende Beantwortung durch Akzeptieren zu bezahlen. Das vorangestellt möchte ich im weiteren darauf hinweisen, dass es im Rahmen dieses Mediums nur möglich ist, eine mehr oder weniger allgemeingehalte Antwort zu geben, da ich weder Einblick in Unterlagen, noch ein eingehendes Gespräch zur Sachverhaltsaufklärung führen kann. Die untenstehende Antwort dient daher der ersten rechtlichen Orientierung bzw. der Verschaffung eines angemessenen Überblicks über die rechtliche Situation und kann und soll keinesfalls die Einholung rechtlichen Rates vor Ort ersetzen.


Ihre Frage beantworte ich wie folgt:

Zu Ihrer ersten Frage, dem Austausch des Wand Wc kann ich Ihnen mitteilen, dass dies auch ohne Zustimmung des Vermieters möglich ist, wenn es sich hier um ein bloßes Austauschen handelt. Sie sind als Mieter berechtigt, die Mietsache mit Einrichtungen zu versehen, die mit der Mietsache in wieder trennbarer Weise verbunden sind und bei einem Auszug ohne weiteres wieder entfernt werden können. Hierzu zählt eindeutig der Austausch des WC Beckens.

Ihre 2. Frage verstehe ich so, bitte korrigieren Sie mich, falls ich falsch liegen sollte, dass im Badezimmer bisher gar keine Toilette vorhanden ist. Ihren Wunsch auf eine Toilette im Bad kann ich durchaus nachvollziehen, bei der Errichtung einer solchen, handelt es sich allerdings um eine bauliche Veränderung, die zwingend der Genehmigung des Vermieters bedarf. Dies insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass ja sowohl Wasser- als auch Abwasseranschluss für die Toilette erstellt werden müssen, was unter Umständen mit einem erheblichen Aufwand verbunden ist.

Ein Anspruch Ihrerseits auf Durchführung der baulichen Veränderung, also auf Errichtung der 2. Toilette im Bad, besteht allerdings nicht. Sie können daher den Vermieter nicht zwingen, ein solches zu errichten.


Ich hoffe, Ihnen im Rahmen dieses Mediums einen angemessenen Überblick über die rechtliche Situation verschafft zu haben.

Bitte vergessen Sie nicht meine Antwort zu akzeptieren und zu bewerten. Falls Sie eine Nachfrage haben stehe ich sodann gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
troesemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 16814
Erfahrung: seit 1995 als selbständiger Rechtsanwalt tätig.
troesemeier und 2 weitere Experten für Miet- & WEG-Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo Herr Roesemeier!

 

Meine 2.Frage wurde verkehrt verstanden.Ich will keine 2.Toilette errichten.Unter einem

WC Becken mit Sitzflächen meine ich z.b.die Keramag Renova Nr.1 Mod.-Nr.20 30 45

00 mit Sitzflächen ohne Befestigungslöcher für einen WC Sitz,weil dieses Modell eigen

tlich nur für öffentliche WC s gedacht ist.Man kann es als Privatmann aber kaufen und

darf es auch haben.Ich habe im Moment ein WC Becken von Gustavsberg drinne mit

dem ich offensichtlich unzufrieden bin.Das Modell 20 30 4500 ist im übrigen Baugleich

mit dem Modell 20 30 4000(normale Ausführung mit WC Befestigungslöchern).Leider

sind bei mir die gekonterten Gewindestangen ca 2-3cm zu kurz und können nicht ein

fach mal eben rausgedreht werden.Dafür müssten Fliesen und 2 fach verschraubte

Rigipsplatten entfernt werden-bloß um längere Gewindestangen reinzumontieren.Mir

ist klar daß ich dafür seine Zustimmung bräuchte.Ich würde sie warscheinlich auch

bekommen.Ich habe die Kosten dafür sowieso zu tragen.Ich finde es im übrigen fal

sch gedacht wenn da zu kurze Gewindestangen drinne sind.Aber ich denke dass alle

Wand WC s genormt sind von den Anschlüssen.Das Gustatavsberg WC könnte

auch bei einem späterem Auszug dann immer noch wieder ohne Bauliche Verände

rung wieder auch auf die längeren Gewindestangen gesetzt werden.Ich habe nur die

Befürchtung wenn mein Vermieter sieht daß ich ein im Grunde gewöhnliches WC

Becken,nur eben mit Sitzflächen und ohne WC Brillen Befestigungslöchern haben

will mich damit ärgern könnte und mir deswegen keine Zustimmung gibt.Desweiteren

bin ich der Meinung das man ein Wand WC schnell und ohne irgendwelche Baulichen

Veränderungen austauschen können muß.Und schließlich sollte man sein Bad und

Wohnung so einrichten können wie es einem gefällt.Warum mir ausgerechnet ein

solches WC gefällt möchte ich nicht beantworten und vom Vermieter gefragt werden.

Für Gäste oder Falls er mal unter irgeneinem Vorwand in s Bad müsste könnte ich

eine WC Brille drauflegen oder zur Tarnung wenn ich es hätte selber einbauen könnte

noch ein Handtuch auf die draufgelegte WC Brille legen und meine Wäschebox dort

hochstellen"um das Bad gerade durchgewischt zu haben"!So daß es ihm vielleicht nicht auffällt.Mich interessiert diese Frage nur im allgemeinen ob man ein für öffent

liche Toiletten übliches WC Becken überhaupt im Privathaushalt einbauen darf wenn

ich es ja eigentlich auch kaufen und haben darf.Oder ist sowas für Vermieter egal?

Wenn mir von daher ein solches WC gefällt - warum nicht!?

Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

soweit Sie keine erheblichen baulichen Veränderungen vornehmen müssen und Sie nun einmal gern ein bestimmtes WC-Modell haben wollen, dann ist dies prinziell Ihre Sache. Insofern kann unter Umständen sogar davon abgesehen werden, eine Genehmigung vom Vermieter einzuholen. Bei Auszug müssen Sie eben nur den Altzustand wieder herstellen.
Insofern ist es auch völlig unerheblich, ob Sie ein Modell wählen, welches überwiegend bei öffentlichen Einrichtungen Verwendung findet.

Mit freundlichen Grüßen
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Werter Herr Troesinger!

Die Fragen zu meiner Mietsache wegen dem Austausch ohne Zustimmung des Vermieters wurde ja positiv für mich beantwortet.Trotzdem habe ich immer noch eine

gewisse Angst wenn der Vermieter bzw.trotzdem mal in mein Bad müsste.Und ich habe Bedenken wegen dem Satz"Fachmännische Ausführung"!In den Mietverträgen

bestehen die meisten Vermieter ja darauf daß ein WC Becken Tausch fachmännisch

ausgeführt wird.Ich will den Tausch ja selber vornehmen und würde es auch so aus

tauschen als wenn es ein Fachmann täte.Im Endeffekt will mein Vermieter es ja dann

doch wohl wissen wenn ich den Tausch vornehme.Evtl.will ich jetzt ein Luxus WC Bec

ken was ich auch ohne weiteres dranbauen kann und bei Auszug wieder mitnehme ein

bauen.

Und jetzt meine Fragen.Kann mein Vermieter(ich lebe in einer Genosenschaftswoh

nung) a).den Rückbau von mir verlangen weil ich das Wand WC selber ausgetauscht

habe?Und b).Kann er mir die Miete erhöhen wenn ich ein Luxus WC Becken eingebaut

habe.In der Regel kommt mein Vermieter wohl dahinter weil vielleicht fiese Nachbarn

bei ihm anrufen.Oder wenn er wie gesagt mal in mein Bad müsste.ich muß vielleicht

auch noch dazu dass bei mir vor einigen schon ein Wand WC ausgetauscht werden

musste,weil das alte zu Bruch gegangen war.Es bestand bei mir auch schon damals

der Wunsch nach einem WC Becken nach Wahl.Denn ich entschloss mich damals

wo es kaputt war schnell dazu weil doch dann eh ein WC Becken ausgetauscht werden musste und er hätte es machen können.Ich musste es doch eh bezahlen.Viel

leicht hat er ja auch recht daß er mir nur eine 0815 Schüssel einbauen bräuchte.Aber

wenn ich da mal ausziehen würde hätte ich ihm das ja auch bezahlen müssen.Oder

er könnte es auch einfach drinne lassen.Und deshalb will ich mein WC BecXXXXX XXXXXeber

selbst austauschen weil es für mich einfach keinen Sinn macht für den jetzigen Tau

sch und dem herstellen des Urzustandes extra nochmal kosten aufzubringen die eigen

lich nicht nötig sind.Viele Klepmpner wollen auch keine WC Becken vom Baumarkt ein

bauen weil sie nicht genug daran verdienen oder schwatzen einem noch Arbeiten auf

die auch nicht nötig sind.Solange wie ich Zweifel und Angst habe kann ich kein Wunsch

WC kaufen.Es ist bei mir zu Bedenken daß ich mich über meine 0815 Schüssel schon

mal so aufgeregt habe daß ich bedenklich krank geworden bin.Es geht jetzt wieder mit

mir.Aber sein kanns das nicht.Bitte beantworten sie mir dies noch einmal.

 

Gruss Uwe Gers

Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre weiteren Fragen beantworte ich wie folgt:


Den Rückbau kann der Vermieter bei Beendigung des Mietverhältnisse verlangen.

Im übrigen sind Ein- und Umbauten an einer Wohnung genehmigungspflichtig, es sei denn sie sind unerheblich.

Es gilt der Grundsatz: "Was der Vermieter nicht weiß, macht ihn nicht heiß."

Der genehmigungslose Tausch des WCs hat auf der anderen Seite keine ernsthaften rechtlichen Konsequenzen.

Der Austausch löst auch keinen Anspruch auf Mieterhöhung aus. Dies wäre nur der Fall, wenn der Vermieter eine Modernisierung vornimmt.

Ehrlich gesagt, und nehmen Sie mir dies nicht übel, dass die Nachbarn sich dafür interessieren, ob und warum Sie das WC austauschen ist eher unwahrscheinlich und das der Vermieter bei Ihnen auf Klo geht, noch mehr.

Wenn Ihnen der Austausch ohne Genehmigung zu heikel ist, dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig als offiziell diese einzuholen, mit allen daraus resultierenden Risiken, wie der Ablehung oder der Maßgabe, dass dies durch eine Fachfirma zu erfolgen hat.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.


Mit freundlichen Grüßen


Verändert von troesemeier am 17.11.2010 um 09:53 Uhr EST
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo Herr Roesemeier!

Danke XXXXX XXXXXür ihre Anrwort die im großen und ganzen wohl zufriedenstellend ist.Nor

mal wollte ich jetzt nicht nochmal fragen.Aber beim Punkt fachliche Ausführung sollte

im mietrecht auch erläutert sein ob es generell ein Installateur sein soll oder ob es auch

reicht wenn jemand wie ich über solche Kenntnisse ohne Prüfung verfügt.Ich schwöre

hier auch das ich,sofern man mir keine Steine in den Weg legt,WC Becken austauschen kann.Wg.dem WC wechsel damals habe ich keine Antwort bekommen.

Aber ich meine er hätte mir damals auf Wunsch meine Keramag Renova einbauen

können.Der Urzustand kann doch auch noch wiederhergestellt werden wenn ich hier

mal ausziehen sollte.Unter Umständen hätte er sich vielleicht auch daran beteiligen

können.Und wg.zuerst genannter Sache liegt für mich,wenn es nicht richtig erläutert

wird ein Wiederspruch drinne.Also entweder kann ich nun ein WC Becken ohne seine

Zustimmung und Maßgabe austauschen oder nicht.Im Übrigen mußte damals ein Mit

arbeiter vom Beamten Wohnungs Verein schon zweimal bei mir in s Bad um sich

den Fliesenspiegel anzusehen weil bei der Modernisierung vor 16(Ich lebe hier 20 Jah

re drin)ziemlich geschlampt wurde.Und das mit den Nachbarn hier ist auch so eine

Sache.Alte Leute regen sich wirklich über alles auf und das ist schlimm genug.Vieles

ist auch dummes Zeug von denen.Allerdings können alte Leute auch sehr fies werden.

Ich bin übrigens kein schwieriger Nachbar und habe in den 20 Jahren auch noch kei

nen Anlas zu Ärger gegeben.Aber der Rest der mir beantwortet wurde ist für mich den

noch so überzeugend daß ich den WC Tausch auf jedenfall selbst in die Hand nehem

en werde.Ich hoffe sie nehmen mir dies nicht alles krumm,aber ich muß auch eine Ant

wort bekommen die mich beruhigt und sicher macht.Das ganze tut sich schließlich er

schweren weil es bei den WC Modellen und Spülkästen immer Prioritäten gibt so daß

man die Lust daran verliert.Und ich möchte mir auch schon deswegen keinen Instala

teur nehmen weil mein Renova oder auch dieses Luxus WC von Sanitop schließlich

bald schon alleine 300 Euro kosten.Ersteres fällt flach wegen zuviel Arbeit am Spülkas

ten wenn überhaupt genehmigt.Bei der Sanitop muß man den WC Sitz dranbauen bevor es an die Wand gesetzt wird und die könnte in einigen Jahren unansehnlich werden.Leider geben sich die meisten Hersteller wenig Mühe wenns um Nachkaufen

geht.Jetzt habe ich ein gebrauchtes Ideal Standard aus den 80er Jahren bestellt was

ich hier ganz einfach dranbauen kann und weil es mir gefällt.Dies wäre hier das Aller

beste für mich.Und zu allen anderen Sachen die eine Genehmigung erfordern würde

ich dem Beamten Wohnungs Verein zu Hildesheim e.v.natürlich Bescheid sagen.Ich

hoffe das ich meinen WC Tausch hoffentlich dieser Tage durchziehen kann damit

ich endlich meinen Seelenfrieden finde.Beantworten sie mir bitte alles lückenlos und

dann brauche ich nicht mehr wiederantworten.

 

Gruss Uwe Gers

Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr Gers,

im Mietrecht, ich meine hierbei "paragraphlich" wird sich hierzu nichts finden lassen. Insofern kann der Mieter Ein- und Umbauten so vornehmen wie er mag, sprich mit oder ohne Beauftragung einer Fachfirma. Wie bereits dargelegt, muss die Wohnung bei Beendigung so wieder übergeben werden, wie Sie einstmals übernommen worden ist. was nichts anderes heißt, das Einbauten zu entfernen und Umbauten rückzubauen sind. Wie dies erfolgt ist Sache des Mieters, Hauptsache der Zustand ist ordnungsgemäß und fachgerecht ausgeführt.

So, jetzt alles nochmal zusammengefasst:

In zwei Konstellationen darf der Mieter Veränderungen an der Mietsache vornehmen ohne vorher die Zustimmung des Vermieters einholen zu müssen.

1. Herrichtung zum vertragsgemäßen Gebrauch

Kann die Wohnung so, wie sie beschaffen ist, nicht zum vertragsgemäßen Gebrauch genutzt werden, so ist der Mieter berechtigt, ohne Zustimmung die erforderlichen Veränderungen vorzunehmen.

Beispiel: Es existiert kein Anschluss an eine Gemeinschaftsantennenanlage oder das Breitbandkabelnetz. Der Mieter ist berechtigt, eine Parabolantenne zu installieren. Hinsichtlich der Frage wie und wo die Antenne angebracht wird, hat allerdings der Vermieter das letzte Wort.

2. Veränderungen im Rahmen des normalen Wohnens

Ohne Zustimmung des Vermieters darf der Mieter auch Lampen installieren, Teppichboden verlegen, Haushaltsgeräte anschließen, Fußleisten anbringen. Dies gilt auch dann, wenn im Formularmietvertrag etwas anderes steht.

Der Mieter ist auch berechtigt, geringfügige Eingriffe in die Bausubstanz vorzunehmen. So darf er Wände und Decken mit einer Holztäfelung versehen, eine Klingel an der Wohnungstür installieren oder eine Einbauküche montieren. Selbstverständlich darf er auch die erforderlichen Bohrungen vornehmen, um Regale etc. anzubringen.

 


Dienen die vom Mieter beabsichtigten Veränderungen nicht dazu, den vertragsgemäßen Gebrauch herzustellen bzw. dienen sie nicht dem normalen Wohnen, so muss der Mieter die Zustimmung des Vermieters einholen. Solche Veränderungen sind größere Eingriffe in die Bausubstanz, die das Mietobjekt verändern, nachteilige Folgen für die Bausubstanz haben können oder den äußeren Gesamteindruck beeinträchtigen.

Beispiele: Wanddurchbrüche oder Einziehen einer Wand; Anbringen einer Parabolantenne, wenn ein ausreichender Antennenanschluss vorhanden ist; Anbringen einer Markise.

Die Zustimmung steht im Ermessen des Vermieters, d.h., er muss sie nicht erteilen. Andererseits darf er die Zustimmung nur verweigern, wenn er einen wichtigen Grund dafür hat. Ein größerer Eingriff in die Bausubstanz, aber auch optische Beeinträchtigungen, können ein Grund zur Verweigerung der Zustimmung sein.

Beispiel: Es ist nicht gewährleistet, dass durch das Anbringen einer Markise keine Feuchtigkeitsschäden am Mauerwerk entstehen; Anbringen einer Parabolantenne an der Fassade eines denkmalgeschützten Hauses.

 

Hat der Mieter Veränderungen an der Mietsache vorgenommen, so fragt, sich, ob er diese bei Auszug aus der Wohnung wieder beseitigen muss.

1. Auch wenn der Vermieter die Zustimmung zu der Veränderung erteilt hat, muss der Mieter diese beim Auszug aus der Wohnung wieder beseitigen.

Beispiele: Entfernung von Holzverkleidungen, Fußbodenbelägen, Regalen, Nägeln, Haken, Dübellöcher.

Streit gibt es immer wieder darüber, ob angebohrte Kacheln in Bad und Küche erneuert werden müssen. Die Frage ist für die Fälle zu bejahen, in denen die Kacheln übermäßig beschädigt worden sind oder ersichtlich mehr Dübellöcher als erforderlich und üblich angebracht wurden. Hier kommt es auf die Umstände des Einzelfalles an, insbesondere, ob die Bohrungen gegen jede "Handwerkskunst" gefertigt wurden, aber auch auf die Bewohnerzahl.

2. Die Beseitigung von Veränderungen, die vom Vormieter vorgenommen wurden, kann der Vermieter nur verlangen, wenn dies im Mietvertrag vereinbart wurde.

Beispiel: Keine Beseitigungspflicht besteht, wenn der Mieter die Wohnung mit dem bereits vom Vormieter verlegten Teppich mietet.

Achtung:
Um hier Streitigkeiten zu vermeiden, sollte bei Mietbeginn ein Wohnungsübergabeprotokoll erstellt werden. Darin sollte auch genau beschrieben sein, welche Einbauten vom Vormieter stammen.

Etwas anderes gilt nur dann, wenn der Mieter z.B. einen Teppich durch eine Abstandszahlung vom Vormieter gekauft hat und dieser somit in sein Eigentum übergegangen ist.

3. Wann muss der Mieter Einbauten oder Einrichtungen nicht entfernen?

a) Immer dann, wenn die Veränderungen vorgenommen wurden, weil sie für die Erhaltung und Bewirtschaftung der Wohnung erforderlich waren, braucht der Mieter sie nicht zu beseitigen.

Beispiel: Reparatur einer defekten Spüle in der Küche.

b) Übernimmt der Vermieter Einrichtungen des Mieters, muss dieser sie natürlich nicht entfernen. Das Gleiche gilt, wenn der Vermieter auf die spätere Entfernung verzichtet oder bereits bei der Erteilung der Zustimmung darauf verzichtet hat.

Wichtig:
Will der Vermieter die Einrichtung übernehmen, muss der Mieter nur dann darauf eingehen, wenn der Vermieter eine angemessene Entschädigung gewährt, die z.B. auch in der Übernahme der Schönheitsreparaturen liegen kann.

c) Letztlich muss der Mieter die Veränderungen auch dann nicht beseitigen, wenn das Verlangen des Vermieters rechtsmissbräuchlich wäre.

Beispiel: Der Mieter hat umfangreiche Einbauten in der Küche vorgenommen. Der Vermieter verlangt die Beseitigung, obwohl er die Küche grundlegend umgestalten will und die Einbauten deshalb sowieso entfernen muss.

 

Unter bestimmten Umständen kann der Mieter die Aufwendungen erstattet bekommen, die er in Hinblick auf die Wohnung getätigt hat.

Voraussetzung hierfür ist, das diese Aufwendungen notwendig oder nützlich waren.

a) Notwendig sind solche Aufwendungen, die darauf abzielen, den Zustand der Wohnung zu erhalten oder ihren bisherigen Zustand wiederherzustellen, um drohende Gefahren abzuwenden (= Notfall).

Beispiel: Der Mieter lässt ein defektes Fenster reparieren oder eine gefährliche Elektroinstallation.

Liegt kein Notfall vor, so muss der Mieter den Vermieter von dem Mangel benachrichtigen. Tut er dies nicht und lässt den Mangel trotzdem auf eigene Kosten beseitigen, so bleibt er uU auf diesen Kosten (teilweise) sitzen.

b) Nützlich sind solche Aufwendungen, die der Verbesserung der Wohnung insbesondere hinsichtlich ihrer Nutzungsmöglichkeit dienen.

Beispiele: Vornahme von Sanitärinstallationen oder einer funktionstüchtigen Küche.

Hier kann der Mieter nur dann Ersatz der ihm entstandenen Kosten verlangen, wenn der Vermieter die Aufwendungen genehmigt oder sie seinen Interessen entsprechen. Nur ausnahmsweise muss der Vermieter die Kosten erstatten, wenn die Wohnung dadurch erst in einen vertragsgemäßen Zustand versetzt wurde.

 

Ich hoffe, die gesamte Darstellung des Mietrechts zum Thema Veränderung der Mietsache, verschafft Ihnen den notwendigen Überblick, um eine Entscheidung treffen zu können.

 

Mit freundlichen Grüßen

Bekannt aus:

 
 
 
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