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Neuro0902
Neuro0902, Arzt
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 544
Erfahrung:  Facharzt f. Neurochirurgie, Neuroonkologie
78081595
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Neuro0902 ist jetzt online.

Hallo, guten Abend, ich habe einen MRT Befund meines Sohnes.

Kundenfrage

Hallo, guten Abend, ich habe einen MRT Befund meines Sohnes. In dem heißt es: 6mm große hyperintense Läsion im Globus pallidus rechts ohne Schrankenstörung. Basale Zisternen frei abgrenzbar. Verlaufskonstante Darstellung der runden, 6mm messenden T2 Hyperintensität im Genu der Capsula interna rechts (8 lma14).Regelrechtes Signal der großen Gefäßabschnitte bei anlagebedingtem hypoplastischen V4 Segment der linken Vertebralaterie.
Können Sie Licht ins dunkel bringen und mir das verständlich machen?
Vielen Dank ***** ***** Gruß
Gepostet: vor 1 Jahr.
Kategorie: Medizin
Experte:  Neuro0902 hat geantwortet vor 1 Jahr.
Guten Morgen,
ich bin Neurochirurg und versuche gerne Ihnen weiterzuhelfen.
Können Sie mit im Vorfeld mitteilen, warum eine MRT Untersuchungen des Kopfes bei Ihrem Sohn angefertigt wurde, welche Beschwerden hat er ?
Mit freundlichen Grüßen
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.

Guten Morgen,

das wäre super. Benötigen Sie denn alles was in dem Bericht steht, oder reichen die Sachen die mir unklar sind?

Mein Sohn wurde im Januar vor der Schule von einem Auto angefahren. Er hatte großes Glück. Außer einer Schürfwunde im Gesicht (li Seite von der Schläfe aus bis zur Wange) und einer leichten Gehirnerschütterung wurde vom Unfallarzt (ansässig direkt gegenüber der Schule) nichts festgestellt. Er musste also nicht ins Krankenhaus. Das einzige was danach war, ist das mein Sohn in der Zeit danach, auch noch 2 Monate später unendlich schlafen konnte. Wenn ich ihn nicht geweckt habe hat er seine 16-18 Std durchgeschlafen tief und fest. Seine Schwester trägt eine Brille und musste zur Kontrolluntersuchung in die Uni ( da sind wir mit ihr schon sehr lange), und mein Sohn halt auch öfter mal über Kopfweh klagte hatte er gleich einen Termin mit. Dort stellte man da eine Einschränkung des Sehfeldes fest die nicht altersgemäß war. Es folgten daraufhin weitere Untersuchungen unter anderen wurde auch so eine Art "Foto" des Auges gemacht...ich hoffe sie wissen was ich meine. Man sagte mir dann man sähe da eine Veränderung. Beim 2ten Termin war die Sehfeldeinschränkung dann ok, aber die Veränderung immer noch da. Da mein Sohn zeitweise immer noch Kopfweh hatte, hin und wieder über Schwindel klagte und immer noch viel schlafen konnte ( 3 Mon nach dem Unfall) , wurde das MRT angeordnet um die Veränderung abzuklären die der Augenarzt gesehen hat. Das erste MRT wurde mit Kontrastmittel gemacht. Man sagte uns, nicht weiter schlimm, nur ne Zyste 6mm groß, man könne nicht sagen woher sie stammt. Es gäbe die Optionen, sie wächst, sie verschwindet, sie bleibt gleich oder.wird bösartig. Wir sollen uns keine Sorgen machen und in 6 Monaten ein 2tes MRT machen.

So und das war eben jetzt, in der Klinik war aber nach dem MRT angeblich kein Arzt mehr anwesend der uns hätte dazu was sagen können, wir sollen auf den Bericht warten, sie schicken uns einen. Dieser kam aber nicht zu uns wie versprochen, sondern zur Kinderärztin, die aber in Urlaub ist und nur ihre Sprechstd.hilfe war vor Ort, sie hat mir den Bericht kopiert.

Seit ca. einem Monat, ist ihm jetzt öfter immer wieder mal schwindelig.

Es ist etwas länger geworden, aber ich hoffe es hilft.

Vielen Dank ***** ***** Grüße

Experte:  Neuro0902 hat geantwortet vor 1 Jahr.

Vielen Dank für die zusätzlichen Informationen.

Das große Schlafbedürfnis in der Zeit nach dem Unfall kann in der Tat von der klinisch festgestellten Gehirnerschütterung/Commotio cerebri stammen. Oft berichten Patienten in den ersten 3-4 Monaten von solchen Beschwerden, zusammen mit stark "wetterabhängigen" Kopfschmerzen. Mit der Zeit sollten diese Beschwerden abklingen.

Einen Zusammenhang mit den Sehstörungen/Gesichtsfeldeinschränkung sehe ich nicht, weder im Zusammenhang mit der Gehirnerschütterung noch mit dem MRT-Befund. Hier sollte ggf. beim Augenarzt genauer erfragt werden, was für ein Befund damals erhoben wurde.

Ihr Angaben bezüglich des MRT-Befundes:

" In dem heißt es: 6mm große hyperintense Läsion im Globus pallidus rechts ohne Schrankenstörung."

"Verlaufskonstante Darstellung der runden, 6mm messenden T2 Hyperintensität im Genu der Capsula interna rechts"

>> diese Angaben beschreiben die genannte Zyste im Globus pallidum/Capsula interna. Hyperintens heißst "leuchtend" in bestimmten MRT-Sequenzen, also quasi mit Flüssigkeit gefüllt. Dieses Gebiet ist für den Bewegungsablauf verantwortlich - Steuerung der Extremitätenbewegung der Gegenseite (links). Woher diese Zyste kommt kann nicht beantwortet werden. Möglich ist eine entwicklungsbedingte Zyste oder aber auch ein kleines Defektareal nach dem Unfall / damals kleine Einblutung ?

Wichtig - es besteht keine Schrankenstörung/Kontrastmittelaufnahme, somit ist die Malignität weitestgehend ausgeschlossen.

Als Konsequenz bleibt nur die Beaobachtung, eine spezielle Therapie ist nicht notwendig.

"Basale Zisternen frei abgrenzbar. Regelrechtes Signal der großen Gefäßabschnitte bei anlagebedingtem hypoplastischen V4 Segment der linken Vertebralaterie."

>> Das ist ein Normalbefund. Die basalen Hirnwasserräume um den Hirnstamm sind frei, also keine Druckzeichen vorhanden. Die Gefäße sind normal. Eine hypoplastische, also sehr dünne, Vertebralarterie ist eine Anlagevariante ohne Krankheitswert. Die Durchblutung läuft hier komplett über die Gegenseite. Kein Grund zur Besorgnis.

Ich hoffe ich konnt Ihnen weiterhelfen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

PS: Der zeitweise auftretende Schwindel kann durch die MRT-Befunde nicht erklärt werden.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Also ich brauche mir keine Sorgen zu machen und eine jährliche Kontrolle ist ausreichend?

Kann denn mit dieser Zyste im Laufe der Zeit irgendetwas passieren? Wie würde man ohne MRT Symptome oder ähnliches Wahrnehmen?

Es besteht also die Möglichkeit das es vom Unfall sein könnte? Wenn ja geht die Zyste wieder weg? Wie der Unfallhergang war weiß keiner, denn der Verursacher schweigt dazu. Man weiß nur aus Erzählungen der Klassenkameraden das er mit dem Kopf auf die Motorhaube geknallt ist und wohl ein Stück weit geflogen ist. Auch die Erstversorgung war schon erledigt als wir ankamen, da man uns recht spät informiert hatte, es ging nur noch um die Frage ob er mit ins Krankenhaus sollte.

Experte:  Neuro0902 hat geantwortet vor 1 Jahr.
Ja natürlich. Ein Grund zur Sorge besteht nach o.g. Befund nicht.
Im Allgemeinen sind solche Zysten Zufallsbefund und werden nie auffällig. Wenn sich irgendetwas ändern sollte (Größe etc.) würde sich das in der Bewegungsfähigkeit der linken Extremitäten bemerkbar machen.
Dies hätte jedoch auch schon passieren sollten, als die Zyste entstanden ist (z.B. bei dem Unfall). Da dies nicht der Fall war, ist die Wahrscheinlichkeit einer angeborenen Zyste sehr wahrscheinlich.
Ob aus dem einen oder anderen Grund entstanden, ein komplettes Verschwinden der Zyste ist eher nicht zu erwarten.
Mit freundlichen Grüßen ***** ***** Gute
Experte:  Neuro0902 hat geantwortet vor 1 Jahr.
Sie haben meine Antworten gelesen, aber noch nicht mit einer freundlichen Bewertung honoriert.
Haben Sie Nachfragen, die ich Ihnen beantworten kann ?
Ist dies nicht der Fall, bitte ich um eine Bewertung Ihrerseits. Vielen Dank
Experte:  Neuro0902 hat geantwortet vor 1 Jahr.
Guten Tag,
ich wäre Ihnen doch sehr verbunden, wenn Sie (wie es hier üblich ist) eine Bewertung abgeben würden.
Vielen Dank

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