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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Medizinrecht
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  Interessen schwerpunkt Medizinrecht
37896974
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Hallo. Meine Oma war in einem Pflegeheim zur Kurzzeitpflege.

Kundenfrage

Hallo. Meine Oma war in einem Pflegeheim zur Kurzzeitpflege. Wir haben jetzt erfahren, dass sie 3 Medikamente bekommen hat, die nicht vom Arzt verordnet wurden, dass hatte uns die Apotheke bestätigt. Obwohl sie wussten, dass sie beide Nieren zu 50% geschädigt hatte und Herzinsuffienz. Meine Frage ist nun, darf das Pflegepersonal einfach Medikamente geben ohne Verordnung? Es handelt sich um folgende Medikamente: Paracetamol, ACC, Asprin.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Medizinrecht
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte.

Das Pflegepersonal darf grundsätzlich nur ärztlich verordnete Medikamente den Patienten verabreichen.

Bei den von Ihnen beschriebenen Medikamenten handelt es sich nicht um verschreibungspflichtige Medikamente, die im Rahmen einer Erkältung mit Fieber verabreicht werden

Nichts desto trotz hätte das Pflegepersonal den behandelnden Hausarzt kontaktieren müssen, denn es kann ja zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder gar Unverträglichkeiten kommen.

Sollte Ihrer Oma aus der Medikamentengabe eine gesundheitliche Beeinträchtigung erfolgt sein, so bestünden Schadensersatzansprüche gegenüber dem Pflegeheim. Allerdings müssten Sie nachweisen, dass die Medikamente ohne Anweisung eines Arztes verabreicht worden sind.

ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung verschaffen und wünsche Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Tobias Rösemeier und weitere Experten für Medizinrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Die Bestätigung hat uns die Apotheke gegeben. Die hat auch gesagt die würde uns das auch schriftlich bestätigen. Und meine Oma ist am letzten Tag der Kurzzeitpflege am 21.12.2011 am herzstillstand ganz plötzlich verstorben. Und dieser Sache möchten wir nachgehen. Welche Möglichkeiten hätten wir da?
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Die Bestätigung bekommen wir von der Apotheke. Die hat uns zugesichert uns eine schriftliche Bestätigung zu geben. Und meine Oma ist am letzten Tag der Kurzzeitpflege am 21.12.2011 am Herzstillstand ganz plötzlich verstorben. Und dieser Sache möchten wir jetzt nachgehen. Welche Möglichkeiten haben wir da?
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Mitteilung. Ich möchte Ihnen mein aufrichtiges Beileid aussprechen.


Es wäre vorliegend zu prüfen, ob die Medikamentengabe Auslöser für den Herzstillstand gewesen ist. Dies ließe sich aber nur durch eine Opduktion feststellen lassen. Wenn Ihre Großmutter zwischenzeitlich bestattet wurde, gestalten sich daher die Beweismöglichkeiten sehr schwierig. Sollte eine Bestattung noch nicht stattgefunden haben, sollten Sie unter Hinweis auf die Medikamentengabe eine Opduktion veranlassen lassen.

Die Bestätigung der Apotheke sollten Sie sich in jedem Fall schriftlich geben lassen und vom Hausarzt hierneen bestätigen lassen, dass diese Medikamentengabe von ihm nicht angeordnet wurde.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Danke. Eine Opduktion ist bei ihr leider nicht mehr möglich, denn es handelt sich um eine Feuerbestattung. Aber die Apotheke konnte uns bestätigen, dass sie ohne ärtzliches Rezept auf meine Omas Namen gekauft wurden vom Pflegeheim. Könnten wir trotzdem zum Anwalt vor Ort damit gehen? Denn die wurden nun überhaupt nicht vom Arzt verordnet.
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

Sie sollten sich mit dem behandelnden Arzt in Verbindung setzen und dort nachfragen, ob die Medikamtengabe ursächlich sein könnte für den plötzlichen Herzstillstand Ihrer Großmutter. Wenn Ihnen dieser das so bestätigt, sollten Sie einen Anwalt aufsuchen, der dann die rechtlichen Möglichkeiten prüft.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Mit der Hausärztin von meiner Oma ist das auch so eine Sache. Wenn das Pflegeheim sie angerufen hat, hat sie nur Rezepte über Fax geschickt ohne meine Oma anzugucken. Und der Herzstillstand wurde vom Notarzt festgestellt, wo wir aber nicht bei waren. Wir kamen leider erst später.
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

eine Leichenschau muss aber in jedem Fall stattgefunden haben. Mit dem Arzt sollten Sie sich konsultieren und erfragen, ob die Medikamentengabe zu einem plötzlichen Herzstillstand geführt haben könnte.

Wie gesagt, wird es aber schwer, den Beweis zu führen, da Ihre Großmutter feuerbestattet wurde.

Ggf. könnten Sie auch über eine Strafanzeige wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge nachdenken, dann würde die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufnehmen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
ok. Vielen Dank für ihre sehr guten Anworten. Und ebenfalls einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
sehr gerne und Ihnen alles Gute

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