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Dr. Hamann
Dr. Hamann, Dr. med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 6667
Erfahrung:  Fachärztin Allgemein und Innere Medizin
60343779
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Dr. Hamann ist jetzt online.

ich habe eine hypertensive Retinopathie verursacht durch hohen

Kundenfrage

ich habe eine hypertensive Retinopathie verursacht durch hohen Blutdruck (inzwischen behandelt) verursacht durch eine 55%ige Stenose der linken Hauptnierenarterie - belegt durch CT mit Kontrastmittel, Szyntigraphie, Farbdoppelsonographie etc-

würden Sie die Stenose invasiv beahndeln lassen?
danke XXXXX XXXXX Grüsse
Detlef Hofmeyer
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Dr. Hamann hat geantwortet vor 5 Jahren.

Guten Tag,

 

bei einer 55% Stenose kann man einen Eingriff überlegen, ab 70% besteht eine definitive Indikation für den Eingriff. Bei 55% stenosiertem Lumen /Gefäßweite und Hypertonus rate ich auch schon zu einer Sanierung, ja.

 

Gleichzietig wäre eine Lebensumstellung, Stressreduktion, gesunde Ernährung, mehr körperliche Aktivität im Alltag, so es eben für sie machbar ist.

 

Die Nierenarterienstenose ist oft Folge einer Arteriosklerose, und wenn dies bei ihnen auch der Fall ist, dann wird sich die Lebensumstellung für sie bezahlt machen und sich auch sehr auf ihr Allgemeinbefinden auswirken.

 

Ich wünsche ihnen alles Gute

Dr. Hamann und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Frau Dr Hamann,

Sind Sie Urologin - oder auf sonstigem relevanten Gebiet spezialisiert?

Gibt es zu meiner Frage konkrete Abhandlungen im Internet?

Wo in Deutschland würden Sie selbst einen derartigen "invasiven" Eingriff machen lassen?

Wie gross sind die Risiken dabei?

Freundliche Grüsse

Detlef Hofmeyer

Experte:  Dr. Hamann hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo ich bin Fachärztin für Innere Medizin und Fachärztin für Allgemeinmedizin.

Spezialgebiete: Rheumatologie, Lungenheilkunde, Kardiologie, Sport und Ernährungsmedizin.

 

Ich darf das Urologielehrbuch zitieren:

 

Perkutane transluminale Angioplastie (PTA):

nach der Durchführung der DSA kann die PTA angeschlossen werden. Bei der fibromuskulären Dysplasie wird i. d. R. kein Stent verwendet. Bei der arteriosklerotischen Nierenarterienstenose wird die primäre Stent-Einlage empfohlen.

Heilung der arteriellen Hypertension nach PTA bei Arteriosklerose: Heilung 5-23 %, Verbesserung 30-70 %, keine Verbesserung 6-63 %. Verhinderung der ischämischen Nephropathie nach PTA bei Arteriosklerose: verbessert 15-43 %, stabil 26-50 %.

Komplikationen:

Mortalität 1-2 %, Notwendigkeit der chirurgischen Intervention in 5-20 %. Restenosierung mit Stent 5-20 %. Hämatom, femorale AV-Fistel, Kontrastmittel-Nebenwirkungen, Dissektion, akute Thrombose, Verschlechterung der Nierenfunktion bis zum Niereninfarkt. Retroperitoneale Blutung.

Operative Therapie:

für eine erfolgreiche Operation sollte das Kreatinin unter 4 mg/dl liegen (Ausnahme: Nierenversagen durch ACE-Hemmer bei beidseitigen Stenosen).

Aortorenale (anatomische) Bypass-OP:

Desobliteration und Streifenerweiterung oder Veneninterponat. Nicht bei signifikanter AVK oder Aneurysma der Aorta abdominalis.

Extraanatomische Bypass-OP:

mesenterico- oder coeliaco- oder spleno-renale Bypass-OP. Voraussetzung: laterales Angiogramm des Truncus coeliacus mit Ausschluss einer signifikanten Stenose. Bei Stenosen des Truncus coeliacus ist eine Anastomose der thorakalen oder supracoeliacalen Aorta mit der A. renalis möglich.

Ergebnisse:

arterielle Hypertension nach Revaskularisation: Heilung 20-40 %, Verbesserung 50-70 %. Besserung der ischämische Nephropathie nach Revaskularisation: Verbesserung 20-60 %, Stabilisierung 30-50 %, Verschlechterung 10-25 %.

Komplikationen:

alle Risiken einer Laparotomie, kardiale Ischämie, cerebrale Ischämie, Mortalität 2 %-6 %.

Prognose der Nierenarterienstenose

In 50 % der Fälle schreitet die Obstruktion bei arteriosklerotischer Läsion fort, in 16 % erfolgt der komplette Verschluss. Je stärker die Obstruktion bei initialer Diagnose, desto wahrscheinlicher ist die Progression und der komplette Verschluss.
Die Prognose bei dialysepflichtiger Niereninsuffizienz durch Nierenarterienstenosen ist aufgrund von vaskulären Todesursachen schlecht: medianes Überleben von 27 Monaten, 5JÜR von 12 %.

 

 

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Da in ihrem Fall die PTA die am wenigsten invasive Methode darstellt und auch die Verengung noch nicht allzuweit fortgeschritten ist, würde ich ihne zu dieser methode raten, da es in jeder urologischen Klinik durchgeführt wird.

 

Ich wünsche ihnen eine schöne Weihnachtszeit.

 

Alles Gute