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Dr. Hamann
Dr. Hamann, Dr. med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 6667
Erfahrung:  Fachärztin Allgemein und Innere Medizin
60343779
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Dr. Hamann ist jetzt online.

Liebe Ärzte, mein Herzschlag ist unter Belastung zu langsam.

Kundenfrage

Liebe Ärzte,

mein Herzschlag ist unter Belastung zu langsam. Günstigstenfalls steigt die Frequenz körperlicher Aktivität auf 100 bis maximal 105/min. Statt Steigerung der Frequenz bekomme ich Druck und Schmerzen im oberen Brustbereich, bis hin zu einem brennende SChmerz im Hals. Manchmal setzt geschieht dies auch bereits bei 85. Mein Ruhepuls beträgt 60-75/min. Meine körperlichen Leistungsfähigkeit sind damit enge Grenzen gesetzt.

Dies ist so, seit ich am 25.12.2012 beim Joggen nach ca. 3,5km einen starken Schwächeanfall mit Schmerzen im oberen Brustbereich hatte. Ich habe es gerade noch soeben geschafft langsam und mit vielen Pausen nach Hause zu gehen. Wie sonst auch meistens beim Joggen habe ich vorher an einem Gerüst 15 extreme Situps aus der hängenden Position heraus gemacht .Ausserdem ca. 40 schnelle Liegestütze sowie Gymnastik zur Erhaltung meiner Beweglichkeit. Alles Dinge, die ich bis zu diesem Zeitpunkt mühelos machen konnte. Ich bin bis dahin ca. 3X pro Woche ca. 7,5 km gemächlich in ca. 50 Minuten gelaufen. Seltsam war, dass ich an diesem Tag morgens starkes Zahnfleischbluten hatte.

Ich werde im August 61J. und vermute, dass ich einen Herzinfarkt überlebt habe und deshalb künftig mit einer gewissen Leistungsminderung leben muss. Seit diesem Crash tue ich alles(Ernährung,Meditation,QuiGong,gemässigte Bewegung),um meine Gesundheit wieder aufzubauen. Was ich nicht verstehe, ist diese seltsame Rhytmusbremse im Leistungsbereich. Mein Ruhepuls war vor dem Crash ca 50 bis 60/min und hat sich danach nach und nach auf ca. 60 bis 75/min erhöht. Beim Laufen hatte ich vorher einen Puls von knapp über 140, der bei den Situps schon mal deutlich höher werden konnte, was für mich aber keine besondere Anstrengung war. Jetzt fühle ich mich, als hätte man mich in den Körper eines absoluten Weicheis gesteckt.

Diese Geschichte hat dazu geführt, dass ich mittlerweile zum Experten von Herz- Kreislauferkrankungen mutiert bin, aber für diese Sache mit diesem gebremsten Puls, finde ich einfach keine Erklärung. Mittlerweile bringe ich mit einem Puls von 100 erstaunlich viel zustande. Zügig Radfahren oder 3 Stockwerke rauf, überhaupt kein Problem.

Ach ja, lust but not least, ich bin nicht krankenversichert und habe mich aus eben diesem Grund nicht in ärztliche Behandlung begeben. Ich bin zufällig auf diesen Chat gestoßen und würde mich sehr über Ihre Meinung zu diesem Puslphänomen freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus aus Hamburg
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Dr. Hamann hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo Klaus,

 

gern möchte ich ihnen helfen.

 

Die Vermutung, dass sie einen Infarkt überlebt haben, kann durchaus stimmen. Ein 12-Kanal EKG kann dies bestätigen und die Infarktlokalisation näher eingrenzen.

 

Die Verlangsamung des Pulses vor allem bei Belastung deutet auf ein sogenanntes Sick-Sinussyndrom hin = kranker Sinusknoten. Dieser ist der Taktgeber am Herzen mit einer Ruhefrequenz 70-80. Wenn dieser ausfällt kommt als sekundärer Taktgeber der AV-Knoten als Ersatz mit einer Eigenfrequenz von 50-60.

Ihr Problem passt also sehr gut dazu.

 

Zu einem Sick-Sinussyndrom kommt es meist durch eine Blutunterversorgung des rechten Ventrikels. Oft im Rahemn von Infekten oder Arteriosklerose.

 

Die Behandlung besteht in einer Schrittmacherimplantation. Danach können sie ganz normal weiter leben, sogar mit mehr Lebenskraft und Leistungsfähigkeit.

 

Alles Gute

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Frau Dr. Hamann,
vielen Dank für Ihre Antwort, da ich. Mein Ruhepuls war vor dem Crash OK und ist es jetzt ebenfalls. Nur bei Leistungssteigerung, bleibt er bei 100 hängen.
MIt freundlichen Grüßen
Klaus Kozaczenko
Experte:  Dr. Hamann hat geantwortet vor 5 Jahren.

das spricht nicht gegen ein Sick Sinus-Syndrom, hier kann möglicherweise die Steigerung der Impulsfrequenz gestört sein.

 

Das ist sehr belastend und in Kenntnis ihrer Versicherungslage dennoch dringend zu behandeln.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Liebe Frau Dr. Hamann,
herzlichen Dank für Ihre tadellosen Antworten.
Ich habe seit Ihrer Mail mit Belastung experimentiert und es gelingt mir tatsächlich die Pulsfrequenz kontinuierlich auszudehnen, also die Schmerzgrenze nach und nach zu verschieben. Ich konnte so eine Frequenz von 109 erreichen(gestern waren es noch 101 und vorgestern noch weniger. Ich schliesse daraus, das mein Taktgeber noch funktioniert, zumal er tendenziell den Takt stets in die richtige Richtung verändert und keine extremen Temposprünge erfogen. Meine Vermutung geht jetzt wieder dahin, dass ich meinem Herzen eine Verletzung durch Überlastung zugefügt habe. Hinzu kommt, dass ich, als es passierte mit dem Trainig 5 Wochen ausgesetzt hatte. Mir ist jetzt erst so richtig bewußt geworden wie leichtsinnig mein hartes Trainig war. Mein Blutdruck war wahrscheinlich auch viel zu hoch. Ich habe nicht gemessen, weil mein altes Gerät kaputt war und ich es seit geraumer Zeit versäumt hatte mir ein Neues zu kaufen. Im austrainierten Zustand hatte ich auch nie Probleme mit dem BD, ohne sportliche Betätigung lag der sogenannte fundamentale Wert, also morgens kurz nach dem Aufstehen bei knapp ca. 160/100 und stieg im laufe des Tages etwas an. Mit Meditation konnte ich ihn auf ca. 130/80 runterbringen. Allerdings brauchte ich nur einen Kunden anrufen oder auf mein Bankkonto schauen(grins) und schon war er wieder oben. Nach dem Crash habe ich 2 Aspirin und am Folgetag noch einmal 2 Aspirin genommen. Inzwischen habe ich mir auch wieder ein Blutdruckmessgerät zugelegt und da ich ihn nicht mehr mit Sport runterbringen kann und nicht an dieser Scheiss Krankheit sterben möchte vor 3 Tagen begonnen meinen Blutdruck mit einem ACE Hemmer, der aus dem Wirkstoff Ramipril besteht auf ca. 130 zu 85 einzustellen. Ich nehme 2 x täglich (um 9:30 und 22:30 jeweils 5mg von dem Zeug. Das scheint genau die richtige Menge für mich zu sein. Nebenwirkungen sind bisher keine aufgetreten.
Ich habe mich entschlossen, mich auf jeden Fall innerhalb der nächsten Tage in ärztliche Behandlung zu begeben.
Mit Ihren Ausführungen bin ich sehr zufrieden. Allerdings wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir abschliessend noch 2 Fragen beantworten würden.
Welche Möglichkeiten als Ursache für die genannten Symptome kämen noch in Betracht und besteht evtl. auch Hoffnung auf eine sagen wir mal etwas harmloserer Diagnose als Herzinsuffizienz, Rhytmusstörungen, Herzklappenfehler, Herzmuskelentzündung, Herzinfarkt oder ähnlich Schrecklichem?
Eine Vermutung, die sich mir noch aufdrängt ist, dass der schlechte Zustand meiner Zähne ursächlich ist. Ist mir etwas peinlich, ist aber leider so. Das Zahnfleischbluten an dem Morgen(habe ich sonst nicht) wäre evtl ein Hinweis darauf, dass mein Körper eine Entzündung loswerden wollte.
Viele Grüße
Klaus Kozaczenko
Experte:  Dr. Hamann hat geantwortet vor 5 Jahren.

Guten Morgen,

 

der Zustand der schlechten Zähne bzw. das Zahnfleischbluten kann damit zusammenhängen. Insbesondere wenn es sich um eine Infektion (viral oder bakteriell) handelt.

Das könnte dann eine Klappenbesiedlung der Klappen bzw. des Herzbeutels sein. Ein Herzultraschall kann den Verdacht bestätigen.

Andere Ursachen aus dem vegetativen Nervensystem sind theoretisch denkbar, jedoch spricht die Vorgeschichte eher für eine Schädigung am Herz.

Mittels EKG, UKG und Ergometrie, auch Herzkatheter kann man dies sehr gut untersuchen.

 

 

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