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docapplepie
docapplepie, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 203
Erfahrung:  Facharzt Neurologie und Psychiatrie, Schwerpunkt Gerontotherapie (Altersmedizin), Notfallmedizin
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Meine Mutter hat Alzheimer im Anfangsstadium und ist sehr aggressiv! Es

Kundenfrage

Meine Mutter hat Alzheimer im Anfangsstadium und ist sehr aggressiv!
Es geht ihr mit Aricept zwar erkennbar besser aber
sie bewegt sich überaus langsam, fast wie in Zeitlupe und hat oft einen starren Gesichtsausdruck.
Kann das Parkinson sein und hätte man das im Sommer in der Neurologie erkennen können?
Wie lange ist der Verlauf mit Aricept?
Selbstverständlich werde ich diese neuerliche Frage bezahlen - aber ich bin auf dieser Website nicht gerade sattelfest
DANKE
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag !
Der von Ihnen ursprünglich ausgewählte Kollege war lange nicht mehr Online, daher versuche ich als Psychiater mit gerontopsychiatrischer Erfahrung eine Antwort.

Gute Informationen zu den üblichen bei Alzheimer eingesetzten Medikamenten erhalten Sie hier so wie ich insgesamt einen Kontakt zu einer Alzheimer-Selbsthilfegruppe bzw. der Alzheimer-Gesellschaft sehr empfehlen kann.

Eigentlich wäre es keine so typische Nebenwirkung von Aricept was sie beschreiben. Erhält sie denn noch weitere Medikamente, insbesondere (atypische) Neuroleptika ?

Nun ist es so, dass es (gerade wenn es Veränderungen im Umfeld wie Wohnungswechsel, stationäre Aufenthalte, Betreuer) gibt, zu deutlichen Wesensveränderungen kommen kann. Zwar entspricht die Symptomatik durchaus Medikamentennebenwirkungen, aber eigentlich eher für andere Medikamentengruppen.

Für Parkinson spricht es noch nicht unbedingt, obwohl ein Maskengesicht und Verlangsamung eben auch dazu gehören könnten. Aber typischer sind doch Bewegungsstörungen, speziell beim Anfangen und Beenden von Tätigkeiten, bei Feinmotorik etc. Ich denke eher, dass es wenn überhaupt ein medikamenten-induziertes Parkinsonoid wäre.

Sie sollten sich an eine gerontopsychiatrische Ambulanz oder einen Facharzt für Psychiatrie mit gerontopsychiatrischer Schwerpunktsetzung wenden. Über die Dauer des Verlaufs von Aricept kann man wirklich schwer Aussagen machen. Man sollte hier sehr regelmässig die Wirkung und etwaige Unverträglichkeiten überprüfen, weil einfach nicht alle Patienten von diesem Medikament profitieren.
Experte:  docapplepie hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo!
Ab und an bin ich schon noch online.
Tatsächlich kommt es gerade in den Anfangsstadien und in den letzten aktiven Phasen einer Demenz zu Verhaltenszuspitzungen, also einer Art Demaskierung von früher durch erlernte Sozialisation gedämpften Verhaltensmustern. Das kann auch Aggression sein - gerade wenn Ihre Mutter sozusagen gegen die Demenz ankämpft, noch getriggert durch Ängste und Unverständnis. Durch Aricept, wie durch alle AChE-Hemmer (Reminyl und Exelon auch) kann eine solche Verhaltensauffälligkeit tatsächlich gefördert werden, da es insgesamt zu einer Steigerung der psychomotorischen Aktivität kommen kann.
Die anderen Symptome, die Sie beschreiben, etwa starrer Blick und langsame Bewegungen wie in Zeitlupe sind tatsächlich ungewöhnlich für Parkinson - da stimme ich dem Kollegen zu! Aber es gibt den "akinetischen" Typ der Parkinson-Erkrankung, da könnte das so aussehen, auch Nebenwirkungen von Neuroleptika sehen manchmal so aus, wie vom Kollegen schon erwähnt.
Viel wahrscheinlicher ist aber, wenn Ihre Mutter außer dem Aricept nichts anderes noch einnimmt, dass es sich um einen Krankheits-Effekt der Demenz handelt - und hier ist dann an eine Lewy-Körperchen-Demenz anstelle der Alzheimer-Demenz als Diagnose zu denken. Gibt es denn auch Halluzinationen oder haben Sie das Gefühl, dass Ihre Mutter unter einem Wahn (fehlerhafte Denkvorstellungen) leidet?
Leider ist es nicht möglich, manche Krankheiten in der Frühphase zu entdecken -das trifft auf so klassische Dinge wie Herzdurchblutungsstörung ebenso zu, wie auf M-Parkinson. Sie können heute beim Internisten ein tolles EKG haben- und morgen einen Herzinfarkt bekommen. Wenn die Symptome nicht sehr deutlich sind, so dass es zuerst nur den Angehörigen auffällt, dann kann man auch ein beginnendes Parkinson-Syndrom in einer Neurologischen Klinik übersehen, insbesondere, wenn es untypisch mit Starrheit und Verlangsamung anfängt und der Patient wegen Demenz in der Klinik ist. Da würde ich die Kollegen in Schutz nehmen.
Wichtig scheint mir aber auch, dass Sie ihre Mutter einmal in einer Gerontopsychiatrischen oder Neurologischen Abteilung vorstellen, denn die Feinheiten kann man nur per direktem Kontakt sehen und klären. MfG P. T.
docapplepie, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 203
Erfahrung: Facharzt Neurologie und Psychiatrie, Schwerpunkt Gerontotherapie (Altersmedizin), Notfallmedizin
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