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Dr. Gehring
Dr. Gehring, Fachärztin
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 24633
Erfahrung:  Notfallmedizin,Psychosomatik,Innere- und Allgemeinmedizin
61885400
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Dr. Gehring ist jetzt online.

Hallo,und guten Tag, ich habe Ärger mit meiner Beihilfestelle.

Beantwortete Frage:

Hallo,und guten Tag,
ich habe Ärger mit meiner Beihilfestelle. Seit 9/2007 lebe ich mit der seltenen Krebsdiagnose
GIST. Außerdem wurde mir ein hoher Risikofaktor diagnostiziert ( hohe Rezidiv Wahrschein-
lichkeit und eine begrenzte Überlebenszeit von ca. 5 Jahren statistisch gesehen ).
Meine Frage:
Über mehrere Jahre wurden mir sämtliche Ergänzungsmittel anerkannt. Eine der Neben-
wirkungen von dem Medikament Glivec, das die einzige Therapieform bei GIST darstellt,
sind Mangelkrankheiten ( Mineralstoffe K,Mg,Fe,Zn u.a. fehlen, Spurenelemente fehlen,
Vitamine vor allen B12 fehlen ). Widersprüche blieben wirkungslos.
Jetzt möchte ich noch einen Anlauf starten, in dem ich behauten werde, dass bei Ablehnug
der Ergänzungsmittel bei angeschlagenem Immunsystem und bei dem diagnostizierten hohen
Risikofaktor auf Dauer eine Lebensgefahr nicht ausgeschossen werden kann.
Es werden auch noch weitere Präparate verordnet, die ebenfalls über Jahre anerkannt
wurden und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen sollen.
Mit freundlichen Grüßen
Gerd Peiler
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Dr. Gehring hat geantwortet vor 3 Jahren.

Dr. Höllering :

Guten Tag,

Dr. Höllering :

Die Sache ist schwierig. Es ist selbstverständlich,dass die Kasse Ihnen Glivec bezahlen muss. Alle nicht verschreibungspflichtigen Substanzen, also Spurenelemente, muss sie nicht ersetzen, es sei denn, es sei ein Mangel daran festgestellt worden.

Dr. Höllering :

Insofern müssten Sie Ihren Widerspruch mit einem nachgewiesenen Mangel begründen, was dahingehend kein Problem ist, dass man zumindest die Serumspiegel von K, Mg, Fe (hier eher Ferritin, Eisen im Serum schwankt zu sehr), Zn und vor allem Vitamin B12 bestimmen sollte.

Dr. Höllering :

Wird hier ein Mangel nachgewiesen, dürfen die entsprechenden Präparate verordnet werden.

Dr. Höllering :

Anders ist es mit Vitamin- und Spurenelementen. Es ist nicht so, dass die Glivec- Behandlung zu einem diesbezgl. Mangel führt; sie behindert nur, wenn man Pech hat, die Blutbildung.

Dr. Höllering :

Auch ist bei andern Krebsleiden, die zu einer Minderversorgung mit Nährstoffen führen, eine Verordnung der Ergänzungsmittel auf Kassenkosten ausgeschlossen, weil der Gesetzgeber davon ausgeht, dass eine Versorgung druch gesunde Mischkost ausreicht. Viele Betroffene nehmen dann auf eigene Kosten z. B. Orthomol immun.

Dr. Höllering :

Ich schätze, dass die Beihilfe Ihnen aus Kulanz entgegen gekommen ist. Aber verpflichtet ist sie dazu nicht.

Dr. Höllering :

Da Sie aber zum Glück bis jetzt rezidivfrei geblieben sind, bleibt doch zu hoffen,dass Ihr Lebenserwartung noch weit höher ist! Das wünsche ich Ihnen.

Dr. Höllering :

Zusammenfassend würde ich die o.a. Elemente testen lassen und hier gezielt Erstattung fordern (insbesondere bei Vitamin 12, das auch bei Mangel durch chronische Gastritis erstattet wird und ja auch gespritzt werden muss), und bei Bedarf hin und wieder eine "Kur" mit Orthomol auf eigene Kosten machen.Bei gesunder Ernährung sollte ein Btl. alle 3 Tage reichen.

Dr. Höllering :

Diese Seite kennen Sie vielleicht schon: https://www.leben-mit-gist.de/medizinisches-wissen/, sie ist sehr hilfreich.

Customer:

Sehr geehrte Frau Dr.Höllerring,

Customer:

vielen Dank für Ihre Antwort.Die eigentliche Frage ist aber noch offen:" Kann bei sehr ungünstigen Bedingungen Lebensgefahr eintreten, wenn über längere Zeit ein Mangel an Mineralien,Vitaminen und Spurenelementen nicht substituiert wird? ( fortgeschrittenes Alter, stark beeinträchtigtes Immunsystem durch Krebs, schlechter Allgemeinzustand bei starker Depression ). Ich möchte nur wissen, ob ein solcher Zustand mit Sicherheit völlig ausgeschlossen werden kann .Mangelzustande im Bereich der Mineralien sind bei Glivec als Nebenwirkung ausgewiesen. Ich habe auch noch unter anderen Nebenwirkungen zu leiden. Z.Zt. sind es teills heftige Nerven-und Muskelschmerzen,die von einem Neurologen behandelt werden. Dieser Facharzt ist auch ein spezieller Schmerztherapeut ( z.Zt. aber nicht erreichbar ).

Customer:

Nicht dass ich Angst davor habe, dass dieser Zustand umgehend eintreten könnte. Ich möchte der Beihilfestelle damit eigentlich nur einen Denkhinweis geben.

Dr. Höllering :

Ganz sicher kann ich Ihnen sagen, dass man nicht konstatieren kann, dass ohne Substitution Lebensgefahr bei Mangel an anderen Substanzen als an denen , deren Kontrolle ich empfohlen habe, droht.

Dr. Höllering :

Die von mir genannten Substanzen aber sollten Sie messen und substituieren lassen. Sie fragen ja nicht, um ein allgemeines Risiko einzuschätzen (das wir alle, besondere Fast- Food- Esser und chronisch Kranke) haben, sondern um Argumentationshilfe bei Ihrer Beihilfe. Lebensgefahr kann man bei Ihnen genauso wenig avisieren wie bei anderen chronisch Kranken, ein zu erwartender Verlauf ist nicht abschätzbar, und eine ausgewogene Ernährung kann evtl. Mängel an Mineralstoffen und Vitaminen durchaus ausgleichen.

Dr. Höllering :

Die Beihilfestelle bezieht sich in ihrer Argumentation wahrscheinlich auf andre Krebspatienten; ich kenne es nicht anders, als dass denen mit ähnlicher Argumentation Ergänzungsmittel nicht erstattet werden.

Dr. Höllering :

Auf keinen Fall würde ich es auf eine Klage ankommen lassen, denn diese verlieren Sie garantiert.

Dr. Höllering :

Eine "Verbesserung der Lebensqualität" bringt ja nachweislich z. B Sägepalme bei Prostataleiden oder Nasenspray bei Schnupfen. Dennoch müssen alle nicht verschreibungspflichtigen Medikamente bei den gesetzlichen Kassen selber getragen werden. Was die Beihilfe erstattet, obliegt ihrer eigenen Entscheidung.

Dr. Höllering :

Sehr geehrter Herr P., habe ich Ihre Frage nun beantwortet? Dann danke XXXXX XXXXXür eine freundliche Bewertung meiner Beratung, auch, wenn sie nicht das war, was Sie sich erhofft haben. Aber ich bin ja verpflichtet, unabhängig Auskunft zu geben und hoffe, dass Sie bald eine erhellende Blutuntersuchung auf die genannten Spurenelemente und bei Mangel auch eine Erstattung bekommen.

Dr. Höllering :

Falls noch eine Frage dazu offen ist, stellen Sie sie gern.

Dr. Gehring und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Hallo,noch eine Zusatzfrage:Die Beihilfestelle behauptet,nur Mittel,die in den Fachinformation ausdücklich als Begleittherapie ausgewiesen sind ,auch als solche anzuerkennen.Gibt es Präparate,die zwingend vorgeschriebene Begleittherapien haben wollen?Ich habe bei meiner Ärztin nachgefragt. Sie konnte auf Anhieb nur ein Medikament nennen, dass mit Folsäure kombiniert werden muss.Ob dies aber in der Fainfo als Begleittherapie zwingend vorgeschrieben ist, konnte sie nicht sagen.Sie sagte, man handelt aus Erfahrung.Greift ein Präparat etwa den Magen an, wird eine Zusatzmedikation verordnet, ohne die Fachinfo zu befagen.
Mit freundlichem Gruß Gerd Peiler

Experte:  Dr. Gehring hat geantwortet vor 3 Jahren.
Guten Tag noch einmal,

nein, solche Mittel gibt es nicht, nichts ist zwingend als Begleittherapie nötig.

Dennoch sind Mangelzustände auszugleichen, das sollte die Beihilfe anerkennen.

Übrigens verordnen viel Ärzte (auch ich) Mittel wie ASS und Ibu, die den Magen reizen, ganz ohne PPI (z. B. Patoprazol) als Zusatzmedikation, weil diese wahrhaftig nicht bei jedem Menschen nötig ist! Es kommt hier sehr auf den Einzelnen an, und ich finde es unverantwortlich, Menschen flächendeckend und unkritisch damit zu "versorgen", als ob diese Mittel keine Nebenwirkungen hätten.

Insofern sollte man durchaus die Fachinfo befragen, bevor man solche Mittel ansetzt.

Freundliche Grüße zurück!