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drhippokrates
drhippokrates, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Mehrjährige klinische Erfahrung in Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
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drhippokrates ist jetzt online.

Meine Frage betrifft eine schlimme Geisteskrankheit - Schizophrenie

Kundenfrage

Meine Frage betrifft eine schlimme Geisteskrankheit - Schizophrenie: Mein Bruder (51 Jahre) leidet unter dieser Krankheit und hat in der Vergangenheit wiederholt gravierende Rueckfaelle erlitten (die in erster Linie durch das Nichteinnehmen seiner verordneten Medikamente verursacht wurden). Letztes Jahr wurde er aufgrund einer Rehabilitation als arbeitsunfaehig eingestuft. Er lebt seit Beginn der Krankheit (die schon vor ueber zehn Jahren diagnostiziert wurde) bei meinen Eltern. Beide sind nun ueber 80 Jahre alt und sind mittlerweile von den Auswirkungen seiner typisch schizophrenen Psychosen ueberfordert und psychisch als auch physisch sehr angeschlagen. Ich moechte Sie daher fragen, wie man in diesem Fall meinen Eltern helfen kann? Sie haben keine Understuetzung, mit dieser Lage fertig zu werden.
Ich moechte noch erwaehnen, dass ich seit 20 Jahren im Ausland bin und seit einiger Zeit schon versuche einen Arbeitsplatz in der Naehe meiner Eltern zu finden (was sich bislang als sehr schwierig erwiesen hat). G.Grossmann, Cheshire, GB
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag !

Zunächst ist es für Angehörige wichtig, sich möglichst umfassend über das Krankheitsbild Schizophrenie zu informieren. Hier werden von Kliniken Angehörigengruppen angeboten, sehr hilfreich finde ich auch folgende Angehörigeninformation aus dem Internet . Weitere Informationen bietet das Kompetenznetz Schizophrenie oder von Psychiatern im Internet zu diesem Thema.

Vermutlich wird man bei ihrem Bruder überlegen müssen, ob eine Gesetzliche Betreuung u.a. für die Bereiche Gesundheitsfürsorge aber auch rechtliche Angelegenheiten eingerichtet werden sollte. Wenn diese Betreuung nicht von ihren Eltern geregelt wird, wären sie von der Verantwortung befreit. Zudem wäre es für die Zukunft wichtig, da eine Regelung zu haben. Weiterhin sollte man sich überlegen, ob nicht eine Unterbringung bzw. Förderung in einem Betreuten Wohnen für Psychisch Kranke erfolgen kann. Dazu würde er derzeit aber wohl nicht bereit sein, für seine Selbstständigkeitsentwicklung wäre dies aber sehr wichtig. Hier gibt es verschiedene wohnortnahe Angebote, beispielsweise Hofgemeinschaften auf einem Bauernhof.

Sonst ist eine Unterstützung ihrer Eltern wirklich schwierig. Es gibt Ratgeber in Buchform, die ich empfehlen kann. Es gibt zwar einen sozialpsychiatrischen Dienst (am Gesundheitsdienst), der für Krisenfälle zuständig ist. Selbstverständlich gäbe es auch weitere soziale bzw. psychiatrische Hilfsangebote in ihrer Stadt bzw. Region. Das Problem von Tagesstätten oder Tageskliniken ist aber immer, dass die Betroffenen da auf freiwilliger Grundlage hingehen müssen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Abend,
Und vielen Dank XXXXX XXXXX schnelle Antwort. Sie haben in ihrem zweiten Paragraphen genau die Dinge angesprochen, die mir sehr nahe liegen. Da mein Bruder schon eine lange Zeit mit dieser Krankheit belastet ist, koennen Sie sich gut vorstellen, dass meine Eltern sich genau ueber das Krankheitsbild auskennen. Leider scheint aber von der aerztlichen Seite aus gesehen der Patient und nicht die Menschen, die mit dem Patienten zu leben haben, im Vordergrund zu stehen. Meine Eltern konnten so zum Beispiel nicht einmal den Bericht einsehen, der zu seiner Arbeitsunfaehigkeitserklaerung aufgrund seines letztjaehrigen Aufenthaltes in einer Rehabilitationseinrichtung gefuehrt hat. Unserer Meinung nach war die Durchfuehrung der vierwoechigen Rehabilitation nicht speziell auf schizophrene Patienten ausgerichtet (so z.B. haette man auf strikte Medikamenten-Einnahme Ruecksicht nehmen muessen, ausserdem stellt Gruppentherapie keinen Weg dar, um dem Uebel auf den Grund zu gehen).
Vielen Dank XXXXX XXXXX die Internet Links, leider sind meine Eltern nicht mit dem Internet vertraut, so dass ich durch die Literatur gehen werde. Aber wie ich schon sagte, sehr wichtig waere es (fuer meine Eltern und mich) weitere Informationen ueber gesetzliche Betreuung meines Bruders oder betreutes Wohnen fuer psychisch kranke Menschen zu erhalten. Gibt es da im sueddeutschen Raum (Pforzheim/Enzkreis) Informationsstellen? Oder kann man Aerzte direkt ansprechen? Das Problem mit meinem Bruder ist (und das hat sich mehere Male daran gezeigt als er in die Klinik in Hirsau aufgenommen werden musste, dass er dort “ausbuechste”, wenn es ihm nicht passte und da meine Eltern nicht weit entfernt wohnen, ist er natuerlich dorthin zurueckgegangen. Das bedeutet, dass eine Stelle fuer betreutes Wohnen in einer gewisssen Entfernung erfolgen sollte, so dass ein “heimkommen” nicht so leicht moeglich ist. Eine Tagesstaette hat er 'mal besucht, aber hat es dort nicht lange ausgehalten.
Sie sagen eine Unterstuetzung meiner Eltern ist schwierig. Doch konkrete, vorbeugende Plaene sollten in die Wege geleitet werden koennen, fuer den Fall, dass meine Eltern nicht mehr in der Lage sind, meinen Bruder aufzunehmen oder zu pflegen. Wenn ein Krisenfall eingetreten ist, kann es zu spaet sein. Hier scheint ein rechtlicher Engpass vorzuliegen, da der geisteskranke Patient beim Arzt ein Vorrecht hat. Wie kann man sich aus dieser Zwickmuehle befreien? Wie koennen die von Ihnen angesprochenen angemssenen rechtlichen Angelegenheiten (welche z.B.) eingerichtet werden? Wer ist dafuer zustaendig?
Es tut mir leid, dass ich Sie nochmals mit Fragen bombardiere, aber Sie koennen daran sehen, wie wichtig mir der Zustand meiner Eltern ist.
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 6 Jahren.
An den rechtlichen Rahmenbedingungen kann ich ja auch nichts ändern. Ich befürchte, dass ich auch nicht alle Fragen im Internet klären kann. Hier wären ambulante Beratungsstellen wie DIESE in Pforzheim besser geeignet. Grundsätzlich müssten aber auch ihre Eltern bereit sein, Veränderungen wie eine gesetzliche Betreuung zu akzeptieren (zumal das bei Vermögen auch kostenpflichtig sein kann). Die Einrichtung einer Gesetzlichen Betreuung
könnte ggf. durch einen Psychiater und oder auch die Institutsambulanz der behandelnden Psychiatrie erfolgen. Dort könnte man ihre Eltern auch beraten. In der Praxis knicken häufig die Angehörigen ein, weil sie sich nicht gegen ihr Kind "stellen wollen" (was aber durchaus in gewisser Weise eben notwendig werden kann)
drhippokrates und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank,
fuer Ihre zustaetzliche Antwort. Wie Sie schon sagten, kann solch ein Fall nicht ueber's Internet geklaert werden. Ich bin Ihnen jedoch sehr fuer Ihre Ausfuehrungen und Anstoesse dankbar!

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