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Bergmann
Bergmann, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1081
Erfahrung:  20j. Berufserfahrung in Kinder-, Jugendmedizin, Dermatologie, innere Medizin
50673792
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Bergmann ist jetzt online.

Meine 4 j hrige Tochter hatte vor 7 Tage eine Zecke im Augenwinkel.

Kundenfrage

Meine 4 jährige Tochter hatte vor 7 Tage eine Zecke im Augenwinkel. Leider hatten dir
Meine Tochter hatte vor 7 Tagen eine Zecke am Augenwinkel. Leiser haben wir diese erst am nächsten Morgen entdeckt und dann sofort sachgemäss von einem Arzt im Kinderkrankenhaus entfernen lassen. Ihre Zeckenikpfung haben wir ebenfalls auffrischen lassen. Die Ärztin hat uns gesagt, dass wir im Moment nichts weiter tun können, als abzuwarte, und aufmerksam den Körper auf die sog. Wanderröte absuchen sollen!
Ich frage mich jeoch, ob es nicht Sinn macht, sofort einen Bluttest machen zu lassen oder profilaktisch Antibiotika zu geben, da es bei einer Borrelliose-Infektion zu schweren Erkrankungen kommen kann, falls diese nicht früh genug erkannt wird!
Was raten Sie mir zu tun?
Vielen Dank
Alexandra
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Dr. Hamann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Guten Tag,

Es ist nicht gesagt, dass die Zecke Borrelien hatte, darum wäre eine Antibiotikatherapie nutzlos und mögliche Nebenwirkungen zu riskant.
Wenn sich jetzt nach 7 Tagen noch keine Wanderröte gezeigt hat, brauchen sie sich keine Sorgen mehr zu machen, eine Borrelieninfektion hätte sich bereits nach spätestens drei Tagen gezeigt.
Seien sie ganz unbesorgt.

Alles gute


Mit freundlichen Grüssen

Dr. K. Hamann
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Erneut posten: Qualität der Antwort:.
wenn man sich mit diesem Thema etwas auseinandersetzt oder einfach nur im Internet dazu liest weiss man, dass es nicht der Fall ist, dass wenn bis nach einer Woche keine Symptome aufgetreten sind, alles in Ordnung ist!! Deshlb ist die Antwort falsch und auch unvollständig, da auf meine Frage bzgl. des Bluttests gar nicht eingegangen wurde!
Experte:  Bergmann hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo und guten Tag,

 

eine Wanderröte zeigt sich in der Regel binnen dem 2. bis 10. Tag nach Biss um die Biss-Stelle herum mit einer flächigen bis handtellergroß werdenden Rötung.

 

In etwa 20% entsteht trotz Angehens einer Infektion keine sichtbare Rötung.

 

Deshalb macht es Sinn, bei ausbleibender Rötung den Antikörpertiter gegen Borrelien bestimmen zu lassen und zwar den ersten Wert etwa 8 Tage nach dem Biss, da man vorher ohnehin noch keine Titererhöhung im Blut sieht, also keine wirkliche Information erhält und etwa 4 Wochen nach dem Biss, zur Kontrolle, ob sich Veränderungen in den einzelnen Immunfraktionen gegeben haben, die auf eine akute Infektion schließen lassen.

 

Die Wanderröte als Stadium I behandelt man mindestens 14 Tage lang oral mit einem geeigneten Antibiotikum. Man kann die Therapie hier auch erst am 8. Tag nach Biss beginnen, da man die Borrelien dann immer noch gut in den Griff bekommt.

 

Da aber eine Borreliose im Verlauf alle Stadien überspringen kann ( man kann eine Woche nach Biss schon Symptome einer Neuroborreliose entwickeln, schon gesehen!), kann ich Ihre Bedenken nachvollziehen, jetzt abzuwarten und nichts zu unternehmen.

 

Wenn Sie also möglichst alle Risiken bedenken und ausschalten wollen, sollten Sie

 

- 8 - 10 Tage nach Biss eine Blutabnahme (Borrelien Antikörper einschl. Western-blot-Test)

 

- sofortige antibiotische Therapie starten mit einem Tetracyclin oder einem Erythromycin, bitte mit Ihrem Kinderarzt besprechen, über 14 Tage.

 

- in diesen 14 Tagen bekommen Sie das Blutergebnis und können entscheiden, ob Sie die Therapie - bei positiver oder fraglich positiver Antikörper-Reaktion - noch um eine Woche verlängern oder ob nicht.

 

Die Borreliose ist eine häufig auftretende Infektion, die sich, wenn frühzeitig erkannt, hervorragend behandeln läßt, also nicht unnötig sorgen.

 

Eine zweimalige Blutabnahme (siehe oben) bringt Ihnen bei negativem Ergebnis eine über 95%ige Sicherheit , daß diese Zecke keine Erkrankung übertragen hat.

 

Zur Biss-Stelle bleibt noch zu bemerken, daß man nach Bissen am Kopf deutlich eher eine Antibiotika-Gabe empfiehlt wegen des Angehens einer Neuroborreliose.

 

Medizin ist immer ein Abwägen von Risiken, 100%ige Garantien gibts leider nicht.

 

Freundliche Grüße.

Bergmann, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1081
Erfahrung: 20j. Berufserfahrung in Kinder-, Jugendmedizin, Dermatologie, innere Medizin
Bergmann und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  Dr. Duncan Klein hat geantwortet vor 5 Jahren.
Es tut mir leid, wenn ich mich ebenfalls einmische, aber da es zwei unterschiedliche Meinungen gibt, halte ich es für wichtig, ein drittes Statement abzugeben.:
Ich stimme Dr. Bergmann voll und ganz zu, ganz so "ohne" wie Frau Dr. Hamann es schildert, ist es nicht. Ich bitte Sie, den Rat von Dr. Bergmann zu befolgen und wie beschrieben abklären zu lassen.
Entschuldigung nochmals für meine Einmischung!
Experte:  Dr. Hamann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo, die Ausführungen des Kollegen Dr. Bergmann sind sehr gut, ausführlich und leitliniengerechte. Daher bitte ich ebenfalls um Akzeptanz der Antwort von Herrn Kollegen Dr. Bergmann.

Mit freundlichen Grüssen

Dr. K. Hamann

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