So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an webpsychiater.
webpsychiater
webpsychiater, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 2325
Erfahrung:  Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
53212237
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Medizin hier ein
webpsychiater ist jetzt online.

Hallo, ich habe die Vermutung, dass mein Freund alkoholabh ngig

Kundenfrage

Hallo,
ich habe die Vermutung, dass mein Freund alkoholabhängig ist und weiß nicht, was ich tun soll. Es ist immer wieder vorgekommen, dass mein Freund sich zurück gezogen hat. Er hat mich zwar immer wieder angerufen und sich nach meinem Befinden erkundigt und seine Probleme erzählt aber er wollte immer allein sein. Ich hab ihn versucht, wenigstens zu einem Spaziergang zu bewegen, aber nichts von dem wollte er.
Dann Silvester, platzte die Bombe, als er ausgerechnet in der Woche in der ich meine kleine Tochter mit viel Mühen bei Oma und Opa untergebracht hatte so einen Anfall hatte und mich dann auch noch ungerecht und wild am Telefon und per sms beschimpfte. Ich habe die Sache mit ihm dann erstmal beendet. Nach einer Woche rückte er damit raus, der Alkohol habe das beschert und er hätte damit ein Problem. Er habe 7 Jahre lang nichts getrunken. Aber dann sei die Nachbarin mit einem Bier rüber gekommen und da habe es wieder angefangen. Er wolle jetzt aber nichts mehr trinken und er würde das auch schaffen. Er wolle wieder zur einer Gruppe gehen, zu der er damals gegangen sei, als er Alkoholprobleme hatte. Weil nun sein Umzug anstand und seine Tochter vom Reiterhof auch noch Flöhe in seine Wohnung gebracht hatte (er war mit schweren Bisswunden übersät) habe ich beide in meine Wohnung aufgenommen. Wir brachten die Flaschen, die er konsumiert hatte zum Glaskontainer. Es waren sehr viele, Bier, Wein sogar eine Flasche mit Hochprozentigem. Er meinte, das wären auch Sachen, die wir zusammen getrunken hätten. Aber das stimmte nicht. Ich habe zwar Bier aber nur einmal Wein mit ihm getrunken, weil er es nicht so mochte, wie er sagte. In meiner Wohnung trank er auch wirklich 10 Tage lang nichts. Er kaute auch keine Kaugummis mehr und roch nicht nach Alk, wie ich es damals wohl bemerkt hatte. Das Zusammenleben war völlig stressfrei und schön. Er putzte die Wohnung, kochte Mittagessen, sorgte für alles und regelte gleichzeitig seinen Umzug perfekt. Außerdem aß er auch wieder richtig, hatte richtig Hunger und bekam Farbe ihm Gesicht. Ich spürte, dass es ihm guttat. Und auch seiner kleinen Tochter, die einmal in der Woche und am WE bei uns war, tat der Aufenthalt bei mir gut. Dann plötzlich wirkte er gereizt, meinte er habe Stress mit dem Umzug und dann meinte er, er müsse einmal raus, er müsse einfach mal in seine Wohnung zurück und dort mal übernachten. Er habe da was zu regeln. Außerdem falle ihm die Decke auf den Kopf. Am nächsten Tag meinte er, er habe soviel geschafft dort und es war soviel und er wolle heute Abend mit mir ein Bier trinken. Eins würde nichts ausmachen und er könne das kontrollieren. Am Abend kam er vorbei, von Bier trinken sprach er nicht mehr, bloß er hatte ganz sicher schon eins oder mehrere Bier getrunken. Er riss sich m.E. wahnsinnig zusammen, hatte aber recht glasige Augen, sabberte beim Sprechen, konnte überhaupt nicht richtig sprechen und gehen und war sehr müde. Er laberte seltsames unzusammenhängendes Zeug. Das kann doch nicht von einem Bier gekommen sein?
Am nächsten Tag blieb er. Am übernächsten machte er Stress, es wäre besser, er wär in ein Hotel gezogen, ihm fiele die Decke auf den Kopf. Dann wollte er plötzlich in ein Hotel ziehen. Er habe "krasse Träume" und er könne sie bei mir nicht ausleben. Und er zog dann aus. Er rief mich an und erzählte unterschiedliche Geschichten, zuerst sein Freund Jens sei bei ihm und sie wollten ein Bier trinken, dann er wolle zu Reiner und dort ein Bier trinken. Jedenfalls habe ich ihm nichts geglaubt. Ich habe zig sms mit komischen Inhalten bekommen, auf die ich nicht reagiert habe. Einmal bin ich das Letzte und dann bin ich wieder die tollste Frau der Welt. Ich habe ihm geschrieben, dass ich meine, dass er ein Alkoholproblem hat und das er rückfällig geworden ist. Er hat das alles verneint. Nein, er wäre am Reißen in seiner Wohnung. Es sei alles ganz anders und er habe das unter Kontrolle. Er habe nur Stress mit der Wohnung und dem Umzug. Er trinke höchstens ein Bier. Das sei doch ganz normal. Er habe keinen Bock auf meinen Psychokram und ich solle damit aufhören. Ich weiß mittlerweile nicht mehr, was ich glauben soll. Ich bin verwirrt. Erst erzählt er mir er habe ein Alkoholproblem, jetzt wieder doch nicht? Wir haben zwei Tüten voll Flaschen rausgetragen, sind die wirklich von den letzten vier Wochen? Kann er das überhaupt kontrollieren, wenn er Alkoholiker ist? Übertreibe ich wirklich? Am schlimmsten ist jedoch, dass seine kleine Tochter Blanca mit ihm Spiel ist, zu der ich einen sehr guten Kontakt habe. Wir wollten uns am Mittwoch wiedersehen, sie freut sich darauf. Weil seine Frau arbeiten muss, hat er sie immer von Mittwoch auf Donnerstag und ich habe sie wegen des Umzugs bei mir aufgenommen. Ob sie nun zwischen Kisten ohne Essen bei einem besoffenen Papa sein muss ? Soll ich seiner Ex-Frau meine Vermutung mitteilen? Aber wenn ich falsch liege, dann habe ich ihm seine Tochter entzogen mit einer falschen Vermutung. Das wäre doch schrecklich!
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag

Ja, ihr Freund hat ja auch selber schon zugegeben eine Alkoholkrankheit zu haben. Und er ist mitten im Suff, auch wenn er es mal schafft für wenige Tage oder gar Wochen "trocken" zu bleiben. Krankheitstypisc bagatellisiert er sein Problem. Wer als Alkoliker meint, sein Saufverhalten mit einem Bier "kontrollieren" zu können, hat noch nichts kapiert. Oder belügt sich und seine Umgebung selber.

Seine Ex wird ja sein Problem bestens kennen. Vermutlich war Alkohol der Trennungsgrund, oder ?

Ich würde ein Kind den Anblick und Gestank eines alkoholkranken Vaters ersparen wollen. Ich kann aber nicht beurteilen, wie seine Ex nun einen Anruf von ihnen aufnimmt. Grundsätzlich würde ich aber der Frau schon ihre Beobachtung mitteilen.
webpsychiater und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Wie könnte denn die Ex reagieren, sodass es sich negativ auswirkt? Was wäre eine gute Reaktion?
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ich verstehe auch nicht, warum er mir erst erzählt, er sei alkoholkrank und dann wieder einen Rückzieher macht. Die Einsicht war doch schon da. Wie kann sie denn wieder verschwinden? Das verstehe ich überhaupt nicht. Ein einmal abgeschlossener Denkprozess und Entscheidungsprozess wird plötzlich wieder völlig über Bord geworfen und sogar negiert. Was ist denn da los im Kopf?
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Keine Ahnung. Nicht jede Frau hört sich gerne Telefonate von einer neuen Freundin an. Im Prinzip hat der Mann ja durchaus ein Besuchsrecht . Es geht ja nur darum, dass er "nüchtern" ist und das Kind geschützt ist.

Eine "gute" Reaktion gibt es halt nicht, weil es keine gute Situation ist. Ich würde den Anruf machen und ihre Sorge mitteilen. Ohne Wertung.

Zu ihrer Frage zur Alkoholkrankheit : Es ist häufig so, dass keine wirkliche Problemeinsicht besteht. Es ist kein abgeschlossener Denkprozess. Es ist Sucht. Und der Alkohol ist dann immer näher als eine abgewogene Denkentscheidung. Das sind Gefühls"entscheidungen" oder besser eher Impulse, die nicht abgebremst erden. Wenn man so genau wüsste, was in seinem Kopf da "verkehrt läuft", wäre man schon weiter.

Salopp gesagt : Sein Verstand ist nicht zu gebrauchen, wenn Alkohol in der Nähe ist.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Okay, vielen Dank für die Antwort. Mir ist gerade eben noch eine sehr gute Lösung meines Problems gekommen: Ich könnte seinem Hausarzt informieren. Zu diesem geht er nämlich sehr oft, wegen Schlafstörungen, Hautkrankheiten usw. Er kann die Mitteilung dann an die Frau weiterleiten, dann bin ich aus dem Schneider. Außerdem geht er ja seit geraumer Zeit nicht mehr zur Arbeit wegen seiner "Depriprobleme" wovon ich nun weiß, dass es Alkoholprobleme sind. Da muss er zu einer Amtsärztin nun gehen und zu einer Psychologin. Auch die könnte ich informieren. Dann wissen die in welche Richtung es geht. Und ich bin dann nicht die, die im Kreuzverhör steht. Was halten sie von der Idee?
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guter Kompromiss, ja. Ich vermute aber, dass die Ex-Frau da auch eine Ahnung hat. Meistens haben die ein sehr sehr feinen Riecher, weil sie ihren Pappenheimer ja schon lange kennen und wissen, wie er lügt.

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie eine Ahnung hat. Denn welche normale Frau schickt ihr Kind einmal in der Woche und jedes zweite Wochenende zu ihrem Ex-Mann, wenn sie genau weiß, dass der ein Alkoholproblem hat? Da würde frau sich doch wohl eine Tagesmutter nehmen. Ich weiß, dass sie sehr gut verdient und sich das wohl leisten könnte. Das ist mir jedenfalls unverständlich. Ich denke, es würde sie vielleicht doch umhauen und möglicherweise glaubt sie es mir auch gar nicht, ich bin ja die Neue. Ich werde also mal den Kompromiss nehmen.
Ich danke XXXXX XXXXXür die Antwort. Einen schönen Sonntag noch.
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Es gibt da ja möglicherweise Vorgaben vom Gericht, oder ? Aber ihre Kompromissüberlegung ist gut !

Ich drücke die Daumen, das es gut ausgeht !