So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an webpsychiater.
webpsychiater
webpsychiater, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 2325
Erfahrung:  Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
53212237
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Medizin hier ein
webpsychiater ist jetzt online.

Meine Schwester, die in einem anderen Land lebt, hat gestern

Beantwortete Frage:

Meine Schwester, die in einem anderen Land lebt, hat gestern am Telefon gedroht, sich umzubringen. Ich habe die Polizei angerufen, die hingefahren ist, sie hat dann geöffnet und die Polizei ist wieder weggefahren. Sie ist seit längerem depressiv, in ihrer Einstellung sehr egoistisch, weil sie ihre Träume nicht verwirklicht hat. Sie gibt anderen die Schuld, dabei hat sie alles, was man sich wünschen kann (lieben Mann, Kind, schönes Haus...). Ihr Mann ist momentan beruflich unterwegs, weiß sich aber auch nicht mehr zu helfen. Sie scheint ihre ganze Umwelt nur noch zu verachten, obwohl wir wirklich versuchen, sie liebevoll und verständnisvoll zu behandeln und ihre Hilfe anbieten. Sie ist bereits in Behandlung, aber trotz medikamentöser Einstellung verbringt sie Tage im Bett und droht immer wieder mit Selbstmord. Wie verhalte ich mich richtig?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Morgen !
Sie leben in Frankreich, ihre Schwester in Deutschland ?

Sie haben völlig richtig gehandelt, als sie die Polizei alarmiert haben. Vermutlich wird ihre Schwester dann gegenüber der Polizei Selbstmordabsichten abgestritten haben. Es ist immer schwierig, diese für eine Zwangsunterbringung erforderliche Eigengefährdung zu bestätigen. Grundsätzlich könnten sie noch den Sozialpsychiatrischen Dienst am Gesundheitsamt des Wohnortes informieren, ggf. (falls bekannt) den Hausarzt. Aber letztlich werden sie kaum etwas machen können.

Gegenüber ihrer Schwester sollten sie sich deshalb am Telefon auch abgrenzen. Sie können ihr anbieten, ihr zu helfen in einer Klinik sofort aufgenommen zu werden. Sie können aber diese Drohungen am Telefon nicht anhören (weil es ihre Schwester ist und es ihnen das Herz zerbricht, wenn sie mit dem Tode droht).

Wer vor Oert hat denn noch Einfluss ? Könnte der Ehemann zurück beordert werden und sich um eine Unterbringung kümmern ?
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Meine Schwester lebt in den USA, das ist alles natürlich nicht so leicht. Sie würde das freiwillig denke ich nie akzeptieren, da ihre Diskussion auf einer unsachlichen Ebene statt findet. Ihre Wünsche sind nicht realisierbar. Alternativen gibt es für sie nicht. Soll ich ihr sachlich mailen, dass ich glaube, das sie ernsthaft krank ist? Oder erreiche ich so nicht das Gegenteil und treibe sie weiter in ihre Depression? Und wenn ich schreibe (oder sage) dass ich die Drohungen nicht hören kann, fühlt sie sich dann nicht noch mehr alleine und unverstanden?
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Soweit ich weiss, ist es mit einer Zwangsunterbringung in den USA schwieriger, zumal die Kosten da auch beträchtlicher sind.

Natürlich ist es ja vielleicht auch objektiv so, dass sie sich da etwas verloren fühlt. Anderes Land, Mann beruflich unterwegs, eine Wünsche nicht realisierbar ?

Es ist da schwierig, "objektiv" zu beurteilen, was sich ändern lässt. Aber zumindest eine Antidepressiva-Medikation wäre besser als Selbstmorddrohungen.

Ich glaube , sie sollten eher von sich und ihrer Sorge um ihre Schwester schreiben und mailen.

Also : "Ich mache mir Sorgen um Dich, weil mir viel an dir liegt.
Weniger im Sinne von "Druck", dass sie nun endlich was tun sollte. Darauf würde sie eher mit Rückzug und Verweigerung reagieren.

Dennoch müssen sie sich Drohungen nicht gefallen lassen. Das dürfen sie klar sagen und schreiben. Sie würden ja auch den Bäcker wechseln, der bei jedem Verkauf von Brötchen damit droht das Geschäft in die Luft zu sprengen, wenn sie nicht auch noch 2 Brote mehr kaufen. Es ist vielleicht ein drastischer Vergleich, aber gegen ein solches grenzüberschreitendes Verhalten und Drohungen muss und sollte man sich wehren.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sie haben mir sehr geholfen. Wir haben jetzt versucht, die Nachbarn einzuschalten. Heute abend werde ich, wie Sie geraten haben, mailen oder telefonieren. In Behandlung ist sie bereits, aber ich denke auch, dass die Einstellung nicht optimal ist. Sie fühlt sich keineswegs verloren, sie lebt schon ihr halbes Leben in den Staaten und würde nie zurück wollen. Alle Menschen, die sie lieben,beleidigt sie unsachlich(leider auch ihren Ehemann) und das auch schon seit längerem. Ich hoffe nur, dass ihre Suizid-Stimmung nicht doch plötzlich eskaliert!
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Wichtig ist, dass sie das Gefühl hat "gebraucht" zu werden. Und sei es nur über Verarbredungen zum Teleonieren oder Skypen. Vielleicht kann man da noch andere "Aufgaben" neu installieren ?



Über das Akzeptieren der Antworten würde ich mich natürlich auch freuen. Nur so wird die Anzahlung auch als Honorar geltend gemacht. Sie können aber selbstverständlich jederzeit dann weitere Rückfragen stellen !
webpsychiater und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.