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Bergmann
Bergmann, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1081
Erfahrung:  20j. Berufserfahrung in Kinder-, Jugendmedizin, Dermatologie, innere Medizin
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Frage zu Sinusitis frontalis

Kundenfrage

Ich hatte, sicherlich begünstigt durch allergische Rhinitis und eine persönliche Disposition, früher häufig Probleme mit Sinusitis frontalis und maxillaris nach Atemwegsinfekten, vermutlich durch einen nach dem Virusstadium folgende bakterielle Folgeinfektion. Nach einer Belüftungs-OP mit Entfernung vviel kranken Gewebes haben sich die Symptome gebessert. Zur Zeit habe ich aber nach einem leichten Schnupfen Schmerzen in den Stirnhöhlen (nicht Kieferhöhlen). In zwei Tagen kamen etwa 4-5 Taschentücher voll gelbes, eitriges Sekret heraus, wahrscheinlich zuerst aus der rechten Seite. Trotzdem stellt sich wieder Kopfschmerz im Laufe des Tages ein (hauptsächlich links lokalisiert). Gegen die Schmerzen nehme ich wegen Intoleranz best. COX-hemmender Analgetika (ASS, Ibuprofen etc.) entweder etwas Tramadol oder Paracetamol. Parallel versuche ich mit einem abschwellenden Nasenspray die Nasengänge offen zu halten, was auch auf der rechten Seite ganz gut funktioniert hatte. Auch Cineaol als Kapsel habe ich bereits probiert. Die Kommentare zur Wirksamkeit verschiedener Behandlungsmöglichkeiten bei Sinusitis unterscheiden sich stark, teilweise wird die Anwendung von Corticoid-Nasenspray empfohlen, teilweise die systematische Antibiotika-Behandlung, teilweise wird von alldem abgeraten. Nasenspülungen werden ebenfalls als unterschiedlich wirksam beurteilt. Was kann ich konkret tun, um den Zustand rasch zu bessern. Gibt es eine wirklich wirksame Therapie um die Krankheitsdauer zu reduzieren oder hilft nur die Bekämpfung der Symptome, bis der Körper selbständig mit der Infektion fertig geworden ist? Sollte ich längerfristig in Betracht ziehen, eine zweite HNO-Operation durchführen zu lassen?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Bergmann hat geantwortet vor 6 Jahren.

Guten Abend,

 

grundsätzlich wird es zwei bis drei Wochen dauern, bis eine akute Sinusitis wieder abgeheilt ist. Erfahrungsgemäß würde ich Ihre Sinusitis zunächst antibiotisch behandeln, eventuell nach Nasenrachenabstrich mit entsprechender Keim- und Resistenzbestimmung. Zusätzlich sollte man versuchen, Ihre Abwehrkräfte zu stärken. Hier empfehlen sich sogenannte Bakterien-Lysate, d.h. Keimmischungen, die ähnlich wie eine Impfung funktionieren. Dies könnte durch einen HNO-Arzt erfolgen.

 

Die allergische Komponente könnte man einmal mit Singulair angehen. Bitte haben Sie hier ein wenig Geduld, es hilft frühestens nach 2 bis 3 Wochen regelmäßiger Einnahme, allerdings sind die 60%, denen es hilft, begeistert. Auch nach Absetzen von Singulair blieben die Symptome deutlich gebessert.

 

Abschwellende Nasensprays sind wohl unverzichtbar, Cortison möglichst nur vorübergehend. Von Nasenspülungen würde ich abraten, eine erneute OP ist nur selten sinnvoll.

 

Ich hoffe, Ihnen ein wenig geholfen zu haben und wünsche baldige Besserung. Freundliche Grüße.

Bergmann und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Frau Dr. Bergman,

zunächst einmal vielen Dank für Ihre Antwort, die mir schon einmal weitergeholfen hat.<
Worin läge der Unterschied von Singulair zu anderen Antihistaminika wie z.B. Loratadin? Würde Loratadin seine max. Wirkung auch nur nach längerer Einnahme entfalten. Ich nehme es eher bedarfsweise, wobei in schlimmen Fällen (z.B. lange Trockenperioden in den Pollenflugzeiten) nur noch ein Corticosteroid hilft, zunächst lokal versucht, bei mangelnder Wirksamkeit auch einmalig intern.

Freundliche Grüße und einen schönen Tag noch
Experte:  Bergmann hat geantwortet vor 6 Jahren.

Guten Morgen,

 

Loratadin ist ein Heuschnupfen-Mittel, welches bereits ab etwa 1/2 bis 1 Stunde zu wirken beginnt und bei regelmäßiger Einnahme keine Wirkverstärkung zeigt. Wenn man es absetzt, ist der Spiegel im Blut nach 1 - 2 Tagen wieder unter Wirkniveau.

 

Singulair hat den Wirkstoff Montelukast-Natrium. Es wurde zunächst als Asthma-Mittel auf den Markt gebracht, anfangs als Alternative zu den üblichen Bronchien-erweiternden Mitteln sowie zu Cortison, dann als Begleittherapie und inzwischen als Mittel der ersten Wahl bei leichtem bis mittelgradigem Asthma. Seit etwa einem Jahr empfiehlt man es auch als Therapie bei allergisch bedingten Erkrankungen der oberen Atemwege. Es ist verschreibungspflichtig, so dass Sie sich gegebenenfalls vor einem Behandlungsbeginn mit Ihrem Hausarzt oder einem HNO-Arzt beraten müssen. Da wir das Präparat seit Jahren in geeigneter Dosierung auch Kindern verschreiben, kann ich zur Verträglichkeit und Wirksamkeit entsprechende Aussagen machen. Zur Verträglichkeit kann ich nur Positives berichten, die Erfolgsquote liegt meiner Erfahrung nach bei etwa 60%, d.h. mehr als die Hälfte der Patienten zeigten eine deutliche Besserung der allergischen Veranlagung, sie nahmen es in der Regel etwa 8 Wochen und dann nicht mehr. Bei den anderen 40% war die Wirkung nicht überzeugend.

Bei Allergien ist es auch ratsam, nicht zu warten, bis das Immunsystem schon angeschlagen ist, sondern schon ein bis zwei Tage vor dem erwarteten Pollenflug mit Antiallergika zu beginnen, sofern man es schafft.

Loratadin und Singulair können gleichzeitig genommen werden.

Cortison lokal bleibt als Alternative zusätzlich, Cortison intern als einmalige Gabe ist - insbesondere auch hochdosiert - kein Problem bezüglich der Nebenwirkungen, allerdings wäre eine niedrige und /oder regelmäßige Einnahme von Cortison für die Steuerung der Nebennierenrinde bedenklich, d.h. es käme zu den bekannten und unerwünschten Cortison-Nebenwirkungen.

 

Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben, ein schönes Wochenende und freundlichen Gruß!

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