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Hautaerztin
Hautaerztin, Ärztin
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 930
Erfahrung:  Ärztin. Abgeschlossene Studium Humanmedizin.
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Meine Frau hat seit Ihrer Kindheit eine Allergie gegen

Diese Antwort wurde bewertet:

meine Frau hat seit Ihrer Kindheit eine Allergie gegen Pferde;

Sie hat damit wenig Probleme, da sie den Kontakt mit Pferden gut vermeiden konnte. Beim Besuch eines Zirkus bekommt sie dann aber durchaus Atemprobleme und tränende Augen.

Jetzt haben wir die Möglichkeit, eine Wohnung zu übernehmen, die etwa 100 - 150 m Luftlinie von einem Reitverein entfernt ist. Zwischen dem Reitverein und der entsprechenden Wohnung liegt eine Häuserreihe mit Gärten und eine kleine Straße. Kann es über diese Entfernung zu Problemen kommen? Ist dies üblicherweise abhängig von der Jahreszeit - also sind Spaziergänge in unmittelbarer Nähe aussagekräftig? Gibt es Langzeitschäden, wenn man über einen langen Zeitraum solchen Allergenen ausgesetzt ist? Ist es wahrscheinlich, dass die Allergie schlimmer würde? Ist eine solche Allergie einigermaßen therapierbar? Schönen Gruß******

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich rate Ihnen von dieser Wohnung absolut ab !

Eine Allergie kann sich mit jedem Kontakt verstärken, da das Immunsystem immer mehr Antikörper entwickeln kann, und beim nächsten Mal kann die Reaktion dann noch heftiger ausfallen. (Darin besteht der Langzeitschaden, man nennt es nur nicht direkt so, weil es bisweilen zu dramatischeren Reaktionen plötzlich kommt.)

Bei Ihrer Frau ist die Allergie doch recht stark ausgeprägt, da sie ja im Zirkus auch räumlichen Abstand zu Pferden haben.

Daher würde ich bei Ihrer Frau durchaus mit einer Zunahme der Symptomatik rechnen, wenn sie immer wieder Allergenkontakt hat.

Pferdehaarallergien können sehr stark sein, bis hin zu den lebensbedrohlichen anaphylaktischen Reaktionen mit starker Luftnot und Kreislaufreaktionen.

Nun sind 100 m eine recht groß erscheinende Entfernung. Ich würde dennoch abraten, da die Allergene in der Luft sind und durch Wind getragen werden können. Ich habe zweimal erlebt, daß Patienten aus solchen Entfernungen auf Pferdehaare mit ihren Allergien starke Symptome entwickelt haben. Dies ist sicher recht selten, und daher kann es sein, daß sie von anderen Ärzten andere Meinungen hören. Mir waren diese beiden Fälle aber sehr eindrücklich.

Ein Umzug ist ja mit hohem Aufwand verbunden, und daher empfehle ich Ihnen, es nicht darauf anzulegen und ggf. wieder neu suchen zu müssen.

Spaziergänge sind aussagekräftig, aber nur für den Moment. Wenn Ihre Frau jetzt 50 m entfernt vom Pferdestall keine Reaktion hat, so bedeutet das nicht, daß es immer so bleiben muß.

Eine Pferdehaarallergie ist nicht gut behandelbar, nur die Symptome. In der Allergologie gibt es den Grundsatz, daß man Allergene meidet, wann immer es geht. Daher wurden die Lösungen für die sog. Desensibilisierung für Hausstaub und Pollen entwickelt, die man nicht meiden kann, weil sie überall sind. In den letzten Jahren gab es Initiativen auch für Tierhaare, aber das setzt sich nicht wirklich durch und ist auch unwirtschaftlich. Man würde das ja höchstens machen mit dem Ziel, sich dann den Allergenen wieder aussetzen zu können. Die wiederum können dann aber wieder in Richtung Allergie arbeiten. Es ist wie eine Waage. Sie Seite, die mehr Gewicht in der Schale hat, geht nach unten. Das gleiche gilt auch, wenn Sie alternative Methoden wie Eigenbluttherapie oder Akupunktur anwenden. Manche Menschen versuchen das oder nehmen ständig Medikamente ein, wenn sie sich z.B. von einem liebgewordenen Haustier nicht trennen wollen

Bereiten Sie sich selbst keine unnötigen Probleme.

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Mit freundlichen Grüßen Dr. A. Hoffmann

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Sehr geehrte Frau Hoffmann,schon mal vielen Dank für Ihre schnelle und detaillierte Antwort...auch wenn eine andere Antwort für uns sicherlich etwas erfreulicher gewesen wäre ;-).Zu Ihrer Antwort noch ein paar ergänzende Fragen/Informationen:
Es ist sicherlich nachvollziehbar, dass Sie bei einem Auftreten von Symptomen in einem geschlossenen Zirkuszelt von einer starken Allergie bei meiner Frau ausgehen. Der Besuch im Zirkus ist mittlerweile ein paar Jahre her und wir haben letzte Woche einen "Härtetest" in den Gebäuden des entsprechenden Reitvereins gemacht. Wir sind durch die Ställe gegangen, wo die Pferde gebürstet und gestriegelt wurden. Nach einiger Zeit hat meine Frau ein Kratzen im Hals und ein Jucken am Auge gespürt, Atemprobleme hatte sie nicht und auch kein Jucken auf der Haut. Das Kratzen im Hals und das Jucken am Auge waren etwa 30 Minuten nach Verlassen des Geländes wieder weg.
Zusätzlich hat meine Frau auch eine Katzenhaarallergie, die sich in den letzten Jahren gebessert hat (ihre Eltern haben eine Katze, sodass man dies gut beobachten konnte).1) Ändert dies etwas an Ihrer Einschätzung?
2) Kann es sinnvoll sein, einen Allergietest zu machen, um die "Schwere" der Allergie festzustellen?
3) Wir würden gerne weiterhin in dem Stadtteil nach Wohnungen/Häusern suchen. Es ist sicherlich schwierig einen "Mindestabstand" zu definieren. Aber ab welchem Abstand würden Sie keine Probleme mehr erwarten?
4) Die 5 Meter Höhenunterschied zwischen Reitverein und Wohnung (Wohnung liegt höher) sind vermutlich nicht wirklich relevant für eine Verteilung der Allergene in der Luft, oder?
5) Ist eine Pferdehaarallergie vererblich? Unser Sohn hat bei dem "Härtetest" keine Symptome gezeigt.Schönen Gruß
Stefan

Sehr geehrter Ratsuchender,

positiv ist, daß die Katzenhaarallergie zurückgeht und bei dem direkten Kontakt zu Pferden jetzt keine Atemprobleme mehr auftraten.

Es kann vorkommen, daß Allergien rückläufig sind, wenn sich die Immunlage bessert, z.B. durch verbesserte seelische Stabilität / Lebensumstände.

Ein Allergietest ist schon sinnvoll. Dieser ist allerdings eine Momentaufnahme. Fairerweise muß man dazusagen, daß die Schwere der Reaktion im wirklichen Leben nicht immer mit den Testergebnissen korreliert. Sie können einen Test an der Haut (Pricktest) und über das Blut (spezifisches IgE, da werden die Antikörper gemessen) machen lassen.

Bei Ihrem eigenen Test - in der Fachsprache heißt das Expositionstest, wenn man sich dem Allergen aussetzt - ist ja das Ergebnis günstig. (Im Zirkus ist man von den Pferden doch meist je nach Sitzlage - recht weit entfernt)

Der Höhenunterschied macht nichts aus. Sich auf eine Entfernung festzulegen, macht keinen Sinn. Je weiter weg desto besser.

Vererblich ist die Veranlagung zu Allergien im allgemeinen. Die Allergene "sucht sich jeder individuell aus". Die Veranlagung muß aber nicht unbedingt Symptome entwickeln.

Nach diesen Details ist meine Einschätzung deutlich milder. Wenn sie die Möglichkeit hätten, einen Tag Probe zu wohnen , wäre es toll. Die Spaziergänge am Reitstall sind auch recht aussagekräftig. Entscheiden müssen Sie selbst. Wenn Sie es wagen, sind Sie sich der Risikofaktoren bewußt. Über alles Plus und Minus wissen Sie jetzt Bescheid.

Gut ist, immer Allergietabletten wie z.B. Cetirizin und für den Notfall auch 100 mg Prednisolon im Hause zu haben.

Über eine positive Bewertung meiner Anwort würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen Dr. A. Hoffmann

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie haben meine Antwort gelesen. Ist noch etwas offen ? Dann können Sie gern nachfragen.

Ansonsten bitte ich Sie, eine freundliche Bewertung vorzunehmen.

Mit frdl. Grüßen Dr. med. A. Hoffmann

Hautaerztin und 2 weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Sehr geehrte Frau Hoffmann,ich danke ***** ***** für die schnelle und ausführliche Antwort. Vor Jahren wurde bei meiner Frau mal ein IgE-Test durchgeführt. Bzgl. Tierhaare allerdings nur für Katzen (relativ starkes Ergebnis, damals unter einem Dach mit Katzen allerdings auch mit Atemproblemen). Ich denke, wir werden mal versuchen, einen weiteren IgE-Test für Katzen UND Pferde zu machen. Möglicherweise ist eine Verbesserung der Katzenhaarallergie auch analytisch feststellbar.
Außerdem werden wir weiterhin durch Spaziergänge versuchen, ein Gefühl zu entwickeln. WIr sind jetzt in jedem sensibilisiert, diese Entscheidung nicht leichtfertig zu treffen.Ich werde Ihre Antworten morgen auch noch mit meiner Frau durchsprechen, ggf. melde ich mich dann nochmal. Die Bewertung gebe ich Ihnen aber natürlich gerne jetzt schon.Vielen Dank ***** ***** schönen Abend,
Stefan

Sehr geehrter Ratsuchender,

das ist ein sehr guter Plan. Wenn bei der Katze damals Atemprobleme bestanden und jetzt nicht mehr, spricht das auch für eine Besserung der Immunreaktion. Sie können sich gerne melden.

Danke für die Bewertung.

Mit freundlichen Grüßen Dr. med. A. Hoffmann