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Dr. Gehring
Dr. Gehring, Fachärztin
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 11064
Erfahrung:  Notfallmedizin,Psychosomatik,Innere- und Allgemeinmedizin
61885400
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Dr. Gehring ist jetzt online.

Hallo, ich habe seit einigen Tagen starkes Herzklopfen

Kundenfrage

Hallo,

ich habe seit einigen Tagen starkes Herzklopfen und leide sehr darunter, weil ich mir große Sorgen mache, was mit mir los ist.

1) männlich, 21 Jahre, ~83 kg, 195cm

Keinerlei sportliche Aktivität, vergleichsweise hoher Alkoholkonsum vor allem an Wochenenden, wenig abwechslungsreiche Ernährung

2) Seit mehreren Monaten schwitze ich sehr stark unter den Achseln, im Schritt und an den Füßen. Dies steigert sich bei körperlicher Anstrengung noch mehr sodass ich schweißnass sein kann, wenn ich nur 20 Meter zur Straßenbahn renne.

Ich trage aus diesem Grund nur noch weiße T-Shirts und Hemden, da dort der Schweißgeruch unter den Achseln nicht so beißend und unerträglich ist wie wenn ich bunte und dunkle Hemden trage. Oftmals bilden sich gelbe Schweißränder an den Hemden. Ob Kunst- oder Naturfaser macht keinen Unterschied.

Diabetes wurde vor zwei Monaten mit einem Glukoseverträglichkeitstest ausgeschlossen, eine Ultraschall- sowie Blutuntersuchung beim Radiologen ergab eine leicht über der Norm dimensionierte Schilddrüse. Eine Fehlfunktion wurde nicht festgestellt, hinzu kommt dass ich insgesamt auch recht groß bin.

Ein Termin beim Endokrinologen steht noch aus.

3) Letzte Woche hatte ich eine kleine Erkältung mit Schnupfen und Husten, die insgesamt etwa 5 Tage gedauert hat.

4) Aktuelle Situation:

Seit Montag, nach mehrtägigem intensivem Alkoholkonsum inklusive Erbrechen zu Karneval und wenig Essen über die Tage, schlägt mein Herz sehr kräftig.

Die Frequenz liegt zwischen 80 und 90 bei Ruhe. Beim normalen Laufen (z.B. Einkaufengehen) verändert sich die Frequenz nach meinem Empfinden nicht unnormal, die Intensität des Schlagens nimmt jedoch deutlich zu.

Hinzu kommt, dass ich keinerlei Appetit habe. Anders als gestern ist mir im Ruhezustand nicht mehr übel, außer ich esse etwas. Heute habe ich nur einige Bananen sowie etwas Suppe essen können.

Ich habe außerdem ein Druckgefühl unter ("südlich") dem Brustbein als bräuchte dort etwas mehr Platz als es zur Verfügung hat. Übt man Druck auf die Stelle aus, ist das unangenehm aber nicht schmerzhaft.

Besonderen Drang aufzustoßen habe ich nicht, der Stuhl ist weich aber kein Durchfall, Blähungen höchstens in normalen Dimensionen.

Allerdings rumort es manchmal lautstark im Bauch.

Gestern Nacht war ich gegen 23 Uhr in der Notaufnahme um zu fragen was es sein könnte und ob ich mir Sorgen machen müsse.

Dort wurde ein EKG angefertigt:

http://i.imgur.com/iJpgd.jpg

http://i.imgur.com/Umpna.jpg

http://i.imgur.com/hJBSj.jpg

Dies wurde mir auch auf Nachfragen nicht näher erläutert, es sei alles in Ordnung. Dennoch konnte mir ein Pfleger dort gut zureden und gab mir außerdem eine Kalium-Brausetablette.

Er vermutete eine Gastritis und meinte, der Magen könne sich derart aufblähen, dass er auf die Lunge und diese auf das Herz drückt.

Ich konnte daraufhin gut und mit deutlich schwächer pochendem Herz einschlafen, wachte in der Nacht jedoch häufig auf, meistens sehr stark schwitzend sodass der Schlafanzug und auch die Bettdecke recht feucht waren. Der Schweiß roch dabei leicht nach Urin.

Woran leide ich und wie schaffe ich Abhilfe? Ich habe morgen vor zum Internisten zu gehen, soll ich irgendwelche speziellen Fragen stellen?

Vielen Dank XXXXX XXXXX Grüße
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Guests hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag,

vielen Dank XXXXX XXXXX ausführlichen und präzisen Ausführungen!

Zunächst zu Ihrem Puls: eine Frequenz von 80-90 ist grundsätzlich noch nicht behandlungsbedürftig.

Es ist aber sehr gut nachzuvollziehen, dass Sie erheblichen Leidensdruck aufgrund der Stärke des Pulsschlages verspüren.
Dazu Folgendes: der Alkoholkonsum kann eine entscheidende Rolle spielen, da Alkohol kardiotoxisch (="giftig" fürs Herz) ist und bekannt dafür ist, Herzrhythmusstörungen sowie Pulsbeschleunigung und Schlimmeres zu verursachen. Daher sollten Sie das Trinken in der nächsten Zeit ganz lassen.
Zweitens: Ihr Verdacht mit dem Magen kann durchaus zutreffen: es gibt ein Krankheitsbild, als sog. Roemheldsyndrom bekannt, bei es dem (insbesondere wenn noch eine Schwachstelle im Zwerchfelll vorliegt, was bei großen Menschen wie Ihnen recht häufig ist) speziell nach dem Essen zu Herzbeschwerden kommt, da dann der Magen-Darmbereich auf die Brustorgane, also das Herz drückt.

Sie sollten morgen Ihren Internisten also Folgendes fragen:
Durchführung einer Ergometrie (Belastungs-EKG), Röntgenbreischluck und ggf. H2-Atemtest (falls er dies nach der Anamnese für sinnvoll erachtet.

Ihr EKG kann ich leider nicht öffnen, sonst könnte ich Ihnen mehr zu Ihrem Herzrhythmus sagen. Falls Sie die Möglichkeit haben, es in einer anderen Form als jpg hier anzuhängen, schau ich es mir gern noch einmal an.

Gute Besserung, und für Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo,

vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Antwort!

Hier habe ich noch einmal Links aus den Adressen gemacht und hoffe, Sie können Sie so öffnen.

EKG Teil 1
EKG Teil 2
EKG Teil 3

Wenn nicht, reicht es, die oben genannten Links zu kopieren (markieren > rechter Mausklick > Kopieren) und in der Browserzeile einzufügen.

Experte:  Guests hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo,

vielen Dank! Das hat jetzt geklappt.

Das EKG ist bis auf den in der Tat erhöhten Puls in Ordnung.
Einzig auffällig waren die sog. vegetativen T-Wellen (diese hohen Wellen hinter den spitzen Zacken).
Diese haben KEINEN Krankheitswert, sondern finden sich häufig bei großgewachsenen Männern Ihres Alters.

Insofern müssen Sie sich bzgl. des EKGs keine Sorgen machen.
Experte:  Guests hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag,

Sie haben meine Antwort gelesen.
Gibt es Ihrerseits noch weitere Rückfragen? Falls nein, würde ich mich freuen, wenn Sie meine Antwort akzeptieren würden.
Danke!
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo,

ich habe Ihre Antwort akzeptiert und empfand sie als sehr hilfreich. Der Verlauf zeigt jedoch etwas anderes, vielleicht könnten Sie noch einmal kurz dazu Stellung nehmen, ich würde mich sehr darüber freuen:

**------------- 10.03.2011 -------------**

**5) Internist**

Bei meinem Besuch beim Internisten wurde mir Blut abgenommen und ein EKG geschrieben. Die Theorie dass meine Beschwerden vom Magen herrührten, teilte er nicht und gab mir zunächst einmal Metobeta 100 mit, von denen ich morgens und abends jeweils eine halbe Tablette nehmen sollte.
Mein Besuch war morgens um 9 Uhr, daher habe ich direkt danach und später noch einmal gegen 19 Uhr eine halbe eingenommen. Ich hatte bis dahin den ganzen Tag im Bett verbracht und die Beschwerden waren deutlich reduziert, das Herzklopfen war größtenteils nicht mehr spürbar.

**6) Verschlechterung**

Direkt nach der Einnahme der zweiten Dosis um 19 Uhr war ich noch kurz zu Fuß in der Stadt und habe mich mit Freunden in einem Lokal getroffen. Dort hatte ich Schwierigkeiten Luft zu bekommen und konnte keine 5 Worte am Stück sagen ohne danach schnappend zu atmen.
Genau so auf dem Rückweg, auf dem ich eine relativ starke Steigung und mein Treppenhaus überwinden musste, fiel mir das Atmen sehr schwer und ich lief mit der Geschwindigkeit eines alten Mannes.
Hinzu kamen leichte Kopfschmerzen und gehäuftes Zucken und Ziepen an allen möglichen Stellen im Brustbereich.

**7) Notaufnahme**

Schockiert von meiner körperlichen Verfassung entschied ich mich, noch einmal die internistische Notaufnahme aufzusuchen und schilderte meine Symptome bis sie mich eher widerwillig für die Nacht aufnahmen.
So lag ich dort von ca. 23 bis 8 Uhr.
Vorgenommen wurde:
- Umfangreiche Blutuntersuchungen (Ergebnisse habe ich leider gerade nicht zur Hand)
- Anamnese mit lt. Arzt "diffusen Beschwerden"
- Unauffälliges Abtasten des Bauchraumes bis zu kräftigem und sehr schmerzhaftem Schlag unter die rechte Rippe, die auf eine Gastritis hindeute
- Alle zwei-drei Stunden ein weiteres EKG sowie weitere Blutabnahmen
- Verabreichung einer Tablette Pantozol

Die Symptome wurden besser. Ich lag die komplette Zeit nahezu regungslos da und bekam deutlich besser Luft als vorher.
Bis ca. 6 Uhr lag meine Herzfrequenz zwischen 60 und 70, danach eher im Bereich 80.

Ich wurde mit Ausschluss einer koronaren Herzerkrankung entlassen, man teilte mir mit ich leide unter einer Gastritis und solle 7 Tage mit Protonenpumpenhemmern behandelt werden. Ebenso sei der psychische Einfluss auf die Wahrnehmung der Symptome nicht zu verachten.
Eine weitere Behandlung mit Betablockern sei nicht indiziert.
Die EKGs seien unauffällig und die Blutwerte durchweg im Normbereich.

Die Betablocker nahm ich diesen Morgen daher nicht mehr. Herzklopfen und leichter Druck auf der Brust stellten sich wieder ein, aufgrund der beruhigenden Diagnose aus der Notaufnahme machte ich mir jedoch keine Sorgen und konnte dies gut ignorieren.

**------------- 11.03.2011 -------------**

**8) Ergebnisse des Internisten**

Um 15 Uhr nahm ich meinen Termin beim Internisten wahr, um die Ergebnisse des Bluttests, den er am Vortag um 9 Uhr vorgenommen hatte, zu besprechen.
Er teilte mir mit, ich hätte eine intensive Schilddrüsenüberfunktion mit normalem TSH-Wert und deutlich erhöhten FT3 und FT4 Werten.
In der Notaufnahme seien nur der TSH-Wert und einer der beiden anderen Werte getestet worden. Der dort getestete FT-Wert sei an der obersten Grenze des Referenzbereich gewesen.

Er entschied, ich solle weiterhin die Betablocker gegen das Herzklopfen einnehmen und am Dienstag wieder erscheinen, da er dann die entsprechenden Schilddrüsenmedikamente vorliegen hätte. Desweiteren soll ich baldmöglichst einen Termin beim Endokrinilogen vereinbaren.

Den Rest des Tages hielt ich mich zu Hause und meistens im Bett auf. Mein Essen an diesem Tag sah wie folgt aus:
Frühstück (noch in der Notaufnahme): Zwei einfache Brötchen (ohne Belag)
Mittag: Hähnchenfleisch mit Nudeln, ein Apfel
Abends: 450g Joghurt, verschiedene Sorten
Den Tag über einige Tassen Kamillen- und andere Tees sowie stilles Wasser

**------------- 12.03.2011 -------------**

9) Samstagmorgen

Ich habe die Nacht vergleichsweise gut geschlafen:
- Deutlich weniger Nachtschweiß
- Herzklopfen leicht spürbar bis normal

Am morgen wachte ich auf und ging zur Toilette und war verwundert über die starke Schaumbildung und die dunkle Farbe und habe daraufhin einen Teil "abgezweigt":
Bild der Urinprobe

Das Bild entstand nach starkem Schütteln der Flasche und anschließenden 10 Minuten Warten. Jetzt, nach ca. 30 Minuten ist der Schaum immer noch in der selben Form.
Experte:  Guests hat geantwortet vor 6 Jahren.

Guten Abend,

danke für Ihre Rückmeldung!

Der Betablocker hat Ihnen also offenbar gut getan.
Sie können ohne weiteres dieses Präparat weiter einnehmen, wenn es Ihnen damit bessergeht, jedoch sollten Sie auf die Dosierung und die Einnahmeart achten. Bitte nehmen Sie die Tabletten nicht nach Bedarf ein, sondern nach einem festen Schema.
Zudem wäre eine möglichst niedrige Dosierung für den Anfang anzustreben. Die Dosis erhöhen, können Sie dann immer noch, falls nötig.
Den Säureblocker können Sie ebenfalls weiter einnehme, am besten eine vor dem Schlafengehen, dann wirkt sie am besten.

Was den schaumigen Urin angeht, so kommen grundsätzlich mehrere Ursachen in Frage: vermehrter Schaum kann bei Entzündungen auftreten (bei Ihnen sicher im Moment nicht der Fall).
Wahrscheinlicher wäre eher ein zu hoher Eiweißgehalt im Urin.
Feststellen können Sie dies am einfachsten, wenn Sie sich einen Teststreifen aus der Apotheke holen (gibts dort häufig als kostenlose Proben) und einmal Ihren Urin (am besten morgens, das liefert das beste Ergebnis) mit dem Teststreifen testen.
Der Streifen sagt Ihnen gleich, ob ein Wert nicht im normalen Bereich ist.

Falls der Streifen nichts Besonders anzeigt, wäre eine weitere Möglichkeit noch eine nicht ausgewogene Ernährung. Hier würde die ausreichende Aufnahme von Obst, Gemüse und Fisch (statt rotem Fleisch) Abhilfe schaffen können.

Gute Besserung und halten Sie mich gern auf dem Laufenden!

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