So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Dr. Hamann.
Dr. Hamann
Dr. Hamann, Dr. med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 6667
Erfahrung:  Fachärztin Allgemein und Innere Medizin
60343779
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Medizin hier ein
Dr. Hamann ist jetzt online.

Ich mache mir große Sorgen um meinen jetzt 86jährigen Onkel.

Kundenfrage

Ich mache mir große Sorgen um meinen jetzt 86jährigen Onkel. Er klagt seit etwa Anfang des Jahres in deutlich zunehmenden Maße über schwere Atemnot. Schon kleine körperliche Anstrengungen, etwa das Steigen einer Treppe bedeuten für ihn große Beschwerden, die er kaum noch leisten kann. Merkwürdigerweise stehen die Ärzte vor einem Rätsel. Ein namhaftes Bremer Krankenhaus, das ihn untersucht hat, diagnostiziert einen Zusammenhang mit einer Folge einer Kriegsgefangenschaft, bei der man jetzt festgestellt hat, daß infolge einer damals nicht ausgeheilten Rippenfellentzündung das Rippenfell mit dem Zwerchfell zusammengewachsen sein soll. Merkwürdig ist für mich daran, daß er zwar nie dauerlaufen o.ä. konnte, aber doch viel und gern Fahrrad gefahren ist und die Beschwerden nicht langsam über die Jahre steigend, sondern erst seit Jahresbeginn aufgetreten sind. Auch die Diagnose einer angina pectoris überzeugt mich als Laie nicht. Er hat eigentlich nicht Anfälle akuter Atemnot, sondern keucht bei kleinen Anstrengungen infolge Atembeschwerden. Ich kann auch nicht erkennen, was das eine mit dem anderen zu tun hat. Fällt Ihnen bei dieser Schilderung etwas ein? Herzlichen Dank vorab.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Dr. Hamann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Guten Tag,

Herz und Lunge sind als funktionelle Einheit zu betrachten. Die Atemnot bei Belastung ist oft ein Zeichen für eine beginnende Herzschwäche, die weiter zunimmt und sich plötzlich in Atemnot oder auch als Asthma cardiale äußern kann. Asthma cardiale ist eine Lungenproblematik, die auf dem Boden einer extremen Herzschwäche besteht. Das kann plötzlich auftreten bei einem Herzinfarkt oder langsam schleichend, um dann plötzlich zu verschlechtern.
Die frühere Rippenfellentzündung, die das Rippenfell mit dem Zwerchfell verklebt hat, ist sehr wahrscheinlich nicht die Ursache, aber es trägt nicht gerade zur Leistungsbesserung der Lunge bei.

Wenn das Herz weniger Blut durch das Gefäßsystem pumpt, fehlt in den entfernten Organen der benötigte Sauerstoff. Dadurch wird die Lunge angeregt mehr Atemarbeit zu leisten. Dies ist dann bei Belastung als Kurzatmigkeit bemerkbar.

Es ist also durchaus erklärbar, dass eine Angina pectoris (Vorstufe eines Herzinfarktes), eine auch altersbedingte Abnahme der Leistungsfähigkeit des Herzens und die ältere Lungenfellgeschichte zu dem schleichend verschlechterten Zustand führten. Wenn der Körper das nicht mehr kompensieren kann, dann macht sich das plötzlich bemerkbar, so wie bei ihrem Onkel.
Bis vor kurzem konnte er noch Radfahren, doch fast von einem Tag auf den anderen ist es nicht mehr möglich, eine Treppe zu besteigen ohne Luftnot.

Außerdem sollten die Nierenwerte überprüft werden, da auch eine zunehmende Nierenschwäche zu Wassereinlagerungen führt, die das Herz-Kreislaufsystem zusätzlich belasten.

Eine Lungenfunktion im Glaskasten wird ihr Onkel wohl nicht schaffen, und wenn es möglich ist, wäre eine Sauerstoffbehandlung sinnvoll. Zusätzlich sollte ihr Onkel durch einen Kardiologen untersucht werden (EKG, Herzultraschall, Ergometrie und ggf. Spiroergometrie, wenn ihr Onkel das schafft).

Eine Kombinationsbehandlung des Herzens, der Niere/Entwässerung und der Lunge (Sauerstoff, Inhalationssprays) ist hier wohl erforderlich.

Alles Gute

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. K. Hamann
Dr. Hamann und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Herzlichen Dank für die Antwort. Ich habe meine Frage nicht mit meinem Onkel vorbesprochen, sondern spontan gestellt. Nach Rücksprache mit ihm werde ich evtl. nochmal auf Sie zusteuern.
Experte:  Dr. Hamann hat geantwortet vor 5 Jahren.
das können sie gern machen. Ich berate sie auch bei den Medikamenten, wenn sie möchten.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. K. Hamann