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Dr. Schaaf
Dr. Schaaf, Privatpraxis, Online-Beratung
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 2012
Erfahrung:  Spezialisiert auf fachübergreifende Zweite Meinung
52810516
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Dr. Schaaf ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, ist die Chemo / Antikörper

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,

ist die Chemo / Antikörper die ideale Therapie des 78jährigen Patienten (Follikuläres Lymphom Grad ½ in einem Lymphknoten der linken Axilla;
(WHO-ERW: 9695/3/9691/3)

Was geht noch; was passiert in diesem STadium mit see and watch?

Es folgt der
Bericht der Klinik für Chirurgie am 28.3.12
Patient / männlich; geb. 1934:
Diagnose
Wundinfektion bei Zustand nach Lymphknoten-PE vom 12.3.12
Follikuläres Lymphom Grad I/II
Thrombose linke Vena subclavia
Arterieller Hyperthonus
Therapie: Inzision, Debridement am 19.3.12

Histologie H 05272-12 / Kritischer Bericht: Vorläufiger Befund:
Hyperplastische Lymphknoten aus der Axilla mit vollständig aufgehobener Grundstruktur und diffuser Infiltration vermutlich neoplastischer lymphoider Zellelemente, Infiltrate eines niedrig-malignen Non-Hodgkin-Lymphoms wahrscheinlich. Zur näheren Klassifikation wuird das Gewebe referenzpathologisch untersucht. Nachbericht folgt.

Histologie H 05272-12 / Zweitmitteilung:
Nach weiterer zusätzlicher immunhistochemischer Aufarbeitung und auch konsiliarischer Begutachtung des Materials (Lymphknoten linke Axilla)in der Referenzpathologie für Lymphom- und Hämatopathologie Berlin, ergibt sich folgende endgültige Diagnose:
Follikuläres Lymphom Grad ½ in einem Lymphknoten der linken Axilla.
(WHO-ERW: 9695/3/9691/3)

Diagnostik:
Farbduplex vom linken Arm vom 26.3.12:
Die Vena jugularis interna zeigt sich noch frei von Thromben, Die Vena subclavia ist vollständig thrombosiert, die Vena axillaris, Vena brachialis und die oberflächlichen Venae stellen sich frei von Thromben dar.
Therapieempfehlung: therapeutische NMH-Gabe für mindestens drei Monate bzw. weiterhin nach Notwendigkeit Chemotherapie???
Eine Kompressionstherapie ist nicht zwingend erforderlich, nur bei ausgeprägter Schwellungsneigung.

Verlauf:
Unter Verdacht auf einen Abszess erfolgte noch am selben Tag die Inzision mit Debridement in Narkose.
Der Eingriff wurde vom Patienten gut toleriert. Im postoperativen Verlauf bestand zunächst noch eine erhebliche Induration und Rötung, die unter regelmäßigen Verbandswechseln jedoch langsam rückläufig war. Im Verlauf trat außerdem eine Schwellung des linken Oberarmes auf. Duplexonographisch wurde eine Thrombose der Vena subclavia diagnostiziert.
Unter regelmäßigen Verbandswechseln konnte im Verlauf schließlich die Wunde beherrscht werden, so dass am 28.3.12 die Entlassung in die Häuslichkeit erfolgen konnte.

Empfehlungen:
Wir bitten um weitere Wund- und Verlaufskontrollen sowie regelmäßige Verbandswechsel bis zur vollständigen Sekundärheilung.
Die therapeutische Gabe eines niedermolekularen Heparins sollte für insgesamt mindestens drei Monate, dann ggf. eine Dopplerkontrolle erfolgen.
Eine Kompressionstherapie sit nur bei ausgeprägter Schwellungsneigung erforderlich. Der Patient erhielt einen Vorstellungstermin für den 30.3.12 um 11.30 Uhr bei Oberärztin / Onkologin zur Einleitung der Chemotherapie.
Anmerkung: Ziel erneute Vorstellung des Patienten am 10.4.12 mit dem Ziel, am Mittwoch, 11.4.12 mit der Chemo zu beginnen ( Rede von R-Chops mit riskanten Nebenwirkungen Fieber, Haarverlust, Nieren …)
Die Wunde / Abszess fließt noch aus und ist offen; Patient steht dem Beginn kritisch gegenüber; Wunde soll vollständig verschlossen sein. (Ist eine Folge der ambulanten Biopsie, nach der 3 Tage später eine Sepsis mit steigendem Fieber ausbrach, was nicht im Bericht erwähnt wurde) Patient nimmt homöophatisches Arsenicum album, macht energetische Arbeit, Ernährungsumstellung (Omega 3 – Öl- Eiweiß-Kost nach Dr. Budwig

Paraklinik in SI-Einheiten vom 19.3.12:
Leukos 9,0, Hb 7,2 Thrombos 280, Gerinnung und Elektrolyte im Normbereich. CrP 39,3.

Laborkontrolle vom 27.3.12 in SIE-Einheiten:
Leukos 5,1, Hb 6,7 Thrombos 275, CrP 14,1.

Entlassungsmedikation:
Rampiril 5 mg 1-0-0
L-Thyrox 100 1-0-0
Mono Embolex 8000 2 x tgl. Für 10 Tage, dann Mono Embolex 8000, 1 x tgl. weiter
(bzw. Präparate anderer Firmen mit gleichem Wirkstoff)
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Dr. Schaaf hat geantwortet vor 4 Jahren.
Guten Tag,

Trotz Ihrer umfangreichen Darstellung bleiben leider Fragen offen
... Ist geklärt, ob neben den LKs in der Achsel weitere LKs betroffen sind?
... Sind sie in einer Tumorkonferenz bzw onkologischen Abteilung beurteilt worden!

Ich frage das vor folgendem Hintergrund:
Nach den Leitlinien müsste Ihnen bei Stadium I bis II eine Bestrahlung empfohlen werden und ich kann nicht erkennen, warum man Ihnen die Chemo empfiehlt.

Ihr Wunsch nach wait and see ist nachvollziehbar, muss aber im Stadium I und II gegen die sehr guten Heilungschancen abgewogen werden. Eine solche Abwägung setzt voraus, dass man das genaue Grading und Staging kennt, um Ihnen Zahlen als Grundlage Ihrer Entscheidung zur Verfügung zu stellen.

Damit Sie wissen, wovon ich spreche, schauen Sie sich bitte folgenden Link an, vor allem den Abschnitt Therapie und fragen Sie bitte nach, wenn Sie etwas nicht verstehen.

MfG

Dr. Schaaf


http://www.dgho-onkopedia.de/onkopedia/leitlinien/follikulaeres-lymphom
Dr. Schaaf, Privatpraxis, Online-Beratung
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 2012
Erfahrung: Spezialisiert auf fachübergreifende Zweite Meinung
Dr. Schaaf und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrter Herr Dr. Schaaf, vielen Dank für die Antwort und den Link. Ich hatte die Seite selbst schon studiert und war deswegen irritiert ((wegen der empfohlenen Bestrahlung). Ich vermtue aber, es resultiertvielleicht die Therapie R-Chops, da sich das Gewebe in folgendem Zustand befindet: Vor zwei Wochen war das das Gewebe der Biopsieregion faustgroß unter "Eiter" mit steigendem Fieber. Nach 5 Stunden Antibiotikagabe wurde oiperiert.´Es blieb eine offene Wunde mit ständig austretendem Sekret (Eiter). Sie schließt sich langsam. Trotzdem will die Onkologin anfangen mit R-Chops. Vielleicht läßt sich ein solches Wundgewebe nicht bestrahlen?

 

Den Bericht, den ich Ihnen sandte, hat der FA für Chirurgie und seine OÄ gezeichnet mit dem Verteiler an die behandelnde Onkologin.

Befallen ist nur ein Knoten der einen Seite (linke Axilla).

 

Die Onkologin warnte schon vor den belastenden Nebenwirkungen (Nieren, Fieber, Organe, Gelenke, Haare ...). Noch immer resultiert der Therapieansatz aus dem Bericht der Chirugie vom 28.3.12:

 

Wir suchen nach einem oder dem begleitenden Weg (biol. Krebstherapie o.ä.)

Ernährungsumstellung tut gut: Dr. Budwiks Öl-Eiweiß-Kost mit Omega 3 ... kein tierisches Eiweiß...

Die Vitalität kommt zurück, Knoten wird kleiner.

Energiearbeit stimmt (Patient ist Künstler; beschäftigt sich mit seiner Krankheit)

 

Unser Ziel ist die bestmögliche Lebensqualität für einen Mitt-Siebziger

 

Freundliche Grüße

 

Katharina

 

Experte:  Dr. Schaaf hat geantwortet vor 4 Jahren.
Hallo nochmal,

ich bin Energiearbeit und Ähnlichem gegenüber sehr aufgeschlossen. In dieser Richtung sollte man immer alles tun, was einem gut tut. Es hilft mehr als man meine sollte. Der Mensch ist ein Wunder, dessen Energiefluss sehr wichtig ist.

Unabhängig davon würde ich Ihnen empfehlen, sich eine zweite Meinung in einer onkologischen Spezialabteilung zu holen. Auch wenn die Wunde noch nicht komplett verheilt ist und auch wenn es sich um einen Mittsiebziger handelt. Wenn er sonst gut drauf ist, hat er mehr als 10 Jahre Lebenserwartung vor sich. Die sollte man nicht leichtfertig auf´s Spiel setzen.

Ich habe auch verstanden, dass bisher nur in einem LK das Lymphom gefunden wurde, aber wieviele LKs wurden denn untersucht? Nach Ihrer Schilderung fehlt bisher auch die Untersuchung der weiteren LK-Regionen (Staging).

Ich bleibe daher bei meiner Empfehlung einer zweiten Meinung in einer spezialisierten Einheit vor Ort, gerade vor dem Hintergrund einer bestmöglichen Lebensqualität für den Betroffenen.

MfG

Dr. Schaaf



Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Guten Abend,

 

vielen Dank für die schnelle Antwort, es ist klar - ich suche die eierlegende Wollmilchsau.

Hilfreich ist die Ermutigung zu einer zweiten Meinung in einer onkologischen Spezialabteilung (weiß nicht wo es die gibt). Es gibt da ein Problem, man bekommt Antworten auf Fragen, von denen man wissen muss, wie man sie stellt.

 

Ich habe verstanden: Frage nach Staging; Frage nach weiteren Lymphomen:

Wenn ich den Befund nun aufmerksam lese, lese ich nun: .... in einem Lymphknoten gefunden... also nicht: nur in einem ....; doch ich weiß, es wurden alle Untersuchungen durchlaufen; Knochenmark frei (nach Beckenkammbiopsie), Organe nicht befallen, diffuse Anzeichen nur kleine Herde im linken Oberarm, die aber wohl schon weniger wurden....

 

Das Riesenproblem: niemand sagt - ob Schulmedizin oder andere Alternativen einen Erfolg garantieren. Das heißt, die Last der Selbstverantwortung ist erdrückend.

Die Rate der nicht Überlebenden liegt ja bei annähernd 50%, die möchte man durch falsche Therapie nicht verspielen.

 

Habe ich richtig verstanden, dass die mögliche Lebenserwartung von 10 Jahren mit Chemo erst möglich ist?

 

Verzeihung, vielleicht hätten Sie, sehr geehrter Herr Dr. Schaaf, für mich noch ein paar Fragemodelle für eine Zweitmeinungssprechstunde? Da hätten Sie mir dann sehr geholfen. Und mein Grundanliegen überhaupt, die Gewissensfrage, was würden Sie persönlich tun, wenn Sie ein Mittsiebziger dieser Diagnose wären? (MIr ist klar, jeder hat seine Krebspersönlichkeit). Mein Mann starb nach Bronchial CA mit 4 Wochen Endzeitprognose nach Gehirn und Organtumoren. Alles therapiert, alles weg, nach Verstrahlung des Rückenmarks saß er im Rollstuhl, gab Unterricht wieder als Privatdozent aber verweigerte Essen und Trinken wegen dem Scheitern in dieser Situation am sozialen Umfeld, was ich akzeptieren sollte und mußte.

 

Deswegen fühle ich mich jetzt hilflos meinem Vater gegenüber.

 

Sorry, vielleicht nur bitte Ihre fiktive Eigen-Lösung und Fragemodelle?

 

Vielen Dank im Voraus,

 

MfG

 

Katharina

 

Experte:  Dr. Schaaf hat geantwortet vor 4 Jahren.
Guten Morgen,

Vorab sollten Sie den jetzt behandelnden Arzt fragen, ob das Staging abgeschlossen ist und mit welchem Ergebnis. Offenbar sind ja die erforderlichen Untersuchungen doch schon durchgeführt, das konnte ich nicht wissen.

Also Frage 1: wie lautet da Staging?

Dann würde ich einen Onkologen fragen, ob eine Bestrahlung sinnvoll und möglich ist. Hintergrund ist folgende Passage aus dem Link

1 Stadium I und II (10-15% aller Patienten)
Eine lokale Bestrahlung (‚extended„ oder „involved field’) mit einer Gesamtdosis von mindestens 30 Gy ist in der Lage, langanhaltende Krankheitsfreiheit und potentielle Heilungen zu erzielen. Nach 10 Jahren sind ca 85% der Patienten in Stadium I (oder LK 3-5 cm) weiterhin krankheitsfrei. Deshalb wird momentan in einer Studie getestet, ob eine zusätzliche Gabe von Rituximab zu einer involved field Bestrahlung die Therapieergebnisse verbessert (MIR Studie der GLSG).

Also Frage 2: ich habe in den Leitlinien gelesen, dass im Falle meines Vaters die Bestrahlung das Vorgehen der Wahl wäre. Warum wird uns die Chemo und nicht die Bestrahlung angeboten?

Frage 3: welche Daten liegen zur Prognose im Stadium I bis II unter Chemotherapie vor?

Einen Onkologen für die Zweitmeinung finden Sie über Ihren Hausarzt, über das Internet oder Se schicken mir Ihre PLZ.

Ich finde übrigens nicht, dass Sie nach der Wollmilchsau suchen, sondern sehr verantwortungsvoll und " normal" mit dem Problem vorgehen, so wie man es sich von aufgeklärten Patienten wünschen würde. Mein Poblem liegt mehr darin, aus dem Wenigen was ich von Ihnen weiß, keine unzulässigen Überinterpretationen zu machen. Darum meine Zurückhaltung und die vielen Fragen.

Alles Gute

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Guten Abend Herr Dr. Schaaf,

 

vielen Dank für Ihre Mühe, mit diesen Fragen gerüstet kann sich mein Vater mit mir am Dienstag zum Gepsrächstermin mit der Onkologin begeben. Zuvor sind wir bei einem Arzt, der eventuell die Chemo begleiten würde, aber immer mit Information für die Onkologin.

 

Nur diese Frage noch:

kann nicht bestrahlt werden, weil die Wunde mit noch ausfließendem Sekret der Infektion nach Biospie noch offen ist?

Sollte sie erst zuheilen, wenn andererseits Chemo beginnt?

 

Ich wünsche Ihnen ein frohes Osterfest! Vielen Dank für alles, ich versuche mit den Sorgen meinen Job gut zu machen, Sie können ja mal schauen:

Wir sind übrigens Seminarhaus von Dr. Maierhöfer / applied kinesiologie ...

: augustusgabe-barby.com. Ich arbeite fast bis Dienstag durch. Aber Sie als Arzt sind ja immer bereit, Lebensqualität zu geben, vielen Dank für den positiven Anteil an der Lebensgeschichte meines Vaters!

 

 

 

Experte:  Dr. Schaaf hat geantwortet vor 4 Jahren.
Guten Abend,

die offene Wunde kann ein Problem darstellen, aber das muss nicht sein. Daher kann ich Ihnen die Frage nicht wirklich beantworten. Sie sollten diese Frage dem Strahlentherapeuten stellen und ggf auch fragen, ob es nicht besser wäre, die Wundheilung abzuwarten und dann zu bestrahlen als jetzt möglichst rasch die Chemo zu machen.

Vielen Dank für den Hinweis mit dem Seminarhaus. Ich schau es mir morgen in Ruhe an.

Noch Fragen?

Ansonsten alles Gute und selbstverständlich können Sie auch später noch nachfragen.

Mfg

Dr. Schaaf

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