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Dr. Gehring
Dr. Gehring, Fachärztin
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 25101
Erfahrung:  Notfallmedizin,Psychosomatik,Innere- und Allgemeinmedizin
61885400
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Dr. Gehring ist jetzt online.

Neurologe und Rheumatologe diagnostizieren bei mir übereinstimmend

Beantwortete Frage:

Neurologe und Rheumatologe diagnostizieren bei mir übereinstimmend Polymyalgia Rheumatica und empfehlen eine Langzeitsteroidtherapie mit Prednisolon ("ausschleichend"). Soll ca. 12 Monate dauern. Die Muskel- und Gelenkschmerzen, die ich habe, kann ich sehr gut mit einer niedrigen Dosis Voltaren unterdrücken (aber natürlich nicht heilen). Wg. Herzrhytmusstörungen (durch Ablation allerdings bis dato erfolgreich behandelt. ) nehme ich regelmäßig Xarelto 20mg 0--0-1, Sotalol 40mg 1-0-1 und Kalinor 2-0-2. Darüber hinaus gegenwärtig wg. Schilddrüsenüberfunktion (vermutlich Folge der Kontrastmittelgabe bei der Ablation in 01/13) Carbimazol 10mg 1-0-1. Mein Alter: 66;Gewicht: 87 kg. Die möglichen Nebenwirkungen der Langzeitsteroidtherapie, über die im übrigen niemand bisher vernünftig aufgeklärt hat, schrecken mich. Ihre Meinung?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Dr. Gehring hat geantwortet vor 4 Jahren.

Dr. Höllering :

Guten Tag,

Dr. Höllering :

Das Problem mit Ihrer Voltarentherapie ist: Wer Xarelto als Blutgerinnungshemmer nimmt (genau wie Marcumar o.Ä.), sollte nicht auch noch Voltaren nehmen,weil dieses die Blutgerinnung zusätzlich hemmt und zu Blutungen z. B. auch im Gehirn führen könnte. Außerdem ist die Langzeitgabe mit einem signifikant erhöhten Auftreten von Herzinfarkten und Schlaganfällen gekoppelt; vom Risiko für Entzündungen im Magen- Darm- Trakt ganz abgesehen. Darum ist eine Langzeiteinnahme von Voltaren auch in niedriger Dosis kein empfehlenswerter Weg.

Dr. Höllering :

Die Frage der Prednisontherapie ist schlicht die: Wie viel mg plant man? Eine kurzzeitig hohe Dosierung schadet ebenso wenig wie eine Langzeitdosierung von 7,5 mg Prednisolon oder weniger. Eine höhere Dosierung fördert Osteoporose, Stammfettsucht und Diabetes.

Customer:

Verstanden. Aber: Voltaren ist momentan der einzige Weg, um die Symptome zu unterdrücken. Und die sind verflixt unangenehm. Ich würde auch sehr gern auf Voltaren verzichten. Was die Prednisontherapie angeht: ist sie angesichts der gestellten Diagnose "alternativlos"? Neurologe möchte mit 40mg für eine Woche beginnen und dann in regelmäßigen Schritten um jeweils 10mg wöchentlich reduzieren bis auf "etwa" 5mg "Langzeit". Rheumatologe hält als Einstieg 20mg für ausreichend. Kann die Schilddrüsenüberfunktion ursächlich sein? Wenn ja: ist es denkbar, daß die Symptome verschwinden, sobald diese Funktion wieder "eingepegelt" ist?

Dr. Höllering :

Das geplante Vorgehen ist gut, weil es mit 5 mg auf Dauer eine sehr niedrige, nebenwirkungsarme bis -freie Dosierung ist. 20 mg kann man ja versuchen. es könnte wirklich reichen, und dann wird auch Voltaren nich tmehr nötig sein.

Dr. Höllering :

Die Schilddrüsenüberfunktion kann hier nicht ursächlich sein, das ist ein ganz anderer Regelkreis.

Customer:

Ich bitte hfl. nochmals um Beantwortung meiner Frage, ob das geplante Vorgehen =Prednisontherapie- "alternativlos ist? Falls nicht, welche Alternativen gibt es?

Dr. Höllering :

Pardon. Ja, ich sehe die Kortisontherapie als einzig sinnvolle Maßnahme an, weil eine Entzündungshemmung mit Voltaren aus genannten Gründen nicht geraten ist und die geplante Kortisondosis nicht besonders hoch ist. Eine sinnvolle andere Therapieoption sehe ich nicht.

Customer:

gut, ich habe jetzt drei übereinstimmende Meinungen. Will aber nicht verschweigen, daß mir mein Internist angesichts des ersten dahingehenden (neurologischen) Therapievorschlages etwas erbost sagte:"das macht jeder Student". Kommentar dazu? Ansonsten letzte Frage(n): vertragen sich alle von mir derzeit genommenen Medikamente mit Prednison? Was kann die Ursache dieser Gelenk- und Muskelschmerzen, die mich buchstäblich aus heiterem Himmel überfallen haben, sein? "Autoimmun" ist entsetzlich nichtssagend. Kann ich präventiv irgendetwas tun? Gibt es eine haltbare Erklärung dafür, daß die Schmerzen sich nachts "aufbauen", dann den Morgen beeinträchtigen, um schließlich nachmittags bzw. gegen Abend "abzubauen"? Und dann alles wieder von vorn?

Customer:

Ich hätte schon gern noch eine Antwort auf meine letzten Fragen!

Dr. Höllering :

Das sind lauter neue Fragen, die "Detailitiefe mittel" weit übersteigen!

Dr. Höllering :

1. Stimmt. 2. Die Polymyalgie kommt immer aus heiterem Himmel. Autoimmun ist nicht nichtssagend, sondern bedeutet, dass das Immunsystem eigenes Gewebe angreift, Warum, weiß man nicht. 3. Prävention gibt es hier nicht. 4. Ihre Medikamente vertragen sich mit Prednison. 5. Alle Entzündungsschmerzen sind nachts stärker, weil hier mehr Entzündungsmediatioren hegestellt werden.

Dr. Höllering :

Ich hoffe, nun alle offenen Fragen beantwortet zu haben, und wünsche Ihnen eine schnelle Besserung.

Dr. Gehring und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.