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Dr. Schaaf
Dr. Schaaf, Privatpraxis, Online-Beratung
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 2012
Erfahrung:  Spezialisiert auf fachübergreifende Zweite Meinung
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Dr. Schaaf ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich wende mich an Sie, weil

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich an Sie, weil die Fürsorglichkeit meines Mannes gegenüber meiner Tochter (4 Jahre) meiner Meinung nach überhand nimmt.

Er möchte nicht, dass

a) sie alleine auf Kindergeburtstage geht (sie fragt bereits danach, ist ja auch normal)
b) sie alleine zu anderen Kindern spielen geht (sie fragt bereits danach, ist ja auch normal)
c) sie von meinen Eltern betreut wird (67 + 69 Jahre alt)
d) sie im Abschlussjahr im Kindergarten schläft

Er macht sich außerdem jetzt schon Gedanken, wenn das Kind dann irgendwann einmal auf Klassenfahrt geht und will nicht, dass sie dort alleine mitfährt.

Ich möchte die Autonomie meines Kindes fördern und nicht, dass sie ängstlich groß wird. Sie ist ein selbstbewusstes, kleines Persönchen, also noch alles in bester Ordnung. Bei der U8 sprach auch der Kinderarzt das Thema an. Mein Mann sagte: "WIR machen das anders". Antwort des Arztes: "Geben Sie Ihrem Kind die Autonomie, die es einfordert. Ich kann Ihnen natürlich nicht sagen, was Sie machen sollen, ich kann nur eine Empfehlung aussprechen." Das hat er natürlich als Bestätigung seines Tuns aufgefasst.

Er meint, was er macht, sei normal und was alle anderen Menschen um ihn herum mit ihren Kindern tun, sei ihm egal. Und ich könne ihm doch keinen Vorwurf machen, dass er ein fürsorglicher Vater ist.

Haben Sie vielleicht eine Idee, an wen ich mich wenden kann bzw. hätten Sie einen Ratschlag für mich? Diese Situation ist auch für unsere Ehe - bzw. für mich - äußerst belastend, denn wir unternehmen nichts mehr gemeinsam als Paar, für ihn steht nur das Kind im Fokus.

Ich glaube, er hat panische Verlustängste. Aber meine Angst ist, dass das Kind irgendwann die Flucht nach vorn antritt, wenn sie so von ihm "fest gehalten" wird.

Ich freue mich auf eine Antwort und bedanke XXXXX XXXXX voraus für Ihre Mühen.

Tina Stern
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Dr. Schaaf hat geantwortet vor 5 Jahren.
Guten Tag,

Sie müssen sicher gegensteuern, denn das was Ihr Mann möchte, ist für niemanden gut, weder für das Kind, noch für Sie, noch für Ihren Mann, selbst wenn er das nicht erkennen kann.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten und am meisten würde ich dafür plädieren, dass Sie mit ihm Klartext reden.
Sie sind in der Position, ihm zu widersprechen und Sie wissen, was gut für Ihr Kind ist. Allerdings kann ich Ihre Position in der Familie nicht einschätzen und somit auch nicht Ihre Chancen, sich durchzusetzen. Es wäre aber gut, sie konnten Ihre Position an dieser Stelle klar machen. Das Leben ist noch lang, Ihre Beziehung auch und die Aufgaben, vor die Sie Ihre Tochter stellen wird, kommen erst noch.
Sollte das nicht der Fall sein, würde ich Ihnen einen Familientherapeuten empfehlen, eher als einen Psychiater.
Beratungen dieser Art gibt es auch bei der Caritas, zum Teil bei den Kirchen oder im Jugendamt. Je nachdem, wohin Sie am ehesten einen Draht aufbauen können.

Hilft Ihnen das oder möchten Sie nachfragen?

Gute Besserung

Dr. Schaaf
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Guten Tag Herr Dr. Schaaf,

vielen Dank für Ihre Einschätzung. Ich habe schon viele Wege ausprobiert, mit ihm zu reden, habe auch schon eine Therapie/Eheberatung vorgeschlagen, dies kommt für ihn aber nicht in Frage. "Wir haben doch keine Probleme, die schicken uns gleich wieder nach Hause. Außerdem geht niemanden unser Privatleben etwas an."

Aber immer wieder boxt er sich durch. Er ist rhetorisch sehr gewandt und schafft es immer wieder, mich kommunikativ vor die Wand laufen zu lassen. "Kannst Du mir garantieren, dass...?", "Du kannst mir doch keinen Vorwurf machen, dass...", "Lass das Kind erst größer werden..." usw.

Heißt für Sie Klartext reden, dass ich ihm die Trennung androhe, wenn sich nichts ändert? Weil ich für meinen Teil schon alles versucht habe....

Danke XXXXX XXXXXür eine kurze Antwort.

Es grüßt Sie Tina Stern
Experte:  Dr. Schaaf hat geantwortet vor 5 Jahren.
Nein, Trennung meinte ich gar nicht.

Es ist oft so, dass die Männer argumentativ überlegen sind, aber davon müssen Sie sich nicht scheu machen lassen.

Bei der nächsten Gelegenheit setzen Sie sich einfach durch. Beispiel: Sie bringen Ihre Tochter nächsten Montag zu ihrer Freundin und lassen sie dort allein 2 Stunden spielen. (Beispiel!!!)
Das kündigen Sie vorher Ihrem Mann an und egal was er dagegen sagt, sagen Sie immer wieder - ACHTUNG!!! - den selben Satz, z.B. "Ich habe das so mit Susanne (Mutter der Freundin) besprochen und ich bleibe am Handy erreichbar, falls was ist, aber ich bringe sie dort hin und sie wird allein bleiben."

EGAL, was dann an Argumenten kommt, Sie wiederholen nur den einen Satz.
Das ist die so genannte Papageientechnik.
Es kann sein, dass Ihr Mann ausrastet, Sie für blöd erklärt oder sonst was. Bleiben Sie ruhig, ANTWORTEN SIE NICHT auf seine Argumente, sondern lassen Sie ihn reden so viel er will und sagen Sie am besten gar nichts oder falls nötig wiederholen Sie dann Ihren Satz.

Wenn erklug ist, wird er einlenken. Wenn nicht, wird er es Ihnen vermutlich verbieten und evtl sogar Strafe androhen.
Auch darauf reagieren Sie nicht, sondern tun das, was Sie angekündigt haben.

Es wird ein kleines Donnerwetter geben, aber Sie müssen auch mal irgendwann klar machen, dass Sie in dieser Beziehung und bei der Erziehung eine Stimmte haben und nicht der Befehlsempfänger Ihres Mannes sind.

Sollte er Ihnen hinterher die Trennung androhen, fragen Sie ihn in aller Ruhe: Warum willst Du Dich trennen? Weil ich nicht gehorcht habe oder weil Du Dich immer durchsetzen musst? Passiert ist nichts, es gibt keinen Grund auszurasten, frag Dich bitte selbst, warum Du das tust und ob Du die Trennung wirklich willst.

Dann lassen Sie ihn wieder reden und sagen nur noch wenige Sätze, in denen Sie klar stellen, was Sie denken:
Ich möchte die Beziehung mit Dir.
Ich möchte, dass Du Dich um unsere Tochter kümmerst.
Ich möchte, dass wir gemeinsam entscheiden und ich möchte nicht, dass Du allein das Recht hast, zu tun und zu lassen, was Du möchtest. Ich möchte als Person respektiert werden.

Dann sollten Sie ihn möglichst stehen lassen oder zumindest aus dem Zimmer gehen.

Wenn Sie sich das nicht zutrauen, suchen Sie sich einen Familientherapeutin, mit der Sie dieses Vorgehen besprechen und ggf in kleinere Schritte zerlegen. Es ist völlig ok und auch durchaus üblich, dass zuerst nur die Frau und später erst beide zum Therapeuten gehen. Sie können zunächst mal gern sich selbet Schützenhilfe holen, damit Sie besser zurecht kommen.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Anhand der Beispiele habe ich eine Strategie deutlich gemacht, die eine, aber natürlich nicht die einzige gangbare Möglichkeit darstellt.


Alles Gute

Dr. Schaaf
Experte:  Dr. Schaaf hat geantwortet vor 5 Jahren.
Guten Tag !

Sie haben meine Antwort angeschaut.
Wie soll es weiter gehen?
Möchten Sie nachfragen oder akzeptieren?

Danke
Dr. Schaaf und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Guten Tag,

 

danke für Ihre Einschätzung.

 

Gerne akzeptiere ich Ihre Antwort.

 

Mit freundlichem Gruß,

 

Tina Stern

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