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Hautaerztin
Hautaerztin, Ärztin
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 831
Erfahrung:  Ärztin. Abgeschlossene Studium Humanmedizin.
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bei mir wurde ber eine blutuntersuch chlam.pneumonia positiv

Kundenfrage

bei mir wurde über eine blutuntersuch chlam.pneumonia positiv 182 u. positiv 122 festgestellt,,was ist zu tun
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Hautaerztin hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

 

Chlamydia pneumoniae ist ja kein ganz einfach zu behandelnder Erreger. Aufgrund unterschiedlicher Gegebenheiten werden unterschiedliche Antibiotika eingesetzt.

 

Wichtig ist erst einmal zu wissen, was war denn überhaupt der Anlaß, daß man den postiven Titer im Blut bei Ihnen gefunden hat?

Haben Sie irgendwelche Symptome, die auf eine aktive Infektion hinweisen?

Sagte der Blutwert etwas über frische oder länger zurückliegende Infektion aus (da gibt es IgG und IgM, können Sie das den beiden Zahlen zuordnen?).

Wurden die beiden Werte in einer Untersuchung festgestellt oder waren das Kontrollen in zeitlichem Abstand, um die Entwicklung feststellen zu können?

Haben Sie Hinweise, daß Sie Infektionsquellen ausgesetzt waren?

Haben Sie einen behandelnden Internisten?

 

Manchmal hat man ja nur sogenannte Seronarben, d.h. die Erreger haben zur Bildung von Antikörpern geführt, die man im Blut nachweisen kann, sind aber nicht mehr im Körper aktiv. Dann ist zu überlegen, inwieweit überhaupt eine Behandlung sinnvoll bzw. notwendig ist.

 

Da das Thema sehr vielschichtig ist, könnte ich mir vorstellen, daß Ihnen Information und ggf. Austausch mit Betroffenen auch weiterhilft. Schauen Sie sich diesbezüglich die Internetseite www.chlamydiapneumoniae.de an, wo ein engagierter Betroffener sehr viele Informationen und Literatur zusammengestellt hat.

 

Ich sehe dann, ob Sie mir noch Näheres schreiben, worauf ich eingehen kann.

 

Mit freundlichen Grüßen Dr. A. Hoffmann

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

auf grund meiner körperlichen situation wurden diese tests gemacht

ich hatte regen geschlechtsverkehr mit verschiedenen personen u. hatte mich in eine klinik des dr, graf in gelchsheim begeben,

chlam.pneumonia IgG-AK positiv 182

cklam-pneumonia IgA-AK positiv 122

Yersinien IgA-AK positiv 1 33

Adenovirus IgG-Ak positiv 86

Adenovirus IgA-A k positiv 1.3

der arzt meinte ich wäre schwer krank.müsse sofort das arbeiten aufhören u. mich in behandlung geben,mir geht es aber recht gut u. ich fühle mich nicht krank.

Experte:  Hautaerztin hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

 

danke XXXXX XXXXX für diese Informationen, die helfen weiter. Bitte um etwas Geduld, da ich Ihnen ausführlicher antworten möchte und jetzt gleich Sprechstunde habe. Können Sie so freundlich sein und mir noch schreiben, was Sie mit "´körperlicher Situation" meinen, wenn Sie sich doch nicht krank fühlen? Vielen Dank!

 

Mit freundlichen Grüßen Dr. A. Hoffmann

Hautaerztin, Ärztin
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 831
Erfahrung: Ärztin. Abgeschlossene Studium Humanmedizin.
Hautaerztin und 2 weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  Hautaerztin hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

 

danke für die Geduld und das Akzeptieren. Hier jetzt eine ausführlichere Antwort:

 

Man benötigt etwas Hintergrundwissen, um zu verstehen, was eine Infektion mit Chlamydia pneumoniae bedeutet.

 

Es ist ein weit verbreiteter Erreger. Ca. 60-80% der Bevölkerung machen im Laufe des Lebens eine Infektion durch. Bevorzugt treten Lungenentzündungen auf, aber oft verläuft die Infektion stumm, d.h. man bemerkt nichts davon. Zum Teil hat man auch nur leichte Erkältungssymptome wie Halsschmerzen, Bronchitis, Nebenhöhlenentzündung und denkt dabei nicht an Chlamydien. Das Tückische ist, daß die Chlamydien sich im Laufe der Zeit gerne unbemerkt in andere Körpergewebe ausbreiten (Muskeln, Nerven, Blutgefäße) und sich in unseren Zellen oft ganz gut einrichten, wo sie dann lange überleben können. Inzwischen hat man deutliche Hinweise, daß sie später ein wichtige Rolle spielen bei der Entstehung von Herzinfarkten und anderen Herz- und Gefäßerkrankungen, Arteriosklerose, Schlaganfällen, Gelenkentzündungen und neurologischen Erkrankungen. Deshalb gibt es natürlich die Überlegung, Infizierte zu behandeln, auch wenn sie nichts von der Infektion bemerken.

 

Die Schwierigkeit liegt darin, daß die Infektion umso schwerer zu behandeln ist, je länger sie zurückliegt. Wenn die Bakterien sich einmal in unseren Zellen "eingerichtet" haben, sind sie für Antibiotika meist nicht mehr gut erreichbar.

 

Ihre Laborbefunde sagen uns nicht, wie lange die Infektion bei Ihnen zurückliegt.

 

Frische Infektionen kann man nahezu beweisen mit positiven IgM-Werten, diese haben Sie nicht. Die IgG-Werte sagen nicht, wie lange die Infektion zurückliegt und ob sie noch aktiv ist. Sie können lange positiv bleiben, auch wenn der Körper die Bakterien selbst eliminieren konnte und die Infektion ausgeheilt ist. Die IgA-Werte geben einen Hinweis - wenn auch keinen Beweis - daß die Infektion aktiv ist. IgA-Antikörper gibt es vor allem an den Schleimhäuten, wo der Körper sich häufig mit Erregern auseinandersetzt.

 

Weitere Hinweise können Sie bekommen durch Verlaufskontrollen der Werte nach 6 Wochen. Wenn die Werte ansteigen, ist es auch ein Zeichen, daß die Infektion aktiv sein könnte. Wenn keine Bakterien da sind, produziert der Körper in der Regel ja keine neuen Antikörper. Wichtig ist, daß die Verlaufskontrolle in dem selben Labor gemacht wird, damit die Werte vergleichbar sind. Die zur Verfügung Diagnostika haben z.T. unterschiedliche Qualität.

 

Ein direkter Erregernachweis muß über Abstriche aus Körpersekreten erfolgen, ist aber recht schwierig. Deshalb ist das keine verläßliche Hilfe.

 

Mit diesem Hintergrundwissen werden Sie verstehen, weshalb man Ihnen eine Behandlung nahegelegt hat. Ich denke auch, daß eine entsprechende Gabe von Antibiotika Sinn macht, Sie müssen aber wissen, daß nicht sicher ist, daß damit alle eventuell vorhandenen Chlamydien beseitigt werden. Letztlich kommt es auf einen Versuch an. Ich würde empfehlen, die Verlaufskontrolle nach 6 Wochen zu machen, damit man wenigstens noch einen weiteren Hinweis erhält, ob die Infektion aktiv ist oder nicht. Dann die Behandlung, dann eine weitere Verlaufskontrolle nach 3 Monaten. Dann sieht man, ob die Antikörper zurückgegangen sind. Wenn ja, ist es ein Zeichen, daß die Infektion aktiv war.

 

Die Tatsache, daß Sie sexuell aktiv sind und häufig wechselnde Partner haben, hat nicht viel mit Chlamydia pneumoniae zu tun. Diese werden ja durch Tröpfcheninfektion übertragen. Sexuell übertragbar ist eine andere Chlamydienart, nämlich Chlamydia trachomatis. Wahrscheinlich hat man bei Ihnen nach diesen gesucht, sie aber nicht gefunden, sondern nur die verwandten Chlamydia pneumoniae, die sich aber salopp gesagt, eher "am anderen Körperende tummeln". Zumindest können Sie das Fehlen von Chlamydia trachomatis schon einmal als positiv für sich verbuchen.

 

Das Prinzip der Auswertung der einzelnen Antikörperarten können Sie auch auf Yersinien und Adenoviren anwenden. Wir wissen also nicht, wann Sie sich damit infiziert haben und ob die Infektionen aktiv sind. Für Yersinien gibt es auch Antibiotika. Auch hier würde ich Ihnen raten, die Behandlung durchführen zu lassen und zu schauen, wie es sich auf Ihren Antikörpertiter auswirkt.

 

Mit den Viren ist es ohnehin schwierig, weil für die meisten keine speziell wirksamen Medikamente zur Verfügung stehen, so auch nicht für das Adenovirus. Dann behandelt man nur die auftretenden Symptome und Komplikationen auf allgemeine Art. Wenn Sie keine Symptome haben, ist davon auszugehen, daß der Körper mit dem Immunsystem die Viren alleine in Schach halten oder sogar abtöten kann.

 

Adenoviren und Yersinien sind keine Erreger, die speziell auf sexuellem Weg übertragen werden. Auf der anderen Seite ist ja sogar bekannt, daß sexuelle Aktivität die Funktion des Immunsystems verbessert. Offenbar leiden Sie auch nicht an Geschlechtskrankheiten.

 

Übrig bleibt nun die Frage, inwieweit Sie Ihre Partner auf anderen Wegen einfach durch die körperliche Nähe, Tröpfchenínfektion anstecken. Das hängt auch wieder von deren Immunlage ab. Man kann ja niemanden auf Dauer isolieren und die Welt ist nicht steril. Deshalb muß man mit Wahrscheinlichkeiten umgehen.

Mit Rücksicht auf die Partner ist es sinnvoll, mit intensiven Körperkontakten zu warten, bis die Behandlung durchgeführt ist. Natürlich kann man die Therapien auch sofort durchführen, dann hat man zwar nicht die von mir erwähnte Verlaufskontrolle vor Therapie, aber immerhin noch die nach der Therapie.

Das hängt auch von Ihrer Geduld ab.

 

Sie sehen, das Thema ist vielschichtig. Man macht ja auch keine Reihenuntersuchungen um festzustellen, wer welche Laborwerte auf Krankheitserreger hat.

 

Mit naturheilkundlichen und ganzheitlichen Methoden hat man ergänzend zu den Antibiotika weitere Möglichkeiten:

 

Man kann die Erreger selbst zusätzlich behandeln.

Man kann die Immunabwehr stärken.

Man kann die Schaffung eines Milieus im Körper unterstützen, in dem Krankheitserreger grundsätzlich keine guten Überlebensbedingungen mehr haben.

 

Dafür gibt es heutzutage viele Möglichkeiten. Das Konzept von Dr. Graf geht in diese Richtung.

 

 

Ich hoffe, daß Sie sich jetzt ein Bild machen können.

 

Alles Gute und freundliche Grüße Dr. A. Hoffmann

 

_______________________________________________________________________

 

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