So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Mustermann.
Mustermann
Mustermann, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 114
Erfahrung:  Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin und Intensivmedizin.
48484863
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Medizin hier ein
Mustermann ist jetzt online.

Guten Abend. Ich habe eine Frage zu neurologischen Ausfallerscheinungen.

Kundenfrage

Guten Abend. Ich habe eine Frage zu neurologischen Ausfallerscheinungen.
Ich bin 27 Jahre alt und hatte ca. vor 2 Jahren das erste mal Nachts das Problem aufzuwachen, weil ich mein Bein nicht spüren konnte. Ich habe darauf rumgehauen, bin darauf rumgehüpft, habe meine Muskulatur extrem angespannt. Den Muskeltonus konnte ich spüren, aber das restliche Bein ringsherum nicht. Nach ca. einer halben Stunde kam das Gefühl wieder. Eine ganze weile hatte ich Ruhe, dann, nach ca einem Jahr tauchte das Problem wieder auf. Ich fing an, nach Parallelen zu suchen, falls es wieder erscheint, und genau das tut es nun immer häufiger. Es gibt keine Parallelen, aber diese Taubheit taucht in immer kürzeren Abständen auf und bleibt auch zeitlich immer länger bestehen. Es ist, als wäre mein Bein ab der Leiste einfach nicht da.
Was mir weiterhin zu denken gibt, ist ein Vorfall vom April diesen Jahres. Ich war mit meiner Schwester in Schottland im Urlaub. Alles war wie immer, bis ich plötzlich beim Autofahren wahnsinnige Schmerzen in all meinen Gelenken bekam. Ich konnte nichteinmal meine Finger vom Lenkrad lösen. Es fühlte sich an, als hätte man jedes meiner Gelenke in einen Schraubstock gespannt. Ich bekam schnell hohes Fieber und mir war schrecklich übel. Irgendwann schlief ich ein, und das kuriose ist, am nächsten Tag waren alle Symptome weg, einfach weg. Wieder zuhause haben mein Arzt und ich alle möglichen Untersuchungen gemacht. Borreliose, Hepatitis, Rheuma, etc. Aber nichts konnte nachgewiesen werden. Ich habe eine bestimmte Vermutung, möchte aber gern Hypothesen von anderen Medizinern hören. Vielen Dank
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag !

Irgendwie sind das sehr eigentümliche Beschwerden, die man eigentlich nur schwer / kaum einer neurologischen Störung zuordnen kann.

Einerseits könnte man an ein Krampfleiden denken, also eine Epilepsie. Zumindest würde ich ein EEG unter Provokation für sinnvoll erachten. Daneben habe ich an eine Konversionsstörung / Dissoziative Störung gedacht.

Gibt es bei ihnen in irgendeiner Hinsicht Angst / Stress bzw. irgendwelche Belastungen aus der frühen Kindheit, die sich in Form von derartigen atypischen Symptomen bemerkbar machen könnten ?
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Danke für ihre Antwort.

Um ihre Frage zu beantworten: Nein, es gibt keine Angstzustände oder irgend geartete Streßsituationen, an die ich mich erinnern könnte, die eine solch atypische Symptomatik hervorrufen könnten. Ich war ein Kind wie jedes andere. Allerdings, wenn wir schon nach Streß fragen, kann ich anmerken, dass, kurz bevor die erste Lähmung auftrat, ein Todesfall an meinem Geburtstag stattfand. Innerhalb der nächsten 6 Monate habe ich weitere 4 Personen zu Grabe tragen müssen. Ich bin eine halbwegs sportliche, ihren Beruf liebende, einigermaßen ausgeglichene Person. Ich habe täglich in meiner Praxis mit Patienten unterschiedlichster Coleur zu tun. Patienten mit neurologischen, koronaren, onkologischen Erkrankungen, und bin daher ohnehin vorsichtig, meine Symptome nicht zu ernst zu nehmen, um nicht etwas hinein zu interpretieren, was nicht da ist. Wenn ich nach weiteren Symtomen suchen würde, könnte ich erwähnen, dass ich nach einem Autounfall im Jahre 2007 began, einen Strabismus im linken Auge zu entwickeln, und dass meine Sehkraft ohnehin nachläßt. Nun, welche Schlüsse ziehen sie?
Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 6 Jahren.

Guten Tag. Gerne beantworte ich Ihre Frage. Selbstredend kann ich hier keine Diagnose stellen oder Therapien einleiten, sondern nur allgemein beraten.

 

Mein Kollege hat Recht, Ihre Symptome passen nicht gut zu einem Krankheitsbild, was nicht heisst, dass es nicht doch eine einzige Ursache gibt. Dies wäre jedoch eine Rarität.

Sie scheinen auch im Medizinbetrieb tätig zu sein, und haben eine Verdachtsdiagnose, die Sie hier "zur Bestätigung" hören wollen. Es wäre aber nicht seriös, jetzt mit möglichen Diagnosen zu wetteifern (natürlich kamen mir auch Ideen, aber sie passen eben nicht gut). Ich raten Ihnen deshalb, sich neurologisch untersuchen zu lassen, ob ein pathologischer Befund eine Erklärung bieten kann.

Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ich "glaube" (weiss es aber nicht), dass ihr Gehirn ein Datenverarbeitungsproblem hat. In einer Anspannungs- oder Alarmsituation hat sich ihr Gehirn irgendwie zu viele emotionale Erlebnisse nicht wie üblich "ablegen" können. Nicht verarbeiten können, meine ich damit. Das führt zu einer Art "Datenmüll" im Gehirn. Die Gefühle bzw emotional belastenden Erlebnisse im Zusammenhang mit den Trauerfälle bzw. anderen Belastungen haben sich wie bei einem zugemüllten Computer angesammelt. Und führen zu merkwürdigen Abstürzen bzw. Symptomen, die sich eigentlich neurologisch nicht erklären lassen.

Ich habe vergleichsweise häufig, derart merkwürdige Symptome unter meinen Patienten. Vermutlich, weil ich merkwürdig arbeite. Ich übersetze die Gefühle in Bilder und wende dann über Augenbewegungen (wie im Traumschlaf) tatsächlich eher eine Defragmentierung (von REM-Schlaf-Erlebnissen) an, als eine klassische Psychotherapie zu machen. Die Grundidee dazu finden sie unter www.emoflex.de

Ob das nun eine Erklärung für ihre Symptome ist, weiss ich natürlich nicht. Mir fällt nur überhaupt keine neurologische Störung ein, die so eine Symptomatik wirklich befriedigend erklären könnte...
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 6 Jahren.
Wenn sich keine Nachfragen oder weitere Klärungen ergeben, bitte ich um Akzeptieren der Antwort.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ich bitte Sie, noch ein paar Tage auf das Akzeptieren zu warten. Ich werde ihnen das Geld zukommen lassen, möchte vorher nur gern ein paar Dinge abklären. Keine Bange, sie bekommen das Geld. Ich bitte nur um ein wenig Geduld, da ich befürchte, zu dieser Sache noch die ein oder andere Frage an sie zu haben.
Experte:  Dr.med.24h hat geantwortet vor 6 Jahren.

Lieber Fragesteller, liebe Kollegen,

nur um eine plausible, wenn auch seltene organische Ursache nicht zu vergessen, möchte ich hier eine Störung im Thalamusbereich diskutieren. Eine fokale Raumforderung oder eine (schubweise) auftretende Durchblutungsstörung, z.B. im Rahmen einer Vaskulitis oder einer Gefäßmalformation kann durchaus diese Symptome machen. Das Bein ist quasi "ein Quadrant", und die rein sensible Störung wäre genauso hier denkbar wie eine Erhöhung der Schmerzsensibilität im gesamten Körper, hier vorzugsweise aber als Brennschmerzen (Kausalgien) zu finden. Falls noch nicht geschehen, würde ich ein MRT des Schädels mit Thalamusfeinschichtung und MR-Angio des Hirnstamms durchführen - nur zur Sicherheit.

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Herren Doktoren,

ich schreibe Ihnen auf ausdrücklichen Wunsch meiner Ehefrau.
Theresa verstarb am 30. Januar im Alter von nur 28 Jahren an einem Gehirntumor,
welcher ihr komplettes Knochensystem mit Metastasen versetz hatte.
Doch die von ihr beschriebenen neurologischen Ausfälle rührten von einer anderen Stelle her. Theresa litt an MS.
Der Grund nun, warum Theresa wollte, dass ich ihnen hier schreibe, ist folgender:
Sie wollte Sie bitten - ich zitiere - " mit psychosomatischen Ursachen als Symptomgeber nicht allzu schnell bei der Hand zu sein."

Ich selbst weiß nicht recht, warum sie das sagte und wie genau sie es gemeint hat, aber ich habe getan, was sie von mir wünschte.

Markus Richter
Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Herr Richter,

 

Ihre Nachricht hat mich sehr betroffen gemacht, und mir tut es leid, daß Ihrer Frau nicht mehr geholfen werden konnte.

Ich möchte auch für Ihre Rückmeldung danken, weil nur so ist es möglich zu lernen, von ungewöhnlichen Symptomkonstellationen auf eine Diagnose zu schließen.

Wenn Sie meine ursprüngliche Antwort ansehen, erkennen Sie, dass ich es durchaus nicht als psychosomatisches Problem angesehen habe, ich hatte auch an MS gedacht, wollte es aber nicht schreiben, da es mir zu unwahrscheinlich war und ich nicht wollte, dass Ihre Frau sich -vielleicht unberechtigte- Sorgen macht. Deshalb mein Rat, zum Neurologen zu gehen. Es war wohl leider zu spät. Es tut mir sehr sehr leid.