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Mustermann
Mustermann, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 114
Erfahrung:  Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin und Intensivmedizin.
48484863
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Mustermann ist jetzt online.

Meine Mutter starb 2000 w hrend einer Dialyse 79j hrig. Zun chst

Kundenfrage

Meine Mutter starb 2000 während einer Dialyse 79jährig.

Zunächst war sie in einem Dialysezentrum, welches von ihrem Nephrologen betrieben wurde. Dort ging es ihr den Umständen entsprechend gut. Als man aber feststellte, dass sie Hepatitis C infiziert ist, vermutlich durch erforderliche Bluttransfusionen, verlegte man meine Mutter in die Isolierstation der Stadtklinik.
Dort ging es ihr fortan schlecht bis miserabel. Sie dachte jedesmal ihr letztes Minütchen hat geschlagen, also 3x Todesangst pro Woche.
Als wir auf Besuch in Antwerpen waren, mußte eine Blutwäsche organisiert werden. Auch dort ging es ihr in einem sehr einfachen Krankenhaus hervorragend.
In der Stadtklinik ließ man meine Mutter aber in dem Glauben, dass sie nur mit ihr diese Probleme hätten!!! Also irgendwie selber schuld!

Nun erfuhr ich rein zufällig, dass man 2002 genau in dieser Klinik die Filtertechnik austauschte, weil es eben nicht nur meine Mutter erwischt hat. Ich erfuhr, dass die Ursache des Übels eine Substanz war, mit der die Filter sterilisiert wurden, auf die einige Patienten mit einem allergischen Schock reagierten. Inzwischen werden diese Filter mit Dampf sterilisiert und es treten derartige Reaktionen nicht mehr auf.

Ist Ihnen dieses Problem bekannt?
Hat es Ihrer Meinung nach Sinn bei Fresenius zu recherchieren?


Für eine differnzierte Auskunft würde ich mich freuen.


Mit freundlichen Heide Kratz
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 6 Jahren.

Guten Tag. Gerne beantworte ich Ihre Frage. Selbstredend kann ich hier keine Diagnose stellen oder Therapien einleiten, sondern nur allgemein beraten.

Zunächsteinmal: Krankenhäuser müssen Krankenakten 30 Jahre aufheben, d. h. es besteht keine Notwendigkeit zur Eile.

Das es zu allergischen Reaktionen bei Dialysen kommt ist denkbar. Um einen Schadensersatz o. ä. oder eine Verurteilung der Schuldigen bei Komplikationen zu erreichen ist es notwendig, dass ein vermeidbarer Fehler vorliegt wie z B. es wurde ein nicht zuglassenes Produkt verwendet, ein Einwegprodukt aufbereitet, eine Außenseitermethode ohne das Wissen des Patienten angewendet oder der Patient war über bekannte Risiken nicht aufgeklärt.

Sie als medizinischer Laie haben alleine keine Chance, das herauszubekommen (das bei anderen Patienten ähnliche Probleme auftraten und nach einer Weile nicht mehr beweist nichts). Mein Rat: Wenden Sie sich an die Schlichtungsstelle Ihrer Zuständigen Ärztekammer. Hier erhalten Sie kostenfrei unparteiische Hilfe Der Gang zum Anwalt wird Sie viel Geld kosten und Sie zum Prozess führen. Sie können natürlich auch nochmals das Gespräch mit dem Krankenhaus suchen, wenn es Ihnen allein um die Wahrheitsfindung geht. Sie dürfen jedoch dabei niemals den Vorwurf eines Behandlungsfehlers äußern, weil der Arzt ab diesem Moment schweigen muss , um nicht seinen Versicherungsschutz zu verlieren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg

Mustermann und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Herr Dr. Seidel,

 

vielen Dank für Ihre Auskunft und Ihre Ratschläge. Wichtig war für mich zu erfahren, dass die Unterlagen 30 Jahre aufbewahrt werden müssen und nicht 10 Jahre.

Wie aber komme ich an diese Unterlagen?

 

Eine meiner Fragen an Sie lautete, ob Ihnen das Problem der fragwürdigen Fresenius-Filtertechnik bekannt ist, die 2002 ausgetauscht wurde. Darauf hatten Sie mir nicht geantwortet.

Es ist ja eher eine Auseinandersetzung mit Freseniustechnik und wie man es zu bewerten hat, dass man meine Mutter (und auch mich) von Seiten des Klinikums in dem GlauXXXXX XXXXXeß, allein bei meiner Mutter läge das Problem, denn das war ja wohl doch nicht der Fall. Meiner Insiderauskunft nach, trat das Problem ja bei einigen Patienten auf und es mußte ja einen Grund gegeben haben, dass man die Technik in 2002 umstellte, was die Häufigkeit der Komplikationen merklich reduzierte.

Die Filter wurden ja ursprünglich von Herstellerseite aus mit einer Substanz ausgestattet, die die Komplikationen auslösten, die später, als man offenbar das Problem erkannte, ebenfalls von Herstellerseite aus mit Dampf sterilisierte.

Man fragt sich doch sofort, warum nicht gleich so? Warum eine Substanz benutzen, wenn die Sterilisation mit Dampf funktioniert? War diese Substanz ausreichend getestet, bevor man sie einsetzte? Es geht also nicht um Behandlungsfehler in der Klinik. Allerdings empört mich im Nachhinein die Verschleierungstaktik in der Klinik auf Kosten der Dialysepatienten, denn offenbar hatte man auf dieser D-Station Probleme.

 

Meine Informantin, die täglich mit dieser Technik in der Klinik zu tun hatte, erzählte mir außerdem, dass sie über diesen Zeitraum hinweg bis zur Arbeitsunfähigkeit wunde Finger hatte. Dieses Phänomen blieb nach der Erneuerung der Filtertechnik aus. Der Gedanke XXXXX XXXXX nah, dass es einen Zusammenhang zwischen den wunden Fingern dieses Pflegepersonals und dieser Sterilisationssubstanz gegeben haben könnte. Jedenfalls stellt es sich für meine Informantin im Nachhinein so dar.

 

An einem Prozess bin ich nicht interessiert, bin nur an einer Aufklärung und Stellungnahme interessiert.

Wem und was würde ein Prozess denn bringen? Das würde mich in der Tat noch interessieren.

Ihre Antwort hatte ich schon positiv bewertet, wollte meine Fragen nur noch eingehender beantwortet haben.

Mit freundlichen Grüßen Heide Kratz

Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 6 Jahren.

Zunächst einmal: Danke für das Akzeptieren der Antwort, obwohl Sie noch nicht ganz zufrieden waren. Ich habe Ihre Frage nach meinem Kenntnisstand beantwortet, weil sonst kein Kollege hier sie beantwortet hat.

Ich bin nicht Nephrologe sondern Intensivmediziner, bei den Dialysegeräten auf der Intensivstation wird ausschliesslich Einwegmaterial verwendet. Somit kann ich Ihnen aus eigendem Erleben keine Antwort zu der Frage der Sterilisation von Mehrwegmaterial geben.

Der Patient oder dessen Bevollmächtigter hat Anspruch auf Herausgabe von Kopien (kostenpflichtig) der Kankenunterlagen. Ob Sie Berechtigte sind, kann ich nicht genau sagen, da dies ein juristisches Problem ist. Hier spielt herein, dass die Ärzte auch gegenüber Angehörigen Schweigepflicht haben, Sie also als Tochter nicht unbedingt Anspruch auf Auskunft haben, es sei denn, Sie wären von Ihrer Mutter beauftragt oder bevollmächtigt.

Sie können sich natürlich (mit den genauen Daten zum eingesetzten Material von Ihrer Informantin )-die sich damit aber wieder Problemen mit Ihrem Arbeitgeber aussetzt-) an Fresenius wenden. Ich habe wenig Hoffnung, dass hier freimütig Probleme eingeräumt werden.

Bitten Sie doch den Chefarzt der Klinik um ein Gespräch, sagen Sie, dass Sie nur wissen wollen, welche Probleme es gab, um Ihren Seelenfrieden zu finden, und wann die Klinik wie das Problem realisiert hat und wie Sie reagiert hat. Auch hier habe ich die Befürchtung, dass Sie evtl enttäuscht nach Hause gehen. Leider hat eine offene Fehlerkultur noch nicht umfassend sich in der Medizin breit gemacht. Ich bin froh, dass ich in einer Klinik arbeite, wo dies anders ist, und ich offen mit meinen Patienten über Komplikationen , fehler und Probleme reden kann/darf.

Ich möchte nochmals auf die Schlichtungsstelle der Ärztekammer hinweisen, hier finden Sie kompetenten Rat zu all diesen Fragen.

Alles Gute

 

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