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docapplepie
docapplepie, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 203
Erfahrung:  Facharzt Neurologie und Psychiatrie, Schwerpunkt Gerontotherapie (Altersmedizin), Notfallmedizin
39913046
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Guten Abend, bei mir wurde vor 3jahren eine virale Meningitis

Kundenfrage

Guten Abend,
bei mir wurde vor 3jahren eine virale Meningitis festgestellt.
Trotz immerwährender Behandlung eines Neurologen,ist meine
rechte Kopfhälfte fast immertaub.
Dadurch habe ich oft Schwindel,und einen unsicheren gang(wie auf einem Schiff).
Ich bin daher auch deppressiv geworden.
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Tag,
ich muss vorauschicken nicht Neurologe zu sein, Sie brauchen meine Antwort deshalb auch nicht zu honorieren.

Trotzdem habe ich mir Gedanken gemacht über Ihre 'interessante' (verzeihen Sie, es ist niemals so gemeint wie es vielleicht klingt!) Geschichte.

Zunächst gilt es ja festzustellen dass die Kopfhaut im vordern Bereich von den drei Ästen des Nervus trigeminus innerviert wird, vor allem vom ramus ophthalmicus des N. trigeminus. Ein geringerer Teil im Schläfen/Ohrbereich wird vom ramus maxillaris und ein noch kleineres Areal (Bereich des Auges) vom r.mandibularis innerviert. Ungefähr über beiden Ohren zieht sich quer über den Kopf die Grenze dieser Innervationen und der hintere Bereich des Schädels wird von Nerven aus dem Rückenmark versorgt. Der obengenannte Trigeminusnerv hingegen hat seinen Ursprung hingegen viel weiter oben: drei Kerne, in Hirnstamm, Brücke und Mittelhirn.

[Schauen Sie sich die Bilder an: Google|Bilder mit Suchbegriffen: Kopfhaut Innervation uni-duesseldorf] (der direkte Link hier ist leider zu lang).

Nach diesem Ausflug in die Anatomie (Sie finden in Wikipedia etc. schöne Bilder) nun zum Eigentlichen:
wenn die Ursache der Gefühlsstörung im Ursprung dieser Nerven liegt, in den obigen Kernen, dann müsste sich die Störung exakt auf das Innervationsgebiet des jeweiligen Nervs beschränken. Diese sind übrigens immer paarig angelegt (links/rechts) und überqueren die Mittellinie höchstens minimal! Zumindest wäre dies für den hintern Bereich der Kopfhaut ein wichtiges Kriterium für die Zuordnung einer Ursache.

Kommen die weiteren Symptome diffuser (Schwank-) Schwindel mit entsprechender Gangunsicherheit hinzu. Diese Sympome hätten ihre Ursache, gemäss meinem minimalen neurologischen Verständnis, NICHT in den obigen Nervenursprüngen.

Falls nun mehr oder weniger die ganze Kopfhaut betroffen ist, müssten also 'Schädigungen' vorliegen die weit voneinander entfernte, kleine Bereiche betreffen (Hirnnervenkerne + Umschaltzentren im Halswirbelsäulenbereich). Insbesondere wenn das betroffene Gebiet lückenlos zusammenhängt scheint mir dies äusserst unwahrscheinlich dass dabei ausgerechnet voneinander separierte und weit auseinanderliegende Ursprünge betroffen sind die aber aneinandergrenzende Gebiete der Kopfhaut versorgen.

Hat der Neurologe die Grenzen des betroffenen Gebietes exakt abgecheckt (mit Nadel, Feder, evtl. Stimmgabel etc.) und eine Erklärung dafür gefunden? Wie wird der Schwindel erklärt? Falls Ihre Symptome die Grenzen der Innervationsgebiete (bitte Bilder im Internet anschauen) massgeblich überschreiten, insbesondere auch die Mittellinie überqueren, halte ich diese Ursache als äusserst unwahrscheinlich.

Meine Hypothese nun beruht auf Beobachtungen die ich schon bei einer Anzahl Patienten gemacht habe:
Bei (Dauer-) krampfartiger Verspannung gewisser Muskel im Bereiche von Hals und/oder Nacken kommt es recht häufig exakt zu dieser Kombination von Symptomen. Solche Probleme sind z.B. oft auch nach Minimaltraumata ('Kopf angeschlagen') zu sehen und werden oft fälschlicherweise gleich mit 'Hirnerschütterung' gleichgesetzt. Wenn hingegen die Muskulatur gut untersucht (abtasten reicht völlig aus!) wird, so bemerkt man in der Regel einen Hartspann eines oder mehrerer Muskel. Oft sind noch andere Symptome vorhanden wie Übelkeit, Sehstörung, Ohrgeräusch, Nystagmus (vom Arzt, evtl. nur mit einer sog. Frenzelbrille, zu beobachten). Nun das wichtigste: die Symptome halten sich hier NICHT an die Grenzen der Innervationen sondern betreffen meist viel grössere Bereiche, wie es bei Ihnen wahrscheinlich der Fall ist.

Wie kann nun ein solcher möglicher Zusammenhang überprüft und ggf. behoben werden?
Dies ist nun das Einfachste: falls Massagen und andere physikalische Massnahmen nicht ausreichen die Muskel zu entspannen (oft der Fall), können diese mit einem Lokalanästheticum (Lidocain 0.5%, ohne Zusätze, in die verspannten Muskel, 3-5ml je Injektionsstelle auf verschiedene Tiefen verteilt) infiltriert werden.

Wenn der Zusammenhang zutrifft so sind die Beschwerden schlagartig verschwunden, manchmal mit einer einzigen Injektion (man spricht von besser von Infiltration). Wichtig ist dass sorgfältig alle betroffenen Muskel gesucht und dann auch infiltriert werden, nicht immer ganz einfach aber mit höchst erfreulichem und oft spektakulärem Resultat.

Ich empfehle Ihnen diese Fragen mit Ihrem Neurologen zu besprechen. Er könnte die Behandlung problemlos selbst ausführen, allenfalls sonst natürlich jeder Hausarzt oder Rheumatologe.

mit freundlichem Gruss, ChristXXXXX XXXXX
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falls diese Info hilfreich war, danke XXXXX XXXXX für die Honorierung mit "Akzeptieren"


Verändert von ChristXXXXX XXXXX am 10.08.2010 um 07:19 Uhr EST
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Dr.Lee,

vielen Dank für ihre rasche Antwort,aber dise Spritzen habe

ich auch schon bekommen.Von daher bin ich leider nicht weitergekommen.

Trotzdem noch mal herzlichen Dank für ihre Mühe.

Mit freundlichem Gruß C. F.

Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo,
es geht mir nicht mal bloss um die Therapiemethode sondern um die kritische Überprüfung was denn eigentlich die Ursache Ihrer Symptome ist.

Da meine ich, ist es ja schon nicht gerade unwesentlich ob es sich um Probleme im Hirn selbst oder lediglich um Sekundäreffekte von übermässig verspannten Muskeln handelt? Oder sehen Sie dies anders? Ich dürfte kaum der Einzige sein mit der Behauptung, dass diese Frage von allergrösster Bedeutung ist.

Es sind durchaus auch andere Behandlungsmöglichkeiten denkbar. Gute Physiotherapeuten haben ein gewisses Repertoire an Therapien "auf Lager".

Das beeindruckende an der Infiltrationstherapie ist die sofortige Wirkung, womit gleichzeitig die Diagnose bestätigt ist.

Würde mich übrigens wundern ob bei Ihnen wirklich die Muskel infiltriert wurden? Sehr oft wird eine sog. Neuraltherapie angewendet, die aber nicht bloss in meinen Händen der muskulären Infiltrationstherapie in diesen Indikationen meilenweit unterlegen ist. Beides sind Injektionen mit dem selben Mittel, die ersteren aber in die Haut (Quaddel) oder an gewisse Ganglien, die letzteren in die Triggerzonen der Muskel.

Diese Bemerkungen nur nebenbei, und alles Gute!

mit freundlichem Gruss, ChristXXXXX XXXXX

Verändert von ChristXXXXX XXXXX am 10.08.2010 um 17:25 Uhr EST
Experte:  docapplepie hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo!
Ich BIN Neurologe - und muss trotzdem die Interpretation und Erklärung unseres nichtneurologischen Kollegen für ziemlich gut und nach meiner Erfahrung auch für richtig halten, was Ihre beschwerden betrifft. Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass solche diffusen und sehr großflächigen Schmerzen und Sensibilitätsstörungen nicht vom Nerven direkt oder gar vom Gehirn kommen, sondern gerade im Kopfbereich vom Muskel sind. Wenn Sie sich einmal den Kopf betasten, werden Sie feststellen, dass die Muskulatur nur sehr dünn ist, darüber ist ein bisschen Haut (eventuell mit Haar) und darunter schon sehr schnell der Knochen. Diese nur 1/2-2cm dicke Muskulatur ist ganz oft durch Spannung und Schonhaltung verkrampft - und dann durch entsprechende Therapie mit gutem Erfolg zu lockern - mit dem ergebnis, dass die Gefühlsstörungen auch besser werden oder weggehen. Probieren Sie es noch einmal mit der vorgeschlagenen Therapie (Muskelinfiltrationen, bei halbseitigen Kopfschmerz mindestens an 6-10 stellen!!). MfG P.T.
docapplepie, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 203
Erfahrung: Facharzt Neurologie und Psychiatrie, Schwerpunkt Gerontotherapie (Altersmedizin), Notfallmedizin
docapplepie und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  docapplepie hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo!
Sollte Ihre Frage hiermit beantwortet sein, bitte ich um Akzeptierung meiner Antwort bzw. der Antwort des Kollegen Lee, der Ihnen als erster geantwortet hat und den gesamten Fall korrekt aufgerollt hat. Erst mit Ihrer Akzeptierung wird die von Ihnen geleistete Anzahlung zum Zwecke des Ausgleichs der hier entstandenen Gebühren verwendet.
Just Answer ist kein kostenfreies Forum. Dies ist schon aus standesrechtlichen Gründen nicht möglich. Insoweit wird auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen verwiesen.
Die Beantwortung Ihrer Frage erfolgte unter der Prämisse, dass der von Ihnen angebotene Zahlbetrag auch zum Ausgleich gebracht wird.
Wegen etwaiger Rückfragen stehen wir Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.MfG P.T.

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