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Mustermann
Mustermann, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 114
Erfahrung:  Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin und Intensivmedizin.
48484863
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Mustermann ist jetzt online.

Hallo Frau/Herr Doktor. Ich, m nnl., 66 J., insulinpflichtiger

Kundenfrage

Hallo Frau/Herr Doktor. Ich, männl., 66 J., insulinpflichtiger Diabetiker, hatte vor 10 Tagen einen leichten Schlaganfall. Beeinträchtigung: leichte Gleichgewichtsstörungen und leichtes Kribbeln in der linken. Habe deswegen 5 Tage (wg. Frei, Sa und So) im Klinikum verbracht und wurde gründlich durchgecheckt. Beschwerden sind inzwischen nicht mehr vorhanden.
Ich hoffe es ist die richtige Stelle und zitiere aus dem Arzt- Klinikentlassungsbrief:
"Ursächlich demarkierte sich im Verlauf ein Ponsinfarkt rechts bei vorbestehenden Zeichen einer beginnenden zerebralen Mikroangiopathie. Doppler-/duplexsonographisch fanden sich extrakraniell minimale makroangiopathische Veränderungen, eine doppler-/duplexsonographisch verdächtige intrakranielle Stenose der rechten Vertebralarterie konnte MR-
angiographisch nicht nachvollzogen werden. Es handelt sich hierbei um eine Vertebralishypoplasie. .....Zur Sekundärprophylaxe wählten wir aufgrund des bestehenden Risikoprofils ASS und Dipyridamol."
Mein Hausarzt wollte mir aufgrund des Entlassungsbriefes das von der Klinik vorgeschlage Aggrenox, 1-0-1, nicht verschreiben. Er erklärte mir das "Warum" auch ausführlich, was ich aber trotzdem leider nicht ganz verstand. Statt dessen wurde mir ASS 100 verschrieben, was ich auch seit ca. 1 Woche einnehme.
Meine Frage ist nun: Ist dieses ASS 100 wirklich risikoärmer und besser für mich?
Ich habe vor 2 Tagen noch einmal die Hausarztpraxis aufgesucht und meinen Doktor noch einmal gebeten, mir doch bitte lieber das Aggrenox zu verschreiben. Daraufhin erklärte er mich noch einmal ausführlich, warum das ASS 100 besser sei und versprach mir Unterlagen, die dies beweisen würden. Heute bekam ich von ihm per Post eine Reihe von Unterlagen, mit dem Tenor, weshalb ASS 100 besser, bzw. risikoärmer sei als Aggrenox. Gleichzeitig erklärte er sich ausserstande, mich nach dem 30.09.2010 weiter zu behandeln. MfG Malcolm
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 6 Jahren.

Guten Tag. Gerne beantworte ich Ihre Frage. Selbstredend kann ich hier keine Diagnose stellen oder Therapien einleiten, sondern nur allgemein beraten.

Eine solche Entscheidung muß immer alle Umstände miteinschließen. Habe Sie z B. auch Durchblutungsstörungen am Herzen, so ist Aggrenox nicht geeignet. Als Diabetiker haben Sie dafür einen erheblichen Risikofaktor. Offensichtlich hat Ihr Hausarzt sich darüber Gedanken gemacht und Sie ja auch zwei Mal beraten. Nach meinen Beobachtungen hat sich Aggrenox auch tatsächlich nicht in der Verschreibungspraxis durchgesetzt, praktisch kein Patient mit ähnlicher Vorgeschichte wie Sie nimmt das Medikament ein.

Die Aussage, Sie nicht weiterbehandeln zu wollen ist natürlich problematisch, verstößt sie doch gegen die Regeln des ärztlichen Standes. Andererseits ist dies auch ein Trend, der leider überall zu beobachten ist, hier spielt die Gesundheitspolitik eine unglückliche Rolle, wie Sie ja der Presse entnehmen konnten. Fragen Sie Ihren Arzt nach den Gründen!

Mustermann und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo Herr Dr. Seidl, vielen Dank für Ihre Antwort. Zu Ihrer Frage, ob ich an Durchblutungsstörungen am Herzen leide, kann ich momentan nichts sagen. Dies wird in 2 Wochen mit einem Langzeit EKG geklärt. Auf jeden Fall ist es so, dass ich keinerlei Beschwerden mit dem Herzen habe. Zumindest hat die Ultraschalluntersuchung, die mein Kardiologe routinemäßig 2 x im Jahr durchführt (zu letzt vor 4 Wochen) nichts ergeben. Das Belastungs-EKG (-125 Kw) zeigte nichts.
Was ich an der ganzen Sache so stört ist die Tatsache, dass mir als Laien die Verantwortung für den Einsatz des "richtgen" Medikaments zugemutet wird. Was soll ich denn machen, wenn im Entlassungsbrief vom Chef der Neurologie steht: " Zur Sekundärprophylaxe wählten wir aufgrund des bestehenden Risikoprofils ASS und Dipyridamol." Mein Kardiologe war vergangenen Mittwoch sehr verwundert, dass mir der Hausarzt anstelle von Aggrenox ASS100 verschrieben hat. Er meinte auch vorsichtig ausgedrückt, dass "die im Krankenhaus in der Neurologie doch einige Ahnung hätten, weil dies ja ihr täglich Brot" wäre. Mein anschließender, nochmaliger Besuch beim Hausarzt hatte, wie bereits in meiner ersten Anfrage erwähnt, zur Folge, dass ich div. Unterlagen wie z. B. das "Arznei-Telegramm 8/2007, eine Kurzfassung des Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zugesandt bekam - aber gleichzeitig auch die Kündigung. Diese wurde wie folgt begründet: ".....Diese Gegensätze unserer Vorstellung stellen eine deutliche und nicht zu überbrückende Belastung eines vertrauensvollen Arzt - Patienten Verhältnisses dar. Der Patient hat die freie Arztwahl und wir haben - von Notfällen abgesehen - glücklicherweise die freie Patientenwahl. Wir werden daher die Behandlung von Ihnen - natrülich von etwaigen Notfällen abgesehen - zum 1.10.2010 beenden und wünschen ihnen, dass Sie einen Kollegen finden werden, der Ihre Wünsche eher akzeptiert. Wir können Ihre Ansprüche diesbezüglich leider nicht erfüllen., in diesem Zusammenhang möchten wir auch noch an das für alle deutschen Ärzte geltende Wirtschaftlichkeitsgebot erinnern."
Ich habe diese ausführlichen Auszüge eigentlich nur zur Kenntnisnahme angefügt, weil es mir, um es so zu sagen, wie bei uns in Bayern üblich ist, richtig "stinkt". Ich war 12 Jahre als "braver" und folgsamer Patient in der Hausarztpraxis. Ich habe auch nicht auf irgendwelchen Forderungen bestanden, sondern nach dem Kardiologen-Besuch den Hausarzt höflich darum gebeten, mit doch lieber das Aggrenox zu verschreiben. Gibt es denn irgendeine Stelle, bzw. eine Möglichkeit, mich über diese Art von Behandlung zu beschweren? Mit freundlichen Grüßen Malcolm
Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 6 Jahren.

Kurz zur Erläuterung:

Mit einem Langzeit-EKG kann man Herzrhythmusstörungen finden.

Mit der Ultraschalluntersuchung des Herzens kann man die Muskelarbeit des Herzens (also ob bestimmte Bezirke nicht mitmachen zB nach einem Infarkt) und die Herzklappen (Ventile) beurteilen.

Mit dem Belastungs-EKG kann man Durchblutungsstörungen feststellen und sehen wieweit der Patient überhaupt belastbar ist. (125 W ist gut).

Das Arzneitelegramm ist sehr gute Literatur zur Beurteilung eines Medikaments, weil es die Bewertungen völlig unabhängig vornimmt.

Das IQWiG bewertet, welche Medikamente zu Lasten der Krankenkasse verordnet werden können, ist also auf der Kostendämpfungsseite.

Ich denke, Ihr Hausarzt wollte nicht Ihnen die Entscheidung überlassen, sondern Ihnen zeigen, dass er gut informiert ist und gute Gründe hat, Aggrenox nicht zu verordnen. Und wie gesagt: Ich treffe auch kaum Patienten, die nach Schlaganfall das Medikament nehmen. Ihr Hausarzt bewegt sich damit also im Rahmen der sogenannten "Good Medical Practice".

Vielleicht muss man sich auch mal fragen, inwieweit die Klinik mit Aggrenox "verbandelt" ist.

Schade, dass Ihr langjähriges Verhältnis mit dem Hausarzt so unschön zu Ende gegangen ist.

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo Herr Dr. Seidl, ich bedanke XXXXX XXXXXür die Antwort. Irgendwie wollte ich meinen Frust los werden. Ich habe mir - dank Ihrer Ausführungen und einer Internetrecherche - eine Meinung gebildet; nämlich, dass ich weiterhin das mir vom Hausarzt verordnete ASS 100 einnehmen werde. Somit hätte man sich die ganze Aufregung und den "Rausschmiss" auch sparen können. Aber als mündiger Patient, so meine ich, sollte es schon möglich sein, ungestraft eine 2. Meinung einzuholen. Zumal wenn man als unbedarfter Patient vom "Herrn Professor" etwas verordnet bekommt.
Vielen Dank XXXXX XXXXX freundlichen Grüßen Malcolm.
Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielleicht können Sie sich mit Ihrem Arzt einigen, ich habe den Eindruck mgewonnen, dass er sehr gut ist...

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