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Mustermann
Mustermann, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 114
Erfahrung:  Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin und Intensivmedizin.
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Mustermann ist jetzt online.

Mein Mann hat ein drei Zentimeter gro en Tumor am Mageneingang.

Kundenfrage

Mein Mann hat ein drei Zentimeter großen Tumor am Mageneingang. Ich habe erfahren bzw. gehört, dass Bestrahlung und Chemo bei Magenkrebs kaum bzw. gar nichts bringt. Was für Möglichkeiten gibt es, um den Tumor biologisch zu beseitigen? Mein Nann ist Kassenpatient bei der Technikerkrankenkasse. Kann er sich bei Ihnen behandeln lassen? Was kostet das?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Tag,
ich würde Ihnen gerne dringend empfehlen sich solche sog. 'biologischen' Therapien gut zu überlegen. Und dies aus verschiedenen Gründen.



Insbesondere falls Sie etwas Vermögen besitzen besteht gemäss meinen Beobachtungen eine grosse Gefahr dass Sie alles damit verlieren. Natürlich ist das Leben Ihrer Mannes unvergleichbar mit 'Haus und Hof', keine Frage. Das Problem ist die Diskrepanz zwischen Versprechungen bzw. Hoffnungen und der erzielten Realität. Da habe ich Beobachtungen machen müssen die einem wiklich erschauern lassen. In diesem Bereich tummeln sich viele absolut skrupellose Individuen und übrigens auch ganze Kliniken. Ich kannte z.B. persönlich den ehemaligen Verwalter einer solchen (Ganzeits-) Klinik der detailliert schilderte wie die verzweifelten Patienten bzw. Angehörigen über den Tisch gezogen werden. Leider leider sind all die Versprechungen auf den Hochglanzprospekten, heute eher des Internetauftritts, nicht das Papier wert.
Wie auch immer, was beinahe garantiert ist: Haben Vermögen und Liquidität des Patienten den Nullpunkt erreicht, so dürfen Sie gerne wieder zurück zur sog. 'Schulmedizin'. Es ist vor allem die scham- und charakterlose Ausbeutung der Notleidenden, die ich als entsetzlich widerwärtig erlebt habt. Leider lassen auch wir (Schul- oder Alternativ-) Mediziner uns manchmal nur allzu gerne korrumpieren.


Nun zum Begriff der biologischen Medizin.

Der Name klingt gut, keine Frage. Die Frage ist, ob denn die zusätzliche Anwendung 'biologischer Verfahren' einen tatsächlichen Zusatznutzen oder gar die erhoffte Heilung erbringt, und welche dieser Verfahren (Riesenpalette wird angeboten) auch tatsächlich wirksamer als (teure) Plazebo sind.

Damit beginnt exakt das Problem. Nur schon die Definition was nun 'biologisch' ist und was nicht ist vielschichtig. Übrigens wird die 'biologische Therapie' meist der bösen 'Schulmedizin' gegenübergestellt wobei letztere (meist) durchwegs zum Feindbild aufgebaut wird, Ausnahmen bestätigen die Regel: "Die Schulmedizin macht alles kaputt, ist bloss Symptombehandlung, ist nur von der Pharmaindustrie abhängig..." etc. etc. "aber wir packen das Problem bei der Wurzel, die Selbstheilungskraft Ihres Körpers kann den Krebs beseitigen, wir stärken das Immunsystem..." etc. etc.

Hier müsste eigentlich ein Aufhorchen stattfinden. Wenn auf diese Weise Krebspatienten geheilt würden, müsste dies doch auch irgendwann einmal, auch von den Schulmedizinern bemerkt werden. Da würden Patienten im Dorf umhergehen die nach allen Erfahrungen in der Regel schon Jahre zuvor verstorben wären. Da hätte die Schulmedizin das allergrösste Interesse daran, diese Heilungsverläufe exakt zu analysieren um sich weiter zu entwickeln. Ich selbst, und auch keiner meiner mir bekannten Kollegen kennen jemanden der eine erfolgreiche Krebsheilung durch eine 'biologische' Therapie erfahren durfte. Alleine diese doch sonderbare Tatsache dass echte Krebsheilungen nicht publik werden ist sehr vielsagend.

Der Begriff 'biologisch' wird heute leider extrem überstrapaziert und ist ein sehr dankbares Werbevehikel. Jeder Nonsense kann heutzutage unter dem Label 'biologisch' verkauft werden, und Notleidende greifen verständlicherweise nach jedem Grashalm der sich ihnen anbietet. Übrigens ist oftmals überhaupt nichts von wirklicher 'Biologie' hinter dem grossen Katalog 'biologischer Diagnostik' bzw. 'biologische Therapien'. So werden z.B. apparative Verfahren wie Bioresonanz, Magnetfeldtherapien etc. in grossem Stil als 'biologisch' vermarktet und zu unverschämten Preisen an Patient/Patientin angewendet (verkauft!). Solche Methoden sind übrigens blosse Hightech-Plazebos und völlig wirkungslos (sämtliche Studien verliefen negativ). Insbesondere die 'Bioresonanz' wird übrigens sowohl als diagnostisches Instrumentarium als auch gleich zur Therapie der damit diagnostizierten Krankheiten angepriesen.


Einen etwas andern Stellenwert haben angeblich immunmodulatorische Präparate. So sind tatsächlich bestimmte Nahrungsbestandteile von 'immunstärkender' Wirkung (der Begriff müsste klarer definiert werden), da sind durch die Schulmedizin (!) schon viele Untersuchungen gemacht worden die aber bisher leider von uns Schulmedizinern tatsächlich nicht (genügend) zur Kenntnis genommen wurden. Allerdings muss leider gesagt werden, dass im Bereich der Onkologie unterschieden werden muss zwischen Krepsprävention und Krebstherapie. Wenn Sie die Publikationen der Komplementärmedizin lesen werden Sie beobachten dass gerade dieser wichtige Aspekt meist nicht beachtet wird und dass wissenschaftliche Erkenntnisse (im Bereich Prävention) oft kritiklos mit 'wirksam gegen (etablierten) Krebs' gleichgesetzt werden. Dies sind aber leider zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Wenn eine Zelle mal 'erfolgreich' zur Krebszelle umprogrammier ist, dann herrschen völlig andere Mechanismen als diejenigen die zu dieser Entwicklung geführt haben. Vielleicht könnte mit 'biologischen Mitteln' die Entstehung eines zweiten, unabhängigen Krebses vermieden werden.


Einen therapeutische Wirkung gegen den Krebs könnte allenfalls durch 'Stärkung des körpereigenen Immunsystems' erwartet werden. Die wissenschaftliche Medizin hat hier schon viele (leider bisher erfolglose) Studien gemacht und viele weitere sind am laufen. Das Ziel wäre die Vernichtung von Krebszellen durch die eigenen Immunzellen (Lymphozyten-Subpopulationen wie 'natural killer cells' etc.). Durchaus denkbar und zu hoffen dass irgendwann her doch noch ein Durchbruch gelingt. Jedoch ist dies auch der sog. 'biologischen Medizin' in keiner Art und Weise auch nur annähernd gelungen. Jegliche Behauptungen des Gegenteils harren (seit vielen Jahren) eines Beweises.



Soviel zur Situation der heutigen Trends im schulmedizinischen und alternativmedizinischen Bereich des Gesundheitswesen.



Ich bin mir bewusst Ihrere Frage nicht beantwortet zu haben. Ich könnte sie mit gutem Gewissen auch nicht beantworten. Sie werden jedoch beim googeln mit den Begriffen "Krebs" + "Ganzheitsmedizin" eine riesiges Angebot an Möglichkeiten finden, die Ihnen alle viel versprechen und sie hoffentlich auch halten.

Selbstverständlich brauchen Sie mich nicht zu honorieren da ich Ihre Frage ja nicht beantworten konnte.

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Mann von Herzen den richtigen Weg zu finden,

und grüsse Sie freundlich, ChristXXXXX XXXXX




















Verändert von ChristXXXXX XXXXX am 17.08.2010 um 08:54 Uhr EST
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Es stimmt, dass es auf dem Gebiet der biologischen Krebsheilung viele schwarze Schafe gibt. Allerdings habe ich durch meine Mutter, die zweimal Brustkrebs hatte, hinreichende Erfahrung, um zu bewerten, was eine Strahlentherapie bringt. Sie hat sich bei der zweiten Krebserkrankung nicht bestrahlen lassen, nur Tablettenchemo. Wir haben alternative Mittel aufgetrieben, die Nieren, Leber und Magen schützen. Deshalb habe ich Sie auch noch sieben Jahre nach der zweiten Erkrankung gehabt. Wenn sie schon beim ersten Mal nicht so doof gewesen wäre und sich da schon nicht hätte bestrahlen lassen, wäre sie garantiert noch älter geworden. Sie ist übrigens nicht an Krebs gestorben, sondern an einem Herzinfarkt, weil die erste Strahlentherapie ihr Herz kaputtgemacht hat. Und warum wohl klären die Ärzte einen erst über die Schädlichkeit einer Stragentherapie auf, wenn man unterschrieben hat, dass man die nicht will? Strahlentherapie und Chemo heilen Krebs und die Erde ist eine Scheibe.

Danke für Ihren mir nichts Neues sagenden Beitrag. Und die Schulmedizin wird sich schwer hüten, biologische Krebsheilungstherapien anzuerkennen, denn dann verdient ja die Medizin und Pharmamafia nichts mehr.

Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo,
leider hat das Forum wieder mal ein Problem verursacht und Sie haben meinen Beitrag gar nicht zu ende lesen können. Ich gebe ihn hiermit wieder frei. Sie finden bestimmt jemanden der Ihnren Wüschen entsprechen kann.

mit freundlichem Gruss, ChristXXXXX XXXXX
Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 7 Jahren.

Guten Tag. Gerne beantworte ich Ihre Frage. Selbstredend kann ich hier keine Diagnose stellen oder Therapien einleiten, sondern nur allgemein beraten.

 

Um über mögliche Therapien zu entscheiden, ist ersteinmal notwendig zu wissen, um welche Art des Tumors es sich handelt ( bösartig ggf Unterklassifikation, gutartig) und es muss ein sogenanntes Staging gemacht werden, bei dem festgestellt wird, wie weit der Tumor in andere Organe eingewachsen ist, oder ob Metastasen vorliegen. Danach kann über die weitere Therapie entschieden werden. Bei Magen-Tumoren ist die Operation die schulmedizinische Therapie der Wahl. Kann dabei der Tumor komplett entfernt werden (Frühstadium) ist die Prognose gut. Bei fortgeschrittenen Leiden kann Sie Symptome bessern , z B dem Patienten ermöglichen, weiter zu essen und zu trinken. Die Operation kann durch eine Chemotherapie vorbereitet werden, weil dadurch der Tumor verkleinert wird und ggf überhaupt erst operabel wird.

Alternative Heilmethoden haben in der Krebstherapie einen festen Stellenwert, jedoch als Begleittherapie (z B Misteltherapie). Eine alternative Heilmethode, die allein angewandt nachweisbar Heilung verspricht, ist nicht bekannt.

Ich arbeite in einem Krankenhaus, indem erweiterte Therapien in der Onkologie angewendet werden, und in das Patienten kommen, die zuvor von Heilpraktikern behandelt wurden. Ich habe zuvor noch nie so schlimme Tumorstadien gesehen, bevor ich dorthin gewechselt bin. Es ist aber tatsächlich auch so, daß bei einzelnen Patienten Tumorleiden ohne schulmedizinische Therapie jahrelang überlebt wurden. Dies sind jedoch Einzelfälle.

Ihr mann muß sich zunächst genau informieren, welche Art von Tumor vorliegt und sich über die Standardtherapie aufklären lassen. Das Einholen einer Zweitmeinung ist immer möglich. Empfindet er diese Therapie für sich nicht angemessen, kann er sich bei Selbsthilfegruppen Rat holen über die Alternativen, die dann jedoch eher lindernden Charakter haben

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