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Dr. Hamann
Dr. Hamann, Dr. med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 6667
Erfahrung:  Fachärztin Allgemein und Innere Medizin
60343779
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Dr. Hamann ist jetzt online.

Guten Abend! Ich mache mir große Sorgen wegen eines Problems,

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Abend!

Ich mache mir große Sorgen wegen eines Problems, mit dem ich mich einfach nicht traue, einen Arzt aufzusuchen. Es geht um Folgendes: Etwa während der Pubertät (höchstens im Alter von 14 oder 15 Jahren) bemerkte ich eigenartige Veränderungen auf dem Preputium, Zustand nach Zirkumzision im Kleinkindalter. Auf dem Preputium bildeten sich rillenartige Veränderungen. Ich hatte damals schon so große Sorgen, mich damit einem Arzt vorzustellen, dass ich im Internet einen Urologen kontaktierte, der mir anbot, mir zu helfen. Ich sollte ihm von den Veränderungen besonders scharfe Fotoaufnahmen zusenden. Daraufhin teilte er mir mit, dass er solche Veränderungen selber noch nie gesehen habe, die Bilder aber einem befreundeten Hautarzt zusenden würde. Ich bekam dann einige Tage später folgende Antwort, für die ich äußerst dankbar war: Es handele sich um eine papillomatosis cutis carcinoides gottron an "ungewöhnlicher Lokalisation", vermutlich begünstigt durch starkes Übergewicht in der Kindheit (BMI teilweise > 40). Der Arzt teilte mir mit, dass es die Möglichkeit gäbe, das Ganze mittels Laser abtragen zu lassen. Das sei jedoch gefährlich und gehöre auch ausschließlich in die Hand eines erfahrenen Spezialisten. Da es sich allenfalls um ein kosmetisches Problem handele, könne man - so der Hautarzt - sagen, dass die Veränderungen nicht behandlungsbedürftig seien.

Zwischenzeitlich bin ich 25 und damit gute 10 Jahre älter, selbst Medizinstudent am Ende der Vorklinik. Aktuell bereitet mir das Problem von damals wieder sorgen: Vor ca. 3 bis 4 Monaten bildete sich in der Mitte der Hautveränderungen eine Art "Abszess", aus dem zunächst Eiter und Blut abfloss. Seit dem hat sich diese Stelle nicht verändert. Ich würde das äußere Erscheinungsbild als Papel klassifizieren.

Ich habe mal Bilder aufgenommen, einmal mit einem Pfeil, der die Stelle lokalisiert:

http://s1.directupload.net/file/d/3110/78ob3yuf_jpg.htm

http://s1.directupload.net/file/d/3110/6sxtruku_jpg.htm

Bitte die sich öffnende Werbung evtl. per "Close" wegklicken. Es handelt sich um eine Plattform, auf der man anonym Fotos in das Internet hochladen kann!

Ich habe mir nun wieder große Sorgen gemacht und auch schon einige Therapieversuche unternommen, insbesondere mit verschiedenen Zugsalben. Die "Papel" hat sich darunter aber kaum zurückgebildet.

Ich habe schon von Scabies bis zu Anfängen eines Plattenepithelkarzinoms an fast alles gedacht. Ich bin zwar sexuell aktiv, habe aber seit Jahren nur eine Partnerin, so dass ich nicht unbedingt an eine typische Geschlechtskrankheit denken würde. Da ich doch ein sehr "sauberer" Mensch bin, ist ebenfalls Scabies ebenfalls auszuschließen, wobei es darunter ja zur typischen Ausbildung von Papeln kommt.

In den letzten 10 Jahren habe ich auch mein Gewicht stark reduziert, so dass ich nun nur noch Adipositas Grad I im unteren Bereich aufweise.

Der Hautarzt teilte mir damals auch mit, dass die Veränderungen durchaus die Gefahr einer "Superinfektion" bedeuten würden, von einer Entfernung mittels Laser riet er mir dennoch ab.

Am ehesten denke ich nun an eine lokale Infektion (Abszess) unter Papelbildung, so dass ich die Behandlung mittels Zugsalbe (bisher habe ich diese nur sehr regelmäßig aufgetragen) fortsetzen würde. Ich würde insoweit davon ausgehen, dass die tiefen Hautspalten (Stichpunkt Superinfektion) eine Infektion an der Stelle begünstigen. Habe dennoch weiterhin große Angst... können Sie mir helfen?

Zum Foto:

Die schwarzen Stellen auf dem Foto sind Rückstände von der aufgetragenen Zugsalbe (Ichtholan 50%); außerdem habe ich an der Stelle mittlerweile viel "herumgedrückt", da ich noch Eiterrückstände vermutet habe. Das Ganze ist nun mit Blitzlicht fotografiert, ohne helles Licht ist die Stelle eigentlich kaum sichtbar, wirklich nur als leichte erhabene Papel in Mitten der papillomatosis.
Guten Abend,

ich möchte sie beruhigen. Anhand dieser Bilder stimme ich der Vermutung auf einen Abszess zu und würde weiterhin zur Hygiene und Anwendung der Fucidine Salbe raten, die antibakteriell wirkt und so eine Ausbreitung des Abzesses verhindert.
Zugsalbe würde ich eher nicht anwenden, besser sind tägliche Sitzbäder und auch Betaisodona Salbe, falls sie nicht an Fucidine herankommen, dann dafür benötigt man ein Rezept.

An etwas Bösartiges denke ich nicht und auch einen Zusammenhang mit der vor 10 jahren gestellten Diagnose würde ich nicht sehen.

Haben Sie dazu Fragen? Gern helfe ich Ihnen weiter.
Alles Gute und rasche Besserung!

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. K. Hamann
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Guten Abend Frau Dr. Hamann,


 


herzlichen Dank, dass Sie sich so schnell Zeit genommen habe. Das beruhigt mich tatsächlich ungemein. Gerade als Medizinstudent ist man doch dazu geneigt, sämtliche auch noch so abstrakten Diagnosen in Betracht zu ziehen. Beunruhigt hatte mich insbesondere, dass in einigen Fällen in Zusammenhang mit der papillomatosis cutis carcinoides gottron auch von einem gewissen "Entartungspotenzial" die Rede ist. Natürlich gehöre ich mit 25 Jahren nicht unbedingt zur Hauptrisikogruppe für ein Plattenpithelkarzinom.


 


Ich werde die von Ihnen vorgeschlagene Behandlung mit Fucidine einleiten und hoffen, dass sich die "Papel" darunter zurückbildet. Ich muss allerdings sagen, dass davon auch keine Schmerzen ausgehen. Die Papel ist völlig schmerzfrei, gerade das hatte mich auch beunruhigt. Insbesondere war nun auch schon eine Lange Zeit kein Eiter mehr ausgetreten. Meinen Sie ich sollte der Rückbildung noch ein wenig Zeit schenken? Letztendlich stört mich das Ganze ja auch nicht aus kosmetischen Gesichtspunkten, ich hatte hier vielmehr an etwas Bösartiges gedacht und zuletzt hatte mir diese Gedanken ein wenig die Vorfreude auf das bevorstehende Weihnachtsfest genommen.


 


Ich danke XXXXX XXXXX und wünsche angenehme Weihnachtstage!

Machen sie sich bitte keine Sorgen, regelmäßiges Einweichen und Anwendung der Fucidine Salbe ist hilfreich, erfordert Geduld, bringt sicher bald Besserung (spätestens in 10 Tagen sollte es verschwunden sein).

Es kann sich bei dem eitrigen Sekret um eine Mischung aus Talg und Lymphe handeln.
Die Verhärtung wird sich bald zurück bilden.

Gern helfe ich ihnen weiter.

Und falls dazu in den nächsten Tagen Fragen auftauchen, helfe ich ihnen gern weiter. Nachfragen sind kostenlos. Darum speichern sie bitte diese URL.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihre
Dr. K. Hamann
Dr. Hamann und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.