So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Dr. Gehring.
Dr. Gehring
Dr. Gehring, Fachärztin
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 24405
Erfahrung:  Notfallmedizin,Psychosomatik,Innere- und Allgemeinmedizin
61885400
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Medizin hier ein
Dr. Gehring ist jetzt online.

Ich bin 67 Jahre alt und weiblich. Vor einem Jahr hatte ich

Kundenfrage

Ich bin 67 Jahre alt und weiblich. Vor einem Jahr hatte ich einen Schlaganfall. Dabei wurde Vorhofflimmern festgestellt.
Jetzt wurde mir eine kathetergeführte Ablation dringend empfohlen.
Nun meine Frage: ist dieser Eingriff normalerweise erfolgreich und wenn ja: wie lange hält die Besserung an? Welche Risiken gibt es? Ich nehme seit einem Jahr Xarelto 20mg tgl.
Meine Emailadresse:
XXX@XXXXXX.XXX

Vielen Dank XXXXX XXXXX!
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Dr. Gehring hat geantwortet vor 3 Jahren.
Guten Abend,

Die Erfolgsquote liegt zwischen 60 und 80 %. Das bedeutet, dass bei diesen Patienten das VHF endgültig beendet wird. Bei erneutem Auftreten kann man die Ablation ein bis zweimal wiederholen.

Hier die möglichen Risiken nach einem Aufklärungsbogen des Rhoen- Klinikums:


"Der Eingriff

Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung, zumeist werden zusätzlich Medikamente verabreicht, die zum Schlaf führen (Analgosedierung). Von der rechten und der linken Leiste, er werden Katheter in das Herz vorgeschoben, über die EKG-Signale von der Innenseite des Herzens dargestellt werden können. Danach wird mit einer Nadel von der rechten Leiste ausgehend die Scheidewand zwischen linkem und rechtem Vorhof punktiert (transseptale Punktion), um den Katheter in die linke Herzvorkammer vorbringen zu können. Die Punktion ist schmerzlos, das entstehende Loch unproblematisch und schließt sich von selbst. Mit Kontrastmittel werden der linke Vorhof und die Lungenvenen dargestellt. Danach wird mit einem speziellen computergestützten System eine dreidimensionale elektrische Landkarte der linken Herzvorkammer erstellt, anhand derer sich die weitere Behandlung orientiert.

Die Verödung des für die Herzrhythmusstörung verantwortlichen Herzmuskelgewebes erfolgt durch Verwendung eines Katheters mit Hochfrequenzstrom, hierdurch wird das Herzgewebe am Katheterort auf 60°C erhitzt. Dieses kann unter Umständen unangenehm wahrgenommen werden, was jedoch durch Schmerzmedikamente gut beeinflusst werden kann. Zur elektrischen Isolation der Lungenvenen sind zahlreiche Verödungspunkte notwendig. Sofern Vorhofflimmern während der Untersuchung auftritt muss dieses in Kurznarkose durch einen Stromstoß (Elektrokardioversion) unterbrochen werden.

Die Prozedur dauert im Regelfall 2-4 Stunden. Nach Abschluss der Untersuchung werden die Katheter aus dem Herz entfernt, ein Verband in der rechten und linken Leiste angelegt. Der Verband bleibt für 6 bis 8 Stunden. Für ca. 12 bis 24 Stunden besteht Bettruhe. Eine Monitorüberwachung für 24 Stunden schließt sich an.



Chancen und Risiken

Erfolgsquote

Die Erfolgsquote liegt z.Zt. bei ca. 60 bis 80%; hierbei muss allerdings darauf verwiesen werden, dass der Erfolg nicht zuverlässig im Vorfeld eingeschätzt werden kann, und bei ca. 40% der Patienten mindestens eine zweite Untersuchung gleicher Art erforderlich ist. Die Erfolgsaussichten sind bei langjährigem Vorhofflimmern, sowie bei begleitenden Erkankungen des Herzens und der Lungen deutlich eingeschränkt.

Risiken

Die Katheterablation des Vorhofflimmerns ist risikobehafteter als andere Maßnahmen der Herzrhythmustherapie. Das Gesamtrisiko liegt bei ca. 6 bis 8%, hiervon sind ca. 2 bis 4% ernstzunehmende Komplikationen. Daher sollte diese Behandlungsform nur nach Ausschöpfung medikamentöser Behandlungsmöglichkeiten und bei erheblichen Vorhofflimmern-bedingten Beschwerden gewählt werden. Relevante Risiken sind:

• Probleme des Gefäßzuganges: großes Hämatom, Infektion, Gefäßverletzung, Nervenverletzung mit
Sensibilitätsstörungen ca. 5%
• Probleme der transseptalen Punktion: Herzbeutelerguss, Herzbeuteltamponade, Herzoperation;
Verschleppung von Luft oder Gerinnseln mit Verschluss von Gefäßen, im Extremfall Schlaganfall;
Verletzung der Hauptschlagader (Aorta) selten, ca. 1%
• Kreislaufprobleme: medikamentös meist gut zu beherrschen.
• Beschädigung der Lungenvenen mit Einengung, im Extremfall Behinderung des Blutrückflusses
aus der Lunge in das Herz; ggfs. sind später Eingriffe und Aufdehnungen der Lungenvenen
erforderlich. selten, ca. 2%
• Auflagerung von Blutgerinnseln auf die Verödungslinien, neurologische Komplikationen bis zum
Schlaganfall sehr selten, ca. 0,5-1%
• Beschädigungen der Speiseröhre mit Infektion, u.U. lebensbedrohlich
extrem selten, weltweit Einzelfälle
• Beschädigung des Zwerchfellnerven (N. phrenicus) mit Beeinträchtigung der sog. Bauchatmung
selten
• Kontrastmittelallergie; Medikamentenunverträglichkeit (z.B. Narkosemedikamente, Lokalanästhetikum)
• Todesfälle sind extrem selten (ca. 0,05 – 0,1%); diese Fälle sind bei nicht-beherrschbaren Blutungen,
Herzmuskelverletzungen, oder nach Verletzung der Speiseröhre beschrieben."


Wegen des doch nicht unerheblichen Risikoprofiles entscheidet man sich meist nur dann für so eine Ablation, wenn die Rhythmusstörungen mit Medikamenten nicht so beherrschbar sind, dass man damit gut leben kann. Darum lassen Sie sich bitte genau erklären, warum man den Eingriff "dringend" empfiehlt! Der Schlaganfall alleine ist kein Grund dafür.

Alles Gute!

Experte:  Dr. Gehring hat geantwortet vor 3 Jahren.
Guten Tag,

Gern habe ich mich Ihres Problems angenommen und Ihre Fragen fachgerecht beantwortet. Sie haben meine Antwort gelesen. Haben Sie noch eine Frage dazu? Dann stellen Sie sie mir gern. Falls nicht, wäre es nett, wenn Sie meinen Rat nun mit einer freundlichen Bewertung danken würden. So sehen es die Geschäftsbedingungen von Justanswer vor, nur so erhalte ich ein Honorar für meine Hilfe, und das ist eine Grundlage dafür, dass wir diese Beratungsseite aufrecht erhalten können. Herzlichen Dank und alles Gute!

Ähnliche Fragen in der Kategorie Medizin