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Christian Lee
Christian Lee, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 375
Erfahrung:  Facharzt für Allgemeinmedizin (12 Jahre Praxis) & Spezialist für Infektiologie (10 Jahre)
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Christian Lee ist jetzt online.

Wir haben unseren Vater liebevoll 13 Jahre zuhause gepflegt.

Kundenfrage

Wir haben unseren Vater liebevoll 13 Jahre zuhause gepflegt. Selber, mit Hilfe von Krankenpflegerinnen, Regelmässige ärztliche Kontrollen, Physiotherapien eigentlich alles was möglich war.
Zuerst ist meine Mutter verstorben wie ich 23 war an einem mutiplem Myelom ( Kahlersche Krankheit) Er hat selber lange gearbeitet und hat dann auch aufgrung von Übergewicht eine Hypertonie entwickelt. Der Schock mit der Mutter und die Hypertonie führte 1997 dann zum schlaganfall thalamusblutung. Davon hat er sich einegtlich ganz gut erholt. rehabilttation war danach fast der alte. Nur dann bekam er ein Multiinfarktsyndrom immer ganz kleine. Daraufhin hat er einen Parkinson entwickelt. Die form in der man steifer wird und die Extremitäten nicht schütteln. Bis 2006 oder 2007 ging es eigentlich ganz gut. er wurde viel ruihiger, gelassener,

War froh das er bei uns sein konnte und er auch noch für uns da sein konnte. Ich denke trotz seiner Gesundheit hat er sich wohlgefühlt. 2007 war ein Herzschrittmacher notwenig wegen der Reizleitung im Sinusknoten. Seitdem wurde er steifer wir konnten ihn nicht mehr in den Treppenlift setzen. Das mobilisiern wurde immer schwieriger. Trotzdem weiterhin Physiotherapien, viele Gespräche ,Zuwendung. Verstanden hat er immer alles da bin ich mir sicher.
Eine Woche vor seinem tod war diese Hitzewelle und er Arzt meitne er hat Schleim in der Atemröhre wir sollen ihn abklopfen auf die Seite lagern....
Er hat aber kein Antibiotikum gegeben.
2 tage später ist er wiedergekommen und meinte das hört sich jetzt schlechter an. Es sein kein kritischer Zustand ( lebensbedrohlich), aber er will damit es nicht schlechter wird das er im Kh kontrolliert wird.

Ok also haben wir ihn eingepackt und sind mit ihm ins Krankenhaus nach Salzburg.
Unser Eindruck dort war ok er ist jetzt nicht sehr gut aber solche Situationen hatten wir schon viele. Diagnose auf der Ambulanz Herzpumpleistung ist herbagesetzt was er vorher nicht hatte.
Stauung in der Lunge daraufhin wieder Lasix was abgesetzt war.
Medikante vor Kh: cipralex ( was auch den qt verlängert),madopar,trombo ass
concor oder bisoprolol
Im Kh hat er dann alles als Infusion bekommen :klacid , amantadin,beloc, und Schlaganfallprophylaxe.
Der behandelnde Arzt auf der 1 medizin Sonderklasse war zu meinem Erschrecken ein Turnusarzt, beide Oberärzte waren gleichzeitig auf Urlaub, Den Primar hab ich nie zu Gesicht bekommen. Sie haben ihm dann mit meiner Erlaubnis einen Venekatheter gelegt. Ernährungssonden habe ich abgeleht. Er wurde dann über den Katheter ernährt wegen Aspirationsgefahr. Nach 3 tagen so steht es im Überstellungsbericht war das Herz kompensiert und der Az verbessert, also wurde er aufgrund der neurologischen Grunderkrankung auf die Neurologie verlegt. Dort die junge Ärztin bei der Aufnahme sagt mir es schaut nicht so schlecht aus wie aus dem Überstellungsbericht zu lesen hab mir alle Unterlagen besorgt. ( Übrigens nur vom Turnus unterschrieben) Ich hab mir daher nicht mehr soviel Sorgen gemacht. Die Klacidbehandlungen gingen weiter jeden tag 2 Flaschen morgens, abends wobei sich der Entzündungswert bei 5 nicht bewegte aber auch nicht schlechter wurde. Aufgrund dessen hab ich das erstemnal zu zweifeln begonnen ob das das richtige ist. Weil er sonst immer schnell auf amoxiclav reagiert hat meistens 2 Tage(Ich habe ihn 12 Jahre mitgepflegt)
So am nächsten Tag ging es ihm plötzlich schlechter. Die 3 Ärzte haben mich dann in einem Gespräch geholt und zu dritt bearbeitet. Was ist wenn es schlechter wird. Der Chef will keine Internsivstation es soll seinen natürlichen Weg gehen. Ich hab mir dann gedacht hilfe warum sitz ich dann eigentlich im Kh dann hätten wir auch zuhause bleiben können. Sie glauben das der Parkinson soweit fortgeschritten ist das er sein vegetatives zentrum angreift. Am nächsten Tag dann. die Aussage es steht auf der Kippe. Während dieser Zeit wurde kein einziges EKG geschrieben. Das einzige das in den Unterlagen ist aus der Aufnahmeambulanz....
Wir sind rund um die Uhr bei ihm gesessen meine Schwester hat bei ihm übernachtet ich bis um 2 uhr Früh bis ich nicht mehr konnte. Jedesmal als er das Klacid bekommen hat hat er stark zu atmen begonnen ( extremes Schnaufen) später wieder ruhig. Ich wollte das die Reaktion auf die Medikamente genauer überwacht wird. Naja der Arzt sagte das sind die zerfallenden Bakterien.
Er hatte so ein Schaufen schon einmal ein Kollaps1998 als er aufgrund des Kontrastmittels eine Schildüsenüberfunktion bekommen hat und schwere Herzrythmustörungen wurde dann wieder eingestellt.Aufjedenfall hatte ich immer das Gefühl ich muss ihn hier rausholen und nach Reichenhall mit ihm ins Kreiskrankenhaus dort wird mir nicht diskutiert ob er auf die Intensivsation geht oder nicht sondern wenns notwenig ist wird es gemacht und die Ärzte sind Menschen keine Manager in weiß( war mein subjektives Gefühl). Er hatte dann am 31Juli um ca5.30 den herzinfakt18.55 ist er verstorben.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Abend,
sehe erst jetzt Ihren Bericht nachdem wir betreffend der QT-Verlängerung ja schon kommunizierten.

Genau das dachte ich mir: Ihr Vater erhielt ja gleichzeitig eine ganze Menge anderer Medikamente und, da vermuten Sie vollkommen richtig, Interaktionen sind mit dieser Kombination recht wahrscheinlich. Jedenfalls sehr viel wahrscheinlicher die (mögliche, nicht gesicherte!) unmittelbare Todesursache aufgrund pharmakologischer Interaktionen der verschiedenen Medikamente unter sich als die Einzelwirkung von Klacid auf die QT-Strecke. Insbesondere Cipralex zusammen mit Bisoprolol kann zu ausgeprägter bradykarder Rhythmusstörungen führen.

Bei einer Suche auf drugs.com sind keine Interaktionen zwischen Escitalopram und Clarithromycin beschrieben, obschon beide eine QT-Verlängerung verursachen können. Auch andere Quellen geben keinen Hinweis darauf.

Es dürfte sich also, sofern überhaupt eine pharmakologische Interaktion Grund für den tragischen Ausgang war, wohl eher um eine bradykardisierende Wirkung obiger Kombination oder allenfalls um den negativ-inotropen Effekt gehandelt haben. Beide wären als Ursache einer verminderten mykoardialen Ökonomie und damit eines Herzinfarktes (via reduzierte Oxigenierung bei Herzinsuffizienz) denkbar.

Der Spruch des Arztes betreffend der "zerfallenden Bakterien" basiert wahrscheinlich auf dem Wissen über die Herxheimer-Reaktion, wobei deren Grundproblematik überhaupt keine Parallelen zum Problem Ihrer Vaters aufweist. Mangelndes Verständnis bzw. Unsicherheiten werden, besonders bei unerfahrenen Ärzten (aber leider nicht nur!), oft mit solch intelligenten Sprüchen überdeckt. Tragisch ist, dass damit u.U. auch Warnsymptome übersehen werden.

Ich wünsche Ihnen von Herzen dass Ihre Trauer um, und Andenken an den Vater nicht gestört werden durch diesen unseligen Verlauf. Juristisch jedenfalls besteht gemäss meiner Einschätzung keine Chance.

Vielleicht wäre es aber gut wenn Sie später mal den Spitalärzten ein feedback geben würden?

mit freundlichem Gruss, ChristXXXXX XXXXX

Verändert von ChristXXXXX XXXXX am 30.08.2010 um 22:14 Uhr EST
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

 

 

Kann man das EKG lesen auch wenn er einen herzschrittmacher hatte??

 

 

Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ja, kann man. Der Schrittmacher gibt nur kurze, gut von der elektrischen Eigenaktivität des Herzens abzugrenzende Impulse ab, die dann von einem QRS-Komplex gefolgt sind.

Die Dauerableitungen, wie sie auf Intensivstationen gemacht werden, dienen in erster Linie zur Überwachung des Herzrhythmus, also Erkennung von Herzfrequenzänderungen bzw. Rhythmusänderungen. Parameter wie QT-Strecke werden natürlich weniger exakt registriert wegen der vielen Artefakte, aber ich könnte mir vorstellen dass eine statistische Mittelung über sehr viele Herzzyklen trotzdem einigermassen möglich wäre bei Auswertung mit modernen Methoden.

Jetzt wo ich doch viel mehr die Zusammenhänge sehe muss ich doch wieder etwas abrücken von der Favorisierung der Makrolide. Es handelt sich in der Risikosituation Ihres Vaters meist um Erreger die nicht typischerweise bei sonst Gesunden vorkommen (wie im andern Dialog erwähnt) sondern oft sogar um normale Keime der obern Atemwegsflora die aber bei Komorbiditäten wie Sie Ihr Vater hatte doch immer wieder mal schwerere Infektionen machen können. Für diese Keime wäre CoAmoxicillin meist wirksamer als Makrolide. Wie schon mal erwähnt, ist es aber im konkreten Fall immer schwierig, und meistens sogar unmöglich, mit genügender Sicherheit zu eruieren um welche Keime es sich nun handelt. Es ist immer auch eine Therapie auf Vermutung hin. Selbst wenn Sputumproben oder endoskopisch entnommene Bronchialsekrete untersucht werden kann oft trotzdem keine sichere aetiologisch relevante Diagnose gestellt werden, insbesondere wenn bereits antibiotisch anbehandelt wurde (was meistens der Fall ist).

mit freundlichem Gruss, ChristXXXXX XXXXX
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Die sind davon ausgegangen das er eine Aspirationpneumonie hat. Daher das Klacid.Ich habe ihnen aber mehrmals gesagt das muss nicht sein wir hatten im Juni Juli eine ordentliche Hitzewelle bis 36 Grad. Die Krankenhäuser waren voll. Er hat sehr geschwitzt zu der Zeit und sich ev einen Zug geholt. Die Ekg´s von ihm habe ich.

 

Aber ich finde ehrlichgesagt etwas wenig das es nur 1 Ekgvon der Aufnahme gibt.

 

Ich hatte nicht gewusst das dort ein neuer Chefarzt ist zu dem alten hatten wir Vertrauen. auch in Reichenhall dort wird nicht diskutiert sondern wenn er intensivpflichtig wird geht er dorthin zu genaueren Überwachung.

 

Ich hab dann noch mit dem Chefarzt vom KH Reichnhall gesprochen. Er meinte standartmässig gehen sie anders vor. Erst ein reines Penicilin und später dazu ev Klacid.

Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ich möchte eigentlich nicht die Antibiotikastrategie kritisieren, weil es mit so wenig Informationen über die exakten Umstände immer viele Aspekte gibt die aus der Ferne nicht berücksichtigt werden können und es auch unfair ist im im Nachhinein alles besser gewusst zu haben.

Die Aussage zuerst ein reines Penicillin (Penicillin G per infusionem also) würde ich als nicht ganz glücklich bezeichnen, ausser man ist sich sicher dass es sich um Pneumokokken (seltener um betahämolysierende Streptokokken A, B, oder C) handelt. Sonst kann das auch mal recht daneben gehen da in einer Zeitphase mit unwirksamer Therapie sich die Keime u.U. um Zehnerpotenzen vermehren könnten. Und unter den sehr gefährlichen Staphylokokken z.B. liegt die Penicillin-Resistenzrate, natürlich abhängig von der geografischen Region, oft bei 60% und höher.

Aber wie gesagt, man kann vieles aus verschiedenen Warten beurteilen.

Guidelines sind sicher gute Grundlagen um eine gewisse "unitè de doctrine" zu erreichen und als Diskussionsgrundlage. Wenn sie aber bloss stur befolgt werden ohne dass man sich Gedanken darüber macht was sich momentan im Patienten wohl abspielen könnte, dann sind sie oft eher kontraproduktiv. So wird dann oft zuwenig auf die Zeichen eines ungünstigen Verlaufes geachtet: die Therapie läuft ja, die Flasche tropft...

Bei einer Aspirationspneumonie muss man übrigens vor allem auch mit Anaerobiern rechnen, und da wäre wiederum CoAmoxicillin eine sehr gute Wahl. Makrolide haben da relativ grosse Lücken.
Christian Lee und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

 

 

Sehr geehrter Herr Dr Lee!

 

Nach Rücksprahce mit meiner Schwester würden wir Ihnen gerne die Unterlagen zukommen lassen. Vorallem ob das Ekg eine QT Verlängerung aufweist. ( Vor Klacid Behandlung) Nach unserer Meinung und eines Bekannten tut es das. Auch sind dort Röntgenbedufunde+ Laborwerte zu sehen. Wir wären ruhiger wenn sie das machen könnten.

 

Danke XXXXX XXXXX

Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 6 Jahren.




Verändert von ChristXXXXX XXXXX am 02.09.2010 um 08:23 Uhr EST
Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag Herr Eberl,

da ich sehe was diese Fragen für Sie bedeuten, stehe ich gerne zur Verfügung wenn ich irgendwie helfen kann.


Sollte das Problem meine eigenen Grenzen überschreiten, würde ich einen entsprechenden Fachkollegen beiziehen.

Allerdings muss ich Sie darauf aufmerksam machen dass ich keine Ahnung habe, ob meine Beurteilung der Sachlage für Sie irgendwie juristisch verwertbar ist (bin Schweizer und wohne auch hier) und dass ich diesbezüglich auch jede weitere Verantwortung ablehnen muss.

Für die weitere Kommunikation können Sie gerne die untenstehende mailadresse verwenden, natürlich in entsprechend korrigierter Schreibweise.


Sie dürfen mir also die Unterlagen gerne zustellen:

ChristXXXXX XXXXX, Dr. med.

Allgemeinmedizin FMH & Infektiologie FAMH

Aslystrasse 11

9410 Heiden

Schweiz

praxis (at) lee-heiden.ch



Verändert von ChristXXXXX XXXXX am 02.09.2010 um 08:25 Uhr EST
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Es geht mir nicht darum juristisch tätig zu werden, wenn ich das wollte brauche ich einen wie man es in Österreich nennt gerichtlich beeideten Sachverständigen. In Deutschland Gutachter.

 


Sicher haben wir gewisse Zweifel. Wir wären trotzdem froh wenn ein Arzt eine neutrale Meinung dazu abgibt auch in Hinblick auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse.

 

Ich habe z.b in Österreich mit einem Arzt gesprochen der hat mir erklärt das ein EKG mit Herzschrittmacher nicht zu gebrauchen ist....

 

 

 

 

Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 6 Jahren.
Okay, so hatte ich dies auch vermutet.

Die Aussage betr. Schrittmacher ist natürlich Unsinn. Im Gegenteil, der Schrittmacher generiert ja nur einen sehr kurzen steilen Impuls der sich als 'scharfe' Zacke im EKG abbildet. Die übrige elektrische Aktivität stammt alleine vom Herzmuskel. Insbesondere hat man so bei jedem Herzzyklus einen gut erkennbaren 'Fixpunkt' als Nullpunkt der Messungen. Dies ist bei den natürlichen 'Fixpunkten', normalerweise der P-Welle (Vorhofaktivität) oft nicht so schön der Fall weil diese Kurven viel weniger steil ansteigen oder (insbesonders) wenn ein Vorhofflimmern besteht gar unmöglich. Deshalb wird ja die QT-Strecke von der Q-Zacke her gemessen, wo normalerweise ein genügend steiler Anstieg besteht.
Der Vorteil des Schrittmacher-synchronisierten Herzen wäre auch, dass damit eine sehr präzise statistische Auswertung gemacht werden könnte (exakte Triggerung auf den Schrittmacherimpuls), sofern denn ein solches Langzeit-EKG aufgezeichnet wird.

Verändert von ChristXXXXX XXXXX am 02.09.2010 um 13:23 Uhr EST

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