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docapplepie
docapplepie, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 203
Erfahrung:  Facharzt Neurologie und Psychiatrie, Schwerpunkt Gerontotherapie (Altersmedizin), Notfallmedizin
39913046
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Hallo und eine Bitte bzw. Frage Ich bin nach einem Krankenhausaufenthalt

Kundenfrage

Hallo und eine Bitte bzw. Frage: Ich bin nach einem Krankenhausaufenthalt wegen starken Beschwerden der HWS/Schulter/LWS mit der Diagnose cervicales und lumbales polyradikuläres Syndrom wieder zu Hause. Behandelt wurde mit Urbason 250 mg über 5 Tage. Jedoch sind die Beschwerden (Bewegungseinschränkungen mit stechenden Schmerzen, Einschlafen der Arme, Kopfschmerzen) unverändert mit zusätzlichen Schmerzen an bisher nicht schmerzenden Stellen (beide Oberarme, Gesäß, Brustmuskeln, Lendengegend) , Schwindel seit 3 Tagen, Herzklopfen/Stolpern. Auch Übelkeit und Verstopfung sind sehr belastend, da schmerzh. Hämorhoiden dadurch entstanden sind.
Eine AHB ist beantragt und eine anschließende PC-Weiterbildung (8 Wochen) geplant, die ich im Juni bereits wegen AU abbrechen musste. Zusätzlich wurden in der Klinik mittelschwere Depression und Migräne festgestellt. Fühle mich nicht ausreichend belastbar und frage mich, ob ein Wiedereinstieg in eine Bürotätigkeit mit PC-Arbeit und ein Zwingen zum Durchhalten bei den gesundheitl. Problemen überhaupt Sinn macht oder ob eher eine Beantragung von vorzeitiger Erwerbsunfähigkeit angezeigt ist (Alter 53 Jahre weibl.).
Über einen fachlichen Rat zum weiteren Verhalten und Herangehen bei evtl. Rentenbeantragung würde ich mich sehr freuen.

Freundliche Grüße und Danke XXXXX XXXXX hilfreiche Hinweise!
Petra
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  docapplepie hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo Petra!
Wenn ich Ihre Geschichte lese, frage ich mich, ob Sie auch andere (hilfreiche) Medikamente einnehmen -- z.B. Antidepressiva, Schmerzmittel, etc.? Kortison als Therapie bei einem "polyradikulären Syndrom" ist allein ein bisschen sparsam.
Die Frage nach einer Berentung habe ich auch in meiner Praxis immer wieder - allerdings bin ich gerade bei den von Ihnen vorgetragenen Beschwerdekomplexen sehr skeptisch. Erstens wird es schwierig, hier "rententaugliche" Beschwerdemengen anzusammeln; man wird Sie eher darauf verweisen, dass ja gerade eine leichte und ggf. abwechslungsreiche Tätigkeit in einem Büro oder einer Verwaltung gut geht. Zweitens sind gerade Mitt-Fünfziger mit einer Kombination aus Depression udn Schmerzen durch die Berentung oftmals eher schlechter dran, als vorher - es kommt dann durchaus zu einem "Überflüssigkeitssyndrom", bei dem einem nichts mehr bleibt, außer der Beschwerden und der einzige soziale Kontakt ist der beim Arzt! Das ist auch keine Lösung! ich würde Ihnen raten, sich noch einmal mit der Behandlung gezielt auseinanderzusetzen, nicht aber mit der Berentung. Haben Sie denn schon einen Schwerbehindertenausweis/-anerkennung? MfG P.T.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Hallo und vielen Dank, XXXXX XXXXX habe ich genau diese zwiespältige Antwort befürchtet, dass eine Berentung ohne Aussicht ist, aber ein leistungsgerechtes Arbeiten funktioniert erst recht nicht, da mich die seit mehr als 10 Jahren bestehenden Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sowie die kontinuierlich wieder kehrenden Depressionen neben den wechselnden Schmerzen stark einschränken und vor allem in Stresssituationen bzw. unter Zeitdruck entscheidungs- und überlegungsunfähig machen. Aber genau das verlangt jeder Arbeitgeber von seinen Mitarbeitern in hohem Maß.

Unter Tranquilizern, Schlafmitteln und Antidepressiva, von denen ich schon sehr viele „probiert“ habe (u.a.Lithium, trizyklische A., Fluoxetin, Seroxin, Amitryptilin, Piracetam, Nootrop) werden vorüber gehend die Schmerzen zurückgedrängt, aber die Gedächtnis- u. Konzentrationsfähigkeit bleibt mangelhaft, sodass viele Fehler auftreten, was von Anderen selten toleriert oder akzeptiert wird. Nicht mal zu Hause vom Partner, der bei nicht wunschgemäßer Arbeitsbewältigung im Haushalt auch selten ein Auge zudrückt und mir die Unfähigkeit öfter klarlegt.

Es ist ein Teufelskreis, wenn man zwar noch arbeiten will(10 Jahre), um sich die Rente zu verdienen, aber nicht vollwertig und zufriedenstellend arbeiten kann – wer stellt schon einen „Schonplatz“ mit annehmbarem Verdienst zur Verfügung?? Zumal über 50-Jährige besonders wenig gefragt sind.

Auch die vor der Krankenhaus-Diagnose zugesagte PC-Weiterbildung will die Arbeitsagentur jetzt auf Grund der beantragten AHB vom Krankenhaus wegen Nichtverfügbarkeit doch wieder nicht bewilligen. Ich komme mir beinahe vor wie Don Quichotte...

Einen Schwerbeschädigtenausweis habe ich nicht, ist dies bei Polyradikul.Syndrom üblich und was wird dadurch bewirkt? Was macht Sie skeptisch an meinen vorgetragenen Beschwerden und welche Beschwerden sind dem entgegen als rententaugliche Argumente geeignet und werden rechtlich anerkannt?

Vielleicht gibt es mit viel Glück noch eine Chance für eine leichte Nebenbeschäftigung auf Stundenbasis, aber das würde trotzdem keine auskommbare Basis schaffen. Bis Ende des Jahres erhalte ich noch Alg 1, dann geht’s runter auf Hartz und das für die nächsten 10 Jahre und danach gibt’s vielleicht 570 € Rente – oder auch nicht...?

Eigentlich weiß ich keinen Rat und Weg mehr, wie ich die schier unüberwindliche Übergangsphase bis dahin bewältigen soll.

Mit freundlichem Gruß Petra
Experte:  docapplepie hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo!
EIn Schwerbehindertenausweis ist die Dokumentation, dass man durch eine chronische Erkrankung/ Behinderung daran gehindert ist, im Alltag "ganz normal" zu leben. Das gibt es bei den von Ihnen geschilderten Beschwerden ganz gut. Polyradikulitis ist eine schmerzhafte Störung im Alltag, die selbstverständlich zu Einschränkungen und Defiziten führt - und Schwerbehinderung nach sich zieht. Dann gibt es die Depression, die bei Ihnen sicher (aus Ihren Beschwerden sehe ich das so) vorliegt. Hier rate ich zu einer fachpsychiatrischen Mitbehandlung, das gibt auch noch ein paar Prozente bei der Schwerbehinderung und es gibt eine Chance, dass sie doch der Rente näher kommen. Also: körperliche Symptome (Polyradikulitis) PLUS psychische Symptome (Depression) beides behandeln lassen und wenn es nicht besser wird dann erst Schwerbehindertenausweis beantragen und dann Rente. MfG P.T.