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Mustermann
Mustermann, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 114
Erfahrung:  Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin und Intensivmedizin.
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Mustermann ist jetzt online.

Eine Person aus dem Gesundheitswesen hat die Schweigepflicht

Kundenfrage

Eine Person aus dem Gesundheitswesen hat die Schweigepflicht gebrochen. Die Informationen belasten mich jetzt so sehr, daß ich keine Ruhe mehr finde. Ich möchte diese Person aber nicht belasten. Ich bin selber Ärztin, war bis vor 10 Jahren mit einem homosexuellen Mann verheiratet, habe 2 gemeinsame Kinder mit ihm. Jetzt ist er HIV-infiziert. Er hat häufigen Kontakt zu meinen Kindern und Enkeln 1/2+3 Jahre alt). Er hat ihnen nichts von der Krankheit berichtet. Sie wissen nichts und können sich selbst deshalb nicht schützen. Ich mache mir Sorge, daß es Situationen geben könnte, wodurch sie sich durch das Nichtwissen infizieren können (Verletzung, Unfall, Krankepflege). Ich würde mir große Vorwürfe machen, nicht mit meinen Kindern geprochen zu haben. Ich darf es ihnen nicht sagen und doch habe ich Angst um sie, kann keine Ruhe mehr finden.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 5 Jahren.

Guten Morgen, ich verstehe Ihre Sorgen sehr gut. Es ist eine schwierige Situation.

Rein medizinisch gesehen ist das Risiko einer HIV-Übertragung im täglichen Leben sehr gering. Selbst das gemeinsame Nutzen einer Zahnbürste wird als ungefährlich angesehen. Aus dem Bereich der Ersten Hilfe gibt es praktisch keine Hinweise auf eine Infektionsübertragung z. B. durch Atemspende.

Ich weiss nicht, wie Ihr Verhältnis zu Ihrem Exmann ist, aber gäbe es nicht die Möglichkeit, das Gespräch mit ihm zu suchen. Sie müssten ja nicht sagen, dass Sie von seiner Infektion wissen. Sie könnten ja sagen, dass Sie sich mit seiner Neigung abgefunden haben, sich aber wegen einer möglichen Infektion bezüglich Ihrer Kinder Sorgen machen...Vielleicht ist er ja sogar froh, ein Gespräch führen zu können. So könnten Sie eine Gesprächsbasis in der Familie aufbauen, wo geklärt werden kann, was erlaubt ist und was nicht.

Mustermann, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 114
Erfahrung: Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin und Intensivmedizin.
Mustermann und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Herr Dr. Seidl, das wäre eine super Lösung, die es aber leider nicht geben kann. Ich habe keinen Kontakt mehr zu meine Exmann.Er reagiert leider im Leben nie so, wie ich es tun würde. Auch wenn er alles unternommen hat, mich und meine Praxis wegen dem Austrittes aus der Ehe zu rouinieren, war ich im Interesse der Entwicklung meiner Kinder immer bestrebt, einen normalen Kontakt zwischen Kindern und Vater zu unterstützen.

Über die HIV-Infektionswege bin ich ja informiert.Eine Infektion ist aber durch Blutkontakt nicht ausgeschlossen. Nur wenn die nächsten Angehörigen es wissen, kann man entsprechend vorsehen und schützen. Ich finde es selbverständlich, die Kinder in Kenntnis zu setzen, auch wenn es sie schockieren wird. Nach einer gewissen Zeit der Verarbeitung würden sie vielleich damit umgehen können und Kontakt pflegen, ohne sich zu gefährden.

Für mich ist es jetzt ein juristisches Problem.Kann ich im Ernstfall gezwungen werden, zu sagen, von wem ich die Information habe? Das Leben und die Gesundheit meiner eigenen Kinder und Enkel zu schützen steht für mich über meiner eigenen Schweigepflicht. Wie ist es juristisch. Welche Möglichkeiten habe ich?

Die Verletzung der Schweigepflicht kann mit Haftstrafen 1-2 Jahre und Geldstrafen bestraft werden. Als Mediziner werden Sie das sicher auch nicht beantworten können?

Vielleicht schweigen ja meine Kinder, wenn ich es ihnen sage und fordern die Situation anders heraus, ohne mich zu verraten? Sie könnten nach den Medikamenten fragen, die er in der Tasche hat, Antwort und gegenseitige Ehrlichkeit verlangen, dann vielleicht reden, wie es weiter geht? Eine solche Situation des Verschweigens dieseer Krankheit wäre für mich ein tiefer Vertrauenbruch zwischen Kindern und Vater.

Freundliche Grüße R.H.

Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 5 Jahren.

Für Sie gilt die Schweigepflicht hier nicht, da Sie ja nicht behandelnde Ärztin sind. Sie werden wohl kaum gezwungen werden können, Ihre Informationsquelle zu nennen, jedoch wird es wohl auf der Hand liegen, wer es war, weil Ihr Exmann ja nur bei wenigen Ärzten in Behandlung sein wird. In dem Bereich Vermeidung von Ansteckung ist die Rechtssprechung uneinheitlich, hier spielt der Einzelfall eine Rolle (zB Patient mit HIV plant ungeschützten Verkehr). Normaler Umgang mit Familienangehörigen würde wohl den Bruch der Schweigepflicht nicht rechtfertigen.

Es tut mir sehr leid, dass Sie in dieser schwierigen Lage sind, einen Königsweg gibt es nicht. Wäre es möglich, dass Sie Ihren Exmann in einer eindeutigen Situation beobachtet haben könnten und daraus eine Warnung konstruieren? So müssten Sie nicht den Bruch der Schweigepflicht preisgeben...

(Bitte nicht erneut akzeptieren)

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Vielen Dank XXXXX XXXXX Seidl,

ich denke, daß ich nun weiterkomme. Ich gehe wohl doch in die "Höhle des Löwen" und werde mit ihm selber sprechen.Dann werde ich weiter sehen, was passiert.

Vielen Dank für die hilfreichen "Experten"-Hinweise und noch viel Freude bei dieser beratenenden Tätigkeit.

Grüße von R.H.

 

Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ich drücke Ihnen die Daumen. Schützen Sie bitte den Kollegen/Kollegin, die die Schweigepflicht gebrochen hat.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Herr Dr. Seidl,

ich hatte schon einmal "Akzeptieren" bestätigt. Muß es es noch einmal tun?

Es ist das erste mal, daß ich solch einen Weg gewählt habe.

In meinem Kopf war Unruhe, weil ich mit Niemanden darüber reden konnte.

Ich habe Kontakt zu meinem Anwalt aufgenommen, damit ich nichts falsch mache.

Mir sind die möglichen Konsequenzen klar. Es ist nicht das Ziel, daß jemand zu Schaden kommt. Das darf nicht passieren.

Er hat mir klare Anweisungen gegeben.

Danke XXXXX XXXXX einmal, R.H.

 

Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 5 Jahren.

Einmal akzeptieren ist ausreichend.

Es wäre nett, wenn Sie mir in Stichpunkten schreiben könnten, was Ihnen Ihr Anwalt geraten hat. Vielen Dank!

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hinweise des Anwaltes:

 

1. Die Person, die mir die Information gegeben hat, hat eindeutig eine Straftat

begangen. Es wird durch den Statsanwalt ermittelt werden.

Das mindeste Strafmaß für die Person wird Verlust des Arbeitsplatzes und der

Verbot, in dem Beruf weiter zu arbeiten.

Mir würde als Mutter wohl nichts passieren, da es mir nur zugetragen wurde und ich

nicht die behandelnde Ärztin bin, wie Sie es auch gesagt haben..

 

2. Ich habe definitiv nichts zu wissen, kann auch nichts beweisen, ich habe nur etwas

"munkeln" hören über 7 Ecken oder mehr.

Ich mache mir jetzt Sorgen, möchte Ehrlichkeit im Interesse und der Sicherheit der

Kinder und Enkel.

3. Ich soll nun meinen Ex-Mann um ein Gespräch bitten, auch wenn es mir schwer fällt.

Es "gehe um die Kinder". Ich soll ihm sagen, was "gemunkelt" wird und ihn bitten,

selbst mit den Kindern zu sprechen, falls etwas Wahres dran ein sollte.

Ich soll betohnen, daß ich ich nichts genaues weiß.

Es würde ja Schweigepflicht bestehen und niemand würde mir etwas sagen.

Ich mache mir jetzt aber Sorgen, möchte Klarheit im Interesse und der Sicherheit

der Kinder und Enkel.

 

4. Ich soll auf keinem Fall gleich mit den Kindern sprechen, weil sie sicher total

schockiert sind und es garn nicht für möglich halten. In der Panik würden sie etwas

ins Rollen bringen, was für alle nicht gut ist und schwer abschätzbar ist in den

Konsequenzen. Ich müsste es dann auch beweisen.

Meinen Kindern dürfte ich auch nur sagen, was ich genau "weiß".

Ich habe es aber nur "munkeln" hören.

 

5. Wenn mein Ex-Mann abweisend reagieren sollte, will mein Anwalt das Vorgehen

gegenüber meinen Kindern mit mir gemeinsam vorbereiten.

 

Mein Ex-Mann ist übrigens Jurist und arbeitet beim Gericht. Er ist homosexuell, war (ist?) Alkoholiker und nun noch das Problem. Er ist Beamter, hatte schon einmal eine Versetzung bekommen wegen Alkohol am Arbeitsplatz. Jedoch war die "Strafe" sein Traumjob, so paradox ist es manchmal im Leben (Arbeit im Archiv ohne viel Verantwortung mit gutem Gehalt).

Er ist sehr unkonzentriert und macht viele Fehler. Die Gerichtsprozesse gegen Ihn hatte ich alle gewonnen und dabei viel gelernt. Ich habe da keine Angst.

Mein Bauchgefühl sagt mir, ich muss da durch. So geht es nicht. Meine Tochter ist so verantwortungsvoll gegenüber ihren Kindern, liebt sie über alles.

Allerdings hat es Jahre gedauert, bis sie sich mit den Veranlagungen des Vaters abgefunden hatte. Es wird schwer werden.

Ich weiß, daß man meinem Ex nicht vertrauen kann. Genauso, wie er die Hoosexualität 20 Jahre verschwiegen hat, jetzt 8 Jahre HIV verschweigt, würde er auch einen ungewollte Blutkontakt mit den Enkeln verschweigen. Natürlich ist es Angst. Es ist ein Mensch, der nicht zu sich selbst steht und nicht selbst die Konsequenzen seines Lebens trägt. Er ist so furchtbar schwach in meinen Augen, unglaublich, daß es mein Mann war.

 

Vielen Dank für alles

R.H.

Alles Gute und viel Erfolg in Ihrer weiteren Arbeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Ich wünsche Ihnen die notwendige Kraft und viel Erfolg.

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