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Danjel Newerla
Danjel Newerla, Diplom Jurist
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Im Bereich Mietrecht habe ich schon mehrere Mandate betreut.
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Danjel Newerla ist jetzt online.

habe 2 Fragen 1. meine Badewanne m sste nach 34Jahren ersetzt

Kundenfrage

habe 2 Fragen:
1. meine Badewanne müsste nach 34Jahren ersetzt werden,die Hausverwaltung hat aber nur eine Billigvariante vorgesehen,einen Wanneeinsatz (Acryel)überzustreifen.Auch müssten die Fugen an der Badewannenseite ausgebessert werden,Schimmel setzt sich an.
Bei ander Mietern wurde die Badewanne komplett erneuert.Ich sehe dies als Benachteiligung an.
2.betrifft meine Einbauküche:
die auch schon 34 Jahre in Betrieb ist und unbediengt erneuert werden müsste.Die Funktionalität ist nichtmehr gewährt,musste selbst schon Ausbesserungen vornehmen.
Die Hausverwaltung lehnt eine Renovierung mit der Begründung des Leerstandes in diesem Objekt ab. Wie soll ich mich verhalten?
mit freundlichem Gruß
Hans Kratz
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 7 Jahren.

Sehr geehrter Herr Kratz,

vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage!

Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung zu Ihren Fragen wie folgt Stellung nehmen:

Zunächst kommt es natürlich darauf an, was zu diesen Punkten im Mietvertrag vereinbart ist. Sollte hier nichts speziell vereinbart sein, so muss auf allgemeine Grundsätze zurückgegriffen werden.

Grundsätzlich haben Sie die Wohnung mit Bad und somit auch mit Badewanne angemietet, sodass der Vermieter verpflichtet ist, Ihnen die Badewanne zur Verfügung zu stellen. Allein aus dem Umstand, dass die anderen Mieter die Wanne komplett ausgewechselt bekommen haben, können Sie für sich jedoch grundsätzlich keinen Anspruch herleiten. Die Rechtsprechung ist in diesem Bereich sehr unterschiedlich.

Zu hat etwa das Amtsgericht Dortmund entschieden, dass genau bei einem Fall wie Ihnen, also bei einem Einsatz eines Acrylbestandteiles in einer Badewanne, durch welche diese sogar um ca. 20 Prozent verkleinert wird, kein Mietmangel besteht und somit auch etwa im konkreten Fall kein Recht zur Mietminderung durch den Mieter bestand. (AG Dortmund, Urteil vom 22.02.1989 - 136 C 732/88, WM 1989, S. 172.).

Nichtsdestotrotz sollten Sie Ihren Vermieter darauf hinweisen, dass bei den anderen Mietern die Badewanne ausgewechselt wurde und Sie die Wohnung schließlich auch mit dieser Badewanne angemietet haben. Auf Grund der sehr differenzierten Rechtsprechung in diesem Bereich würde ich es auf einen Rechtsstreit allerdings nicht ankommen lassen.

Anders sieht es natürlich mit den angeschimmelten Fugen aus. Hier ist der Vermieter verpflichtet, die Fugen auszubessern und den Schimmel zu beseitigen, damit hier nicht noch Gesundheitsgefahren hervorgehen. Sofern die Schimmelbildung stark ist, was ich aus der Ferne leider nicht abschließend beurteilen kann, hätten Sie sogar gegebenenfalls einen Anspruch auf Mietminderung.

Bzgl. der Küche kommt es darauf an, was im Mietvertrag vereinbart ist. Hier wird sich der Vermieter nicht einfach dadurch aus der Affäre ziehen können, sodass es ansonsten im Objekt weitere Leerstände gibt oder die Wohnung etwa schlecht weitervermietet werden kann. Sofern also Ihnen eine gebrauchsfähige Küche vermietet wurde, hat der Vermieter gem. § 535 BGB, die Mietsache in einem vertragsgemäßen Zustand zu erhalten. Mit anderen Worten müsste also eine entsprechende Küche erneuern oder zumindest durch Reparaturen, soweit möglich, wieder in den mietvertragsgemäßen Zustand versetzt werden.

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben auch wenn ich es bedaure, Ihnen keine positivere Nachricht geben zu können.. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Donnerstagnachmittag!


Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
[email protected]
Tel. 0471/3088132
Fax: 0471/3088316