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Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 89
Erfahrung:  Arzt
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Habe mich vor zwei Monaten an einer Birne versluckt. Seit mir

Kundenfrage

Habe mich vor zwei Monaten an einer Birne versluckt. Seit mir das pasiert ist zerkaue ich alles zu einem Brei .War auch beim HNO der mir sagte durch meine Angst schlucke ich öfters.
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Dr.med.24h hat geantwortet vor 7 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage.

Sie schreiben, Sie machen eine Therapie für Traumapatienten. Ist das eine Therapie wegen dieses traumatischen Verschluckanfalls, oder wegen einer anderen Ursache?

Haben Sie sich seitdem nochmals verschluckt?

 

Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Habe mich nicht mehr verschluckt und mache die Therapie wegen diesen vorfall esse ach nur sachen die sich zu einem Brei zerkauen lassen.
Experte:  Dr.med.24h hat geantwortet vor 7 Jahren.
Gut. Wenn ich das richtig verstehe, leiden Sie an der überstarken Angst, dass Sie sich erneut verschlucken könnten, und zeigen deshalb ein ausgeprägtes "Vermeidungsverhalten". Der medizinische Fachbegriff dafür lautet "Phagophobie". Sie erkennen an der Endung "Phobie", dass es sich um eine Angststörung handelt, ähnlich wie etwa "Klaustrophobie", oder "Arachnophobie", der übersteigerten Angst vor Spinnen.
Prinzipiell ist es ja gut, und richtig, das Essen gut zu kauen, und das Verschlucken nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Aber das für Sie einschneidende Erlebnis- Sie hatten Angst zu Ersticken, hat diese Angst zu groß werden lassen, so dass Sie sich nur noch trauen zu schlucken, wenn Sie alles zu Brei gekaut haben.
Das wäre nicht notwendig; wenn ich das richtig verstanden habe, hat der HNO-Arzt keine Schluckstörung gefunden.
Das Problem bei Phobien ist, dass das Vermeiden (in Ihrem Fall etwas festes zu schlucken) kurzfristig, also gerade beim Essen, zu einer Entlastung führt, aber auf Dauer jedesmal dadurch die Angst verstärkt. Um diesen Kreis zu durchbrechen, werden Sie der angstauslösenden Ursache stellen müssen, um die Angst wieder zu "verlernen". Sie kennen vielleicht das Sprichwort, dass man gleich wieder aufs Pferd steigen soll, wenn man heruntergefallen ist - so in etwa ist das. Für Ihren speziellen Fall gibt es zwei Prinzipien, sich dem Schlucken von fester Nahrung wieder zu nähern: 1. Sie tun dies schrittweise, in immer stärker angstauslösenden Situationen (z.B. in den ersten Tagen nur in der Vorstellung, solange bis das keine Angst mehr auslöst; dann vielleicht mit etwas festerem Brei, bis das keine Angst mehr macht, und immer so weiter. 2. Die zweite Methode wäre, mit einer Begleitung zusammen einfach etwas festes zu essen - solange, bis die Angst weg ist.
Beide Methoden gehören in die Hände eines erfahrenen Therapeuten. Sprechen Sie mit Ihrem Behandler, ob er Ihnen eine geeignete Behandlungseinrichtung in Ihrer Nähe empfehlen kann
Ich wünsche Ihnen alles Gute!
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Widerspruch Herr Kollege :-)
Eine Phobie wäre es, wenn es erlernt wäre. Dann könnte man es mit der systematischen Desensibilsierung wieder verlernen. Richtig ist auf jeden Fall, dass das Vermeidungsverhalten (nur Brei) zu einer Verstärkung beiträgt.

Das Problem des Klienten ist aber aus meiner Sicht "erschreckt" und nicht (nur) erlernt. Da wirkt die Verhaltenstherapie (wie ich schmerzlich erfahren musste) nicht. Hier ist Traumatherapie grundsätzlich richtig. Nur : Herkömmlich wird es mit EMDR gemacht und man soll sich den Moment des Verschluckens als Situation vorstellen. Dann Augenbewegungen machen. Das funktioniert aber leider hier wohl auch nicht. Sonst würde sich der Klient ja nicht an uns wenden sondern wäre beschwerdefrei. Er / sie macht ja schon Traumatherapie. Die Ursache des Therapieversagens ist aus meiner Sicht der falsche Ansatz. Weil ja nicht die Birne gefährlich ist, sondern der Moment des Erschreckens, dass man sich verschluckt. Das Gehirn wird hier auf "Alarm" gestellt wie bei einem Trauma, obwohl kein Trauma vorgefallen ist.

Hier kann man mit einem ungewöhnlichen Verfahren vorgehen. Man übersetzt Gefühle in Bildern und wendet dann Traumaverfahren an. Zunächt muss man versuchen, das Gehirn auf "Ruhe" zu stellen. Vermutlich haben sie im Rahmen der Traumatherapie einen sicheren Ort oder inneren Garten entwickelt. Versuchen sie dies als 3 dimensionales Zimmer zu visualiseren. Welche Farbe hat dieses Zimmer an den Wänden ? Welchen Fußboden ? Wie warm oder kalt ist es darin ? Welche Lichtverhältnisse herrschen darin ?

Wie würden sie sich fühlen, wenn sie sicher und beschwerdefrei schlucken könnten ?
Übersetzen sie dieses Gefühl in ein Bild :
Wäre das Gefühl schwer oder eher leicht ?
Welche Form passt dazu, wäre es rund oder eckig ?
Welche Farbe passt dazu ?
Wäre es warm oder eher kalt ?
Bewegt sich die Form ?

Stellen sie sich diese (sichere) Form einmal in dem Raum oben vor und machen 10 Augenbewegungen von rechts nach links (oder tippen sie abwechselnd auf die rechte und linke Schulter).

Dieser Raum bildet einen dealarmierten Zustand ab.

Wie verändert sich dieser Raum bzw. die Form, wenn sie das Schluckproblem haben ?

Nach eigener Erfahrung mit dieser Art von Problemen ist es nicht so einfach, dass zu behandeln. Erfahrung hat u.a Johannes Drischel in Gifhorn.

Bitte akzeptieren sie die Antwort von meinem Kollegen.
Experte:  Dr.med.24h hat geantwortet vor 7 Jahren.

Lieber Fragesteller,

Sie sehen, wir als Experten bemühen uns, Ihnen so weitreichend wie möglich unser Wissen zur -verfügung zu stellen. Die Ausführungen meines Kollegen halte ich für sehr detailliert und praxisnah, weshalb ich Sie bitten möchte , dessen Antwort zu akzeptieren.

Auch wenn es für Nicht-Mediziner oft so aussehen mag, als gilt" Zwei Ärzte, Drei Meinungen", so kann ich Ihnen versichern, dass wir oftmals nur verschiedene Wege nehmen, die aber meist alle nach Rom führen.

Nur, um einer eventuellen Verwirrung vorzubeugen, versuche ich Ihnen kurz eine "Übersetzung" zu geben:

Wir sind uns einig, dass Ihr Gehirn den Moment des Schreckens (das Verschlucktrauma) mit einer heftigen Schreckreaktion verbunden hat. Man nennt den Auslöser, der dann quasi eine Panikreaktion nach sich zieht, einen "Trigger", wie das englische Wort für einen (Revolver)-abzug. Wenn man also auf diesen Abzug (bei Ihnen das Schlucken) drückt, löst dieser Erregungszustand aus., der mit Angst verbunden ist.

Wie waren da etwas verschiedener Ansicht, ob nun die Birne, oder der "Verschluckschreck" dieser Trigger ist - bei vielen Patienten mit sogenannten "posttraumatischen Belastungsstörungen" ist es der Schreck, weshalb ich dem Kollegen in Ihrem Fall Recht gebe.

Von da ab sind wir uns auch wieder einig, dass Sie diese nicht angepasste Reaktion des Gehirns nur dann überwinden können, wenn Sie sich dabei in einen sicheren , angstfreien Lage befinden. Und da ist die Methode, die der Kollege vorschlägt, eine exzellente Idee - das Schlucken in ein "Bild" zu verwandeln. Das gute an einem Bild ist eben, das man es auch weiter weg halten kann, oder sich verblasst vorstellt - was das Bild eben ungefährlicher macht.