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Dr. Hamann
Dr. Hamann, Dr. med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 6667
Erfahrung:  Fachärztin Allgemein und Innere Medizin
60343779
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Dr. Hamann ist jetzt online.

Hallo! Mein Sohn (2) hat wohl Pfeiffersches Drüsenfieber.

Kundenfrage

Hallo!

Mein Sohn (2) hat wohl Pfeiffersches Drüsenfieber. Er hat seit zwei Wochen geschwollene Lymphknoten am Hals, v.a. links. Zuerst wurde Scharlach diagnostiziert, aber die Lymphen blieben dick - auch nach 10 Tagen Antibiotika. Also Blutabnahme und somit PDF. Ich habe Angst um mein Kind und deshalb würde ich gerne wissen, welche Werte bei PDF im Blut erhöht sind.
Folgende Blutwerte: 14.02: Leukozyten 8, Lymphozyten 63, Trombozyten 242, LDH 382; ASL 786; CRP <0,5; 17:02: Leukozyten 15, Lymphozyten 69, Trombozyten 189, CRP 0,7, Rest keine neuen Angaben. Kann das auch Leukämie sein? Er hat ausserdem eine schwere Bronchitis und immer Fieber (ca. 38,5 - ohne Fiebersaft).
Bin sehr besorgt. Können Sie mir helfen?

Danke XXXXX XXXXX Grüße
S
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Dr. Hamann hat geantwortet vor 5 Jahren.

Guten Tag,

 

ich möchte sie beruhigen, diese Werte sind nicht so schlecht und im Rahmen des Infektes erklärbar. Die Thrombozyten sind etwas niedrig, sollte aber bei Besserung des Infektes auch wieder ansteigen.

Die Lymphknotenschwellung ist ein Zeichen für das aktivierte Immunsystem, da hier die Abwehrzellen gebildet werden.

Das Pfeiffersche Drüsenfieber kann anhand des Blutbildes (mikroskopisches Bild der Blutzellen) und des Nachweises von Antikörpern gegen die Epstein Barr Viren (EBV). Die vorliegenden Blutwerte sind typisch für virale Infekte, aber nicht direkt für EBV.

 

Besteht ein viraler Infekt, ist das Immunsystem geschwächt, so dass sich darauf gern eine bakterielle Infektion bildet (u.a. auch Scharlach). Damit sind die Blutwerte auch erklärbar.

 

Es ist wichtig, reichlich zu Trinken anzubieten, körperliche Schonung, vitaminreiche Kost (Obst, Gemüse).

 

Das Vorliegen von Leukämie kann anhand der Werte nicht gesagt werden, dazu fehlt das Differentialblutbild und auch eine Knochenmarkbiopsie, die aber erst sinnvoll ist, wenn das Differentialblutbild auffällig ist.

 

Wegen der Bronchitis ist es außerdem wichtig, die Luft im Kinderschlafzimmer anzufeuchten und den Rücken und die Brust mit Pinimenthol S (für Säuglinge und Kleinkinder) einreiben, das beruhigt die gereizten Atemwege.

 

Alles Gute

Dr. Hamann und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Es gibt ein Differentialblutbild:

17.02.(2. Blutbild) 14.02. (1. Blutbild)

Leukozyten 15 8

Erythrozyten 4,4 4,4

Hämoglobin 12,3 12,1

Hämatokrit 0,36 0,36

MCV 82 81

MCH/HBE 27,7 27,5

MCHC 34 33,8

Trombozyten 189 242

Stab. Granulozyten 3 1

Segm. Granulozyten 26 27

Lymphozyten 69 63

Monozyten 1 7

Eosin. Granulozyten 1 2

GOT 75 42

GPT 54 33

CRP 0,7 <0,5

 

GGT - 16

LDH - 382

ASL - 786

 

Mikr. Beurteilung 14.02.: z.T. atypische/gereizte Lymphozyten

Mikr. Beurteilung 17.02.: Lymphatische Reizform. Bei V.a. M. Pfeiffer EBV-Serologie zu empfehlen.

Der Test auf EBV war positiv.

 

Können Sie jetzt mehr sagen?

Danke!

MfG

Experte:  Dr. Hamann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ja, anhand dieser Werte liegt sehr wahrscheinlich eine aktive EBV Infektion vor. Hier vor allem das mikroskopische Bild der Lymphozyten UND die erhöhten Leberwerte.
Dies sollte bitte vom Kinderarzt untersucht werden, da Milz und Leber sehr stark unter der EBV Infektion anschwellen können. Hier ist konsequente körperliche Schonung wichtig, damit es nicht zu Kapselreizung und Schmerz von Leber und Milz kommt.

Achten sie auf die Antibiotika: Amoxicillin und Ampicillin dürfen NICHT gegeben werden!

In 95% alle EBV Infekte in Deutschland ist der Vlauf harmlos wie bei einem grippalen Infekt, doch gibt es auch komplizierte Verläufe. Beobachten sie ihr Kind bitte und lassen sie auch nochmals Milz und aleber durch Ultraschall ansehen.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Wir sind regelmäßig beim KA und die Leber und die Milz sind im Moment kaum nennenswert vergrößert.

Vielen Dank für Ihre Info!

MfG

Experte:  Dr. Hamann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Das ist gut. Bitte beobachten und besondere Aufmerksamkeit allen unnormalen Verhaltensweisen widmen. Gern helfe ich ihnen weiter, sollten in den nächsten Tagen noch Fragen auftauchen.

Alles Gute