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Hautaerztin
Hautaerztin, Ärztin
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 831
Erfahrung:  Ärztin. Abgeschlossene Studium Humanmedizin.
59970358
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Hautaerztin ist jetzt online.

Hallo, ich habe so lange ich auf der Welt bin (44 Jahre)

Kundenfrage

Hallo,

ich habe so lange ich auf der Welt bin (44 Jahre) chronische Verstopfung. Mit 6 Jahren lag ich deswegen bereits 3 Wochen in der Kinderklinik. Vor 12 1/2 Jahren war ich das letzte Mal damit in ärztlicher Behandlung. Man hat mich sofort ins Krankenhaus geschickt. Es wurde nichts organisches gefunden. Seit 5 Wochen habe ich jetzt fast keinen Stuhlgang. Trotz Bewegung (jeden Tag etwas Fahrrad fahren + 3 x pro Woche 1- 1,5 Std. Gymnastik, Training der Bauchmuskulatur und Step Aerobic), frischem und trockenem Obst etc. Bis dahin hatte ich in ca. 4,5 Wochen zusammen weniger Stuhlgang wie ein gesunder Mensch bei einem Toilettengang hat. Ich weiß, dass die chronische Verstopfung bei mir sehr viel mit Streß zu tun hat und davon hatte ich dies Jahr schon genug. Aber auch Entspannungtechniken. Bauchmassagen und ballaststoffreiche Ernährung haben nichts gebracht. Am Mittwoch habe ich dann einmal Dulcolax genommen und es ging mir 3 Tage nicht gut bis schlecht. Abführen konnte ich fast gar nicht, aber der Darm war aktiv. Das hat Bauchschmerzen verursacht, bei denen ich teilweise nicht wußte, wie ich sitzen oder gehen sollte. Ich habe dann gegoogelt und überlegt, was ich noch machen kann. Grundsätzlich trinke ich jeden Tag ausreichend - durchschnittlich 2,5 l pro Tag - überwiegend Mineralwasser medium. Ich bin am Freitag mit Flohsamenschalengranulat angefangen, gestern dann damit weiter gemacht und zusätzlich 2 Eßlöffel Olivenöl auf nüchternen Magen, viel Magnesium und 10 Kapseln á 1000mg Rizinol. Das ergab einen Stuhlgang, den ich zwar auch rauspressen musste, dafür war er dann weich und naja, von der Menge hatte ich mehr erwartet, max. eine normale Stuhlgangmenge. Was kann ich noch machen? Irgendwie muss ich den Darm doch mal entleeren können. Zu einem Arzt will ich nicht, weil dann wieder eine Darmspiegelung kommt und ich danach angemeckert werde, dass sich der Darm nicht vollständig entleert hat - trotz der genau eingenommenen angeordneten Abführmittel - und die Ärtze nichts sehen konnten. So war es zumindest bisher immer.

Ich hoffe, Sie können mir neue Tipps geben.
Vielen Dank XXXXX XXXXX
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Hautaerztin hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

 

es gibt eine angeborene Störung in der Nervenversorgung des Darmes, wodurch die Darmbewegung, die Peristaltik gestört ist. Das Krankheitsbild heißt Morbus Hirschsprung. Es fehlen Nervenzellen des Parasympathicus, was die Entstehung einer Engstelle bewirkt. Der davor gelegene Darmabschnitt bleibt weit, der Verdauungsbrei bzw. Stuhlgang kann nicht weiter transportiert werden.

 

Abhilfe wird durch eine Operation geschafft, bei der das Darmsegment mit der Engstelle entfernt wird. Zur Überbrückung kann ein künstlicher Darmausgang gelegt werden, ggf. auch länger. Es ist auch abhängig davon, wie viele solcher Störungen bestehen, und an welcher Stelle des Darmes.

 

Sie können nachlesen unter dem Stichwort Morbus Hirschsprung (Googeln) auf:

 

www.kolo-proktologie.de

www.kinderchirurgie.uniklinikum-jena.de

flexikon.docceck.com

www.medizininfo.de

und wikipedia.

 

Der Morbus Hischsprung ist Teil einer Gruppe von Erkrankungen, die sich Neuronale Intestinale Dysplasien (NID) nennt. Allen ist gemeinsam, daß Nervenganglienzellen nicht ordnungsgemäß funktionieren und die Darmperistaltik dadurch gestört wird.

 

Zur Diagnostik verwendet man die sogenannte Colon-Transituntersuchung, für die Sie radioaktive markierte Kapsel (verträglich!) einnehmen und deren Weg durch den Darm mit Röntgenaufnahmen geprüft wird. Auf diese Weise kann eine Aussage über die Peristaltik des Darmes machen.

 

Da ein Darmverschluß bei dieser Erkrankung im Laufe des Lebens möglich ist, ist es notwendig, daß Sie hartnäckig bleiben, bis die Ursache Ihrer Verstopfung genau geklärt ist. Offenbar ist es immer wieder einmal der Fall, daß die Diagnose in der Kindheit nicht gestellt wird und die Betroffenen dann im Erwachsenenalter die berühmte Odysee durchmachen. Sie finden Berichte von Betroffenen auf:

www.med1.de, Erfahrungsaustausch vom 30.07.-7.11.07 unter der Überschrift "Chronische Verstopfung".

www.med1.de, Erfahrungsaustausch vom 14.-21.08.05 unter der Überschrift "N.I.D. Neuronale Intestinale Dysplasie".

 

Sollten Sie eine Uniklinik in der Nähe haben, wäre dies eine geeignete Anlaufstelle.

 

 

Daneben ist es natürlich sinnvoll, wenn Sie sich um geeignete Ernährung bemühen, damit der Darm zusätzlich möglichst wenig belastet wird.

Dazu gehört, den Stuhlgang möglichst weich zu halten. Dies haben Sie ja bereits getan.

Aus dem naturheilkundlichen Bereich gibt es weitere Möglichkeiten, über Ernährung Einfluß auf die Darmgesundheit zu nehmen. Grundwissen hierzu finden Sie in den beiden Büchlein: XXXXX XXXXX - Das Darmheilungsbuch und Rüdiger Dahlke: Reinige Deinen Körper.

Basenbildende Ernährung leistet einen großen Beitrag gegen die belastende Übersäuerung. Die Darmflora können Sie mit Präparaten wie Symbiolact 1 Tütchen täglich unterstützen.

Sie können auch die Seite www.symbiopharm.de anschauen. Das Institut, das sie gestaltet, kümmert sich speziell um das Mikromilieu des Darmes. Wenn dies optimal ist, können Sie für Ihre Erkrankung zusätzlich profitieren.

 

Alles Gute und freundliche Grüße Dr. A. Hoffmann

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Bitte nicht vergessen, eine hilfreiche Antwort mit dem Grünen Button "AKZEPTIEREN"

zu kennzeichnen! Sonst kann mich das Honorar nicht erreichen, das bei Ihnen abgebucht wurde. Danke.

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Diese Antwort ersetzt nicht die Konsultation beim Arzt vor Ort.

 

 

Hautaerztin und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank XXXXX XXXXX Infos und die Links zu den unterschiedlichen Seiten. Ich werde mir alles in Ruhe ansehen. Morbus Hirschprung hatte ich im Vorfeld auch schon ergoogelt, aber eher gehofft, dass es das nicht ist. Ich will nicht zum Arzt gehen und werde es auch zumindest erstmal nicht tun - vielleicht finde ich ja auf den von Ihnen genannten Seiten noch mehr Infos zur Ernährungsanpassung, die ich realisieren kann.
Ich hatte mir eine andere Antwort - andere Antworten erhofft, aber dafür können Sie ja nichts. Deshalb trotzdem Danke XXXXX XXXXX einen schönen Sonntag.
Experte:  Hautaerztin hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Ratsuchende,

 

danke für das Feedback. Natürlich entscheiden Sie, was Sie tun. Es klingt ein bißchen so, als ob Sie die Wahrheit lieber nicht wissen möchten.? Ihre Zurückhaltung bezüglich Arztbesuch ist allerdings nach den gemachten Erfahrungen sehr verständlich. Dies teilen andere Betroffene mit Ihnen.

Schauen Sie sich daher ruhig in Ruhe die Informationen an. Wenn Sie zum Arzt gehen, empfehle ich einen Spezialisten, damit Ihnen weitere Erfahrungen wie bei der Darmspiegelung erspart bleiben. Vielleicht finden Sie über Kontakt mit anderen Betroffenen eine geeignete Adresse.

 

Mit freundlichen Grüßen Dr. A. Hoffmann

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