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Dr. Schaaf
Dr. Schaaf, Privatpraxis, Online-Beratung
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 2012
Erfahrung:  Spezialisiert auf fachübergreifende Zweite Meinung
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Dr. Schaaf ist jetzt online.

Hallo, Mein Kind ist gerade 20 monate alt. Wir schauen täglich

Kundenfrage

Hallo,
Mein Kind ist gerade 20 monate alt. Wir schauen täglich Bücher an und auch mittlerweile welche auf dem Ipad. Hier werden tolle apps mit wimmelbüchern etc angeboten, die ihm großen Spass bereiten. Da ich nicht möchte, dass er nur am Ipad schaut, erlaube ich ihm in der Regel nicht mehr als 15 min pro Tag. Tv ist komplett tabu.
Heute hat er aber fast eine halbe Stunde nach dem Ipad gebrüllt, bis ich auch die Beherrschung verloren habe und ihn angeschrien habe. Er hat immer mehr geschrien, bis ich ihn auch gepackt und " nein " geschrien habe. Seine Bücher hat er abgelehnt, so kam er heute ohne Vorlesen ins Bett.
Im Nachhinein tat mir das sehr leid. Ich bin nach einer halben Stunde wieder zu ihm und habe ihn gestreichelt und mit ihm gekuschelt.
Aber mir macht die Entwicklung mit dem Weinen/ Schreien, wenn er etwas nicht bekommt Sorgen. Es kann ja nur an mir bzw an meiner Erziehung liegen.
Frage: wie schaffe ich es in solchen Situationen, niemals die Beherrschung zu verlieren? Wie verhalte ich mich, um ihn zu beruhigen und dennoch konsequent zu beleiben?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Dr. Schaaf hat geantwortet vor 5 Jahren.
Nicht ganz einfach...

Je öfter man in der Erziehung einlenkt und aus dem Nein ein Ja werden lässt, um so mehr muss man streiten und diskutieren, vor allem solange sie so klein sind.

Andererseits ist ein 2 Jähriger noch viel zu klein, um irgendwelche vernünftigen Begründungen zu verstehen. Er hat auch noch kein Zeitgefühl und wird gleich laut schreien, wenn Sie ihm das ipad nach 15 oder 45 Minuten wegnehmen.

Also: Ein Nein ist ein Nein und ein Ja ist ein Ja. Immer. Nur Ausnahmen bestätigen die Regel, aber die müssen wirklich selten sein.

Andererseits: Die beste Erziehung ist die, die ohne Konflikte auskommt. Also einen Weg suchen, der möglichst wenig Verbote in sich hat. Das kann in Ihrem Fall bedeuten, dass Sie ganz aufs ipad verzichten, weil das Wegnehmen sonst regelmäßig zum Theater wird.

Ruhig bleiben ist eine schwierige Sache. Am besten geht man aus dem Raum oder ignoriert das Schreien vorübergehend und führt sich kurz das oberste Ziel vor Augen, um dessen Willen man das Ganze macht. Dieses Ziel muss man positiv ausdrücken:
Ich will ein gesundes Kind
Ich will ein glücklich spielendes Kind
Ich will ein Kind, das sich selbst beschäftigen kann
Ich will ein Kind, das unabhängig von Computer und Handy ist.

Und noch eine alte Weisheit der Mütter: Jedes Geschrei hört am schnellsten auf, wenn man selber ruhig bleibt. Durchschnaufen, bis hundert zählen oder einfach auf die Uhr schauen. Schreien dauert selten länger als 5 Minuten. Hingegen dauern Streitigkeiten fast immer länger als 5 Minuten.

Erziehung bedeutet : So viel erlauben wie möglich, so wenig verbieten wie nötig. Aber das wirklich konsequent.


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Alles Gute

Dr. Schaaf
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Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ich gehe auch aus dem Zimmer und sage ihm, dass er noch ein bisschen schauen darf. Aber egal wie lange er darf, danach gibt es fast immer ein Geschrei. Wenn ich wütend werde, gibt er meistens nach. Aber ich möchte nicht, dass er aus Angst vor meiner Reaktion klein beigibt, da ich nicht denke, dass dieses Verhalten förderlich fur eine gute Mutter-Kind Beziehung ist. Ich liebe ihn über alles und möchte nicht die Beherrschung verlieren. Das Ipad kann ich evtl komplett weglassen, aber der Trotz ist leider nicht nur in diesem Fall vorhanden.
Ich möchte auch kein Kind, das komplett verzogen ist, weil er alles darf. Solche Fälle kennt nahezu jeder Mensch. Weder schön für Kind, dass dauernd rebelliert, noch für die Umgebung, die damit zu kämpfen hat.
Mein Kind ist/war bisher meist ein total liebes und glückliches Kind. Ich hoffe nur nicht, dass sich das durch falsches Verhalten der Eltern ändert.
Einerseits heisst es bei der Erziehung so wenig wie möglich "nein" zu verwenden, auf der anderen Seite heisst es, Verbote schaffen bei Kindern Sicherheit.. Wo ist die Mitte?
Experte:  Dr. Schaaf hat geantwortet vor 5 Jahren.
Es geht nicht um die Mitte, es geht um die Grenzen und die darf man ruhig überdrastisch kennzeichnen. Es ist ok, wenn er Angst vor Ihrer Reaktion hat. Er muss lernen "Wenn Mama schon nein sagt, dann meint sie es ernst (und ich habe keine Chance dagegen an zu kommen)." Wenn er älter ist, können Sie mit ihm darüber reden und Ihre Position erklären, noch reicht es, wenn er erkennt, dass es Grenzen gibt, die unumstößlich sind.
Übrigens: Kurze, heftige Zurechtweisungen sind viel besser als langes Hin und Her. Nach dem Kurzen Gewitter kann man dann auch sehr rasch wieder Sonne ins Spiel bringen - mit einer willkommenen Ablenkung oder einer Belohnung.

Von "Wenn Du ..., dann bekommst Du..." halt ich übrigens insgesamt nicht viel und bei einem so kleinen Kind ist es völlig wirkungslos, weil er diesen Gedankengang noch gar nicht verstehen kann. Sie setzen die Grenze und sobald wieder Ruhe ist, gibt es eine Belohnung. Das muss keine "Schokolade" sein, Kuscheln oder vorlesen, er darf sich aussuchen, was es zu essen gibt oder Ähnliches ist auch gut. ZEIGEN Sie Ihrem Kind, dass Sie es lieb haben. Das ist viel wirksamer als alle Worte. ZUWENDUNG heißt nicht umsonst so. Und Zuwendung ist das Schönste, was es gibt.

So und jetzt probieren Sie es einfach aus und machen sich keinen Kopf darum, ob Sie alles richtig machen. Wir machen alle Fehler - das liegt in der Natur der Sache.

Alles Gute

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