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Dr. Schaaf
Dr. Schaaf, Privatpraxis, Online-Beratung
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 2012
Erfahrung:  Spezialisiert auf fachübergreifende Zweite Meinung
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Dr. Schaaf ist jetzt online.

Ich k mpfe mit einem sehr geringen Selbstwertgef hl. Das u erte

Kundenfrage

Ich kämpfe mit einem sehr geringen Selbstwertgefühl. Das äußerte sich in den extremen Zeiten mit fast dauerhaftem Erröten und dadurch schon ziemlicher Abschottung von der Außenwelt. Mit den Jahren ist das zurückgegangen - trotzdem passiert es dann doch ab und zu. Fühle mich daher sehr unsicher. Kann nicht auf andere Menschen zugehen, da ich immer darüber nachdenken muss, was sie wohl über mich denken. Ärgere mich dann über mich selbst und bin gerade sehr unzufrieden. Gibt es effektive Lösungen?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Dr. Schaaf hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo Lisa,

Sie sind auf dem besten Weg. Sie haben Ihr Problem nicht nur erkannt, sondern schildern es auch fast "nüchtern". Das ist die beste Voraussetzung für einen pragmatischen Umgang mit dem Problem.

Punkt 1
Ihr Nachbar ist fett und geht trotzdem ungeniert auf die Straße. Der daneben ist strunzdumm und hält trotzdem nicht seinen Mund.
Was ich sagen will: Viele Menschen sind eine viel größere Zumutung für die Umwelt als Sie. Sie sind ein absolut sympathischer Zeitgenosse, der nur mal ein bisschen rot wird. Was ist das schon? Vielleicht außergewöhnlich, aber sicher keine Zumutung. Es gibt also keinen Grund, im Boden versinken zu wollen, nur weil die Röte sich gerade mal wieder ungebeten ins Gesicht schleicht. Man darf seienr Umwelt ein bisschen was zumuten und wenn es nur die Röte ist, dann wird Sie jeder dafür lieben.

Punkt 2
Wer ständig darüber nachdenkt, was andere über ihn denken, findet in sich selbst nicht genug Bestätigung. Damit sind Sie nicht allein, das geht sehr, sehr vielen Menschen so. Ein einfacher Ausweg ist, sich e i n e n Menschen zu suchen, dem S i e die Kompetenz der richtigen Einschätzung zubilligen. Eine Freundin, Ihre Mutter /Schwester, Ihr Freund oder Mann. Diese Person sollten Sie aus tiefstem Herzen respektieren und sie sollte dauerhaft in Ihrem Leben sein. Führen Sie gelegentlich nicht zu lange Gespräche (max 30 Minuten) mit ihr mit ganz klaren Fragen. Ich habe das Gefühl, ... Beispiel: Meine Arbeitskollegin schafft alles immer besser und schneller als ich. Ihr Gesprächsparner wird Sie nach Fakten fragen und dann gibt es ein Ergebnis. Entweder Sie haben Recht, dann sind Sie eben Nummer 2 und haben trotzdem Ihre Existenzberechtigung auf dieser Welt, denn es kann nicht jeder Nummer 1 sein, oder - und das wird viel öfter der Fall sein - es wird Ihnen klar, dass Sie nur in Ihrer eigenen Sichtweise klein und hässlich und dumm (oder was es auch sei) sind. In Wirklichkeit aber stehen Sie ganz anders da und - !!! - vor allem sieht man Sie ganz anders als Sie sich selbst sehen. Was im Klartext heißt, dass es gar kein Problem gibt, sondern Sie sich eins machen! Das kann man auch bleiben lassen, vor allen wenn der respektierte Mensch Ihnen das klar macht. Er sollte Ihnen einfach nur einen "Spiegel vorhalten".

Eine Veränderung geht nur mit Geduld und nur in kleinen Schritten. Regelmäßig solche Gespräche wie eben beschrieben, sind ein zuverlässiger Weg zu einer anderen Selbstwahrnehmung und damit können Sie Ihr Verhalten ablegen.

Im Grunde geht es darum, dass Sie selbst zu wenig lieben und es gibt viele Möglichkeiten, an diesem Problem zu arbeiten. Ich habe mich intuitiv für diesen Vorschlag entschieden. Sollte er Ihnen nicht sympathisch sein, lassen Sie es mich bitte wissen. Ansonsten wünsche ich Ihnen alles Gute.


Mit freundlichen Grüßen

Dr. Schaaf
_________
Vergessen Sie bitte nicht, hilfreiche Antworten zu "AKZEPTIEREN".
Die Beratung im Internet ersetzt nicht die persönliche ärztliche Beratung.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo Frau Dr. Schaaf,

erst einmal danke für Ihre Antwort. Ich weiß, dass ich durch das Erröten nicht unsympathisch wirke und ich weiß auch, dass ich eigentlich auch ganz erfolgreich im Job bin (ich bin Lehrer und daher wurde mir das in unzähligen Reflektionen attestiert), ABER: ich fühle es nicht.

Ich fühle mich manchmal als wäre ich unsichtbar. Ich bin jetzt 26 und sehe mich selbst nicht als Erwachsene Person. Um mich herum gibt es so viele charismatische Menschen, die eine so wunderbar warme und offene Ausstrahlung haben. Ich habe die Feststellung gemacht, dass ich so gut wie gar keine Präsenz habe. Wenn ich mal abends ausgehe werde ich oft gar nicht bemerkt, ich komme auch sehr schlecht mit anderen ins Gespräch. Unter vielen Leute wirke ich anscheinend auch verschlossen oder strahle irgendetwas Negatives aus. Oft kommen Leute auf mich zu und fragen mich, ob es mir nicht gefällt. Sie denken ich sei arrogant und abweisend (habe ich schon öfter gehört), obwohl ich mich eigentlich ganz normal verhalte. Bin eben durch meine Unsicherheit zurückhaltend.

Ich weiß eigentlich selber gar nicht, wie ich bin. Ich habe das Gefühl, bei jedem Bekannten oder Kollegen eine Rolle zu spielen, um so freundlich wie möglich zu erscheinen. Es ist eben schwierig, sich keine Gedanken zu machen, was der andere wohl über mich denkt - auch wenn mein Kopf sagt, dass das gar nicht wichtig ist.

Enge Freunde habe ich schon lange nicht mehr. Die Freunde aus der Jugend sind alle in Beziehungen oder haben eben schon geheiratet. Ich bin seit 4 Jahren Single und war auch noch nie so richtig verliebt oder hatte das Gefühl den Partner fürs Leben gefunden zu haben. Meine Eltern und mein Bruder sind total ok. Ich rede aber mit meinen Eltern nicht über solche Dinge. Das würden sie nicht verstehen - müssen sie auch nicht (ich verstehe mich ja auch nicht).

Das Resultat ist eben eine große Unzufriedenheit - manchmal mehr, manchmal weniger. Ich sehe das Leben eher als Verpflichtung und nicht als erfüllend.



Experte:  Dr. Schaaf hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Morgen,

das klingt jetzt schon deutlich ernster. Die schnellste Antwort wäre von Anfang an gewesen, Ihnen eine Psychotherapie zu empfehlen. Das ist ganz sicher ein richtiger Weg und so wie Sie Ihre Situation jetzt schildern, sollten Sie sich einen Termin beim Psychotherapeuten geben lassen. Das wird erfahrungsgemäß nicht sehr schnell gehen, obwohl Sie als Lehrer privatversichert sind, was die Sache durchaus beschleunigen mag.

Ich möchte aber nochmal auf Möglichkeiten zu sprechen kommen, die es neben der Psychotherapie gibt und sage Ihnen auch, warum: Kein Mensch kann Sie ändern, sondern Sie müssen sich selbst ändern. Dazu brauchen Sie Hilfe, ohne Frage. Aber es muss vielleicht nicht unbedingt ein Psychotherapeut sein, asuf den Sie lange warten müssen und dessen Behandlung sich über einen langen Zeitraum erstreckt. Wie der Impuls heißt, der Sie dazu bringt, sich zu ändern, ist egal, Hauptsache er funktioniert und ich habe immer noch den Eindruck, dass Sie nicht nur etwas an Ihrer Situation ändern wollen, sondern das auch können. Daher hier noch ein paar Möglichkeiten, die Sie bis zur Psychotherapie, später parallel oder vielleicht eben doch "anstatt" probieren können.

Wenn Sie Psychotherapie oder Coaching in die Suchmaschine eingeben, werden Sie vermutlich eine ganze Reihe von Angeboten in Ihrer Nähe finden. Auch Heilpraktiker können sich auf dem Gebiet der Psychotherapie spezialisieren.

Das Problem, den richtigen Therapeuten zu finden, haben Sie immer, egal ob Sie ärztliche oder nicht-ärztliche Angebote annehmen. Da hilft nur das Erstgespräch mit dem Therapeuten, bei dem Sie den ersten Termin bekommen. Erst nach dem Erstgespräch entscheiden Sie sich für oder gegen eine Zusammenarbeit. Die Kosten für ein solches Erstgespräch sollten überschaubar sein, erfragen Sie den Preis aber bitte gleich bei der Terminvereinbarung.

Wenn Sie möchten, können Sie Bücher lesen von Menschen, die Ihr Problem schon erfolgreich bewältigt haben. Kennen Sie z.B. Dale Carniege? "Sorge Dich nicht, lebe" wäre etwas für Sie.

Zu Ihrer Schilderung wollte ich noch zwei Dinge sagen: Haben Sie gemerkt, dass es gar nicht sein kann, dass Sie nicht wahrgenommen werden, wenn man Sie fragt, ob es Ihnen nicht gefällt?
Wenn Sie in Gesellschaft nichts sagen, dann werden die anderen unruhig, fühlen sich beobachtet und - weil die anderen eben doch nicht so charismatisch und selbstsicher sind - haben sie Angst davor, dass Sie eine schlechte Meinung von ihnen haben. Das ist eine Spielregel, die nichts mit Ihnen zu tun hat. Das geht jedem so, der sich in einer Gruppe schweigend und ruhig verhält. Machen Sie es den anderen etwas leichter. Verunsichern Sie sie nicht, sondern versuchen Sie es mit dem winzigen Lächeln, das Sie sich auch wünschen würden.


Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Dr. Schaaf
Dr. Schaaf und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Danke XXXXX XXXXX haben mir sehr weitergeholfen.