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Neuro0902
Neuro0902, Arzt
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 545
Erfahrung:  Facharzt f. Neurochirurgie, Neuroonkologie
78081595
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Man rät mir die Hirnstimmulations-OP durchzuführen.

Kundenfrage

Man rät mir die Hirnstimmulations-OP durchzuführen. Selbst bin ich sehr im Zweifel. Was raten Sie mir?

Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Dr. Gehring hat geantwortet vor 3 Jahren.
Dr. Höllering :

Das ist eine schwere Entscheidung, die man nicht aus der Ferne treffen kann. Ich habe einen Kollegen, der sich besser damit auskennt und gebe die Frage eben an ihn weiter; hoffend, dass Sie einverstanden sind!

Experte:  Neuro0902 hat geantwortet vor 3 Jahren.
Guten Abend,
ich bin Neurochirurg und versuche Ihnen bei Ihrer Entscheidungsfindung zu helfen.
Als Erstes sei gesagt, dass die Therapie des M. Parkinson heute immer noch in erster Linie die medikamentöse Therapie ist. Die Einstellung auf die verschiedenen und in einer Vielzahl vorhandenen Antiparkinson-Medikamente ist häufig sehr schwierig und langwierig. In der Regel bedarf es hierzu und auch im Intervall später längerer Krankenhausaufenthalte um das Ansprechen auf die Medikamente zu überprüfen. Für eine stationäre Parkinson-Komplexbehandlung können schon einmal 3-4 Wochen Zeit benötigt werden. Erst wenn die medikamentöse Therapie ausgereizt ist (und dies sollte in einem spezialisiertem neurologischen Zentrum erfolgen) und keine Verbesserung zu erreichen ist bzw. eine Verschlimmerung der Symptome eintritt, erwägt man die Therapie mittels tiefer Hirnstimulation.
Bei diesem Verfahren werden 1-2 dünne Elektroden in das Zentrum des Gehirn, in ein Areal das man Stammganglien/Thalamus nennt, vorgeschoben. Hier kann durch die Stimulation insbesondere eine Verbesserung des Tremors, der Muskelsteifigkeit und Bewegungsarmut erreicht werden. Oft hat man Patienten, die aufgrund dieser Bewegungsstörung kein normales Leben mehr führen konnten, die nach der Operation sehr zufrieden sind und von einem Rückgang ihrer Symptome berichten.
Die Operation wird in lokaler Betäubung durchgeführt. In einem hochpräzisen Verfahren (Stereotaxie) wird durch ein kleines Bohrloch im Schädelknochen (Hautschnitt 1,5 cm) die Elektrode bis zum Zielpunkt eingeführt. Das Elektrodenkabel wird danach unter Haut bis auf den Brustkorb verlegt, wo ein kleiner Generator/Batterie die Elektrode steuert. Diese Methode ist in bestimmten Fällen auch beidseitig notwendig. Der Generator ist in allen Eigenschaften von außen programmierbar, so dass Feineinstellungen der Stimulation jederzeit präzisiert werden können. Heutzutage existieren Generatoren, die auch durch die Haut wiederaufgeladen werden können, so dass ein Generatorwechsel bei Batterieerschöpfung nicht mehr notwendig ist.
In der Regel schließt sich nach der Platzierung der Elektrode eine Testphase an, in der der Therapieerfolg untersucht wird. Wenn das Ergebnis nicht den Erwartungen entspricht, kann die Elektrode wieder entfernt werden.
Risiko dieser Operation ist natürlich das Infektionsrisiko d. Elektrode und das Blutungsrisiko (2%) im Gehirn, was insgesamt als sehr niedrig eingestuft werden kann.
Zusammenfassend kann man Ihnen keinen konkreten Rat geben. Wenn die medikamentöse Therapie ausgereizt ist und Ihre Beschwerden so stark sind, dass Ihre Lebensqualität massiv leidet, wäre die tiefe Hirnstimulation eine Behandlungsalternative.
Ich hoffe ich konnte Ihnen helfen und verbleibe mit freundlichen Grüßen
Christian Theiß
Experte:  Neuro0902 hat geantwortet vor 3 Jahren.
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