So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an drhippokrates.
drhippokrates
drhippokrates, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Mehrjährige klinische Erfahrung in Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
28345046
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Medizin hier ein
drhippokrates ist jetzt online.

Hallo, ich bin seit einem Jahr sehr krank, eine Diagnose

Kundenfrage

Hallo,

ich bin seit einem Jahr sehr krank, eine Diagnose habe ich bislang nicht bekommen. Ich bin männlich und 24 Jahre alt. Seit - wie gesagt - einem Jahr leide ich an chronischem Schwindel, schwankenden Verdauungsproblemen (mal Durchfall, mal Verstopfung, mal halbwegs normal, mal Stuhldrang, Ziehen oder Drücken in der Nähe der bauhinnschen Klappe etc.), Müdigkeitsattacken, Rückenschmerzen, Kieferbeschwerden und dergleichen. Nach einem langen Ärztemarathon bin ich jetzt so weit gekommen, mir den Atlaswirbel Ende dieser Woche korrektieren zu lassen, weil kein Schulmediziner was gefunden hat.

Da ich eine sehr große Angst vor Krebserkrankungen habe, habe ich mir heute folgende Frage gestellt, weil ich seit einigen Tagen wieder mit meinem Darm Probleme habe (Verstopfung, Durchfall, Druck im Unterbauch über dem Schambein): Ich habe bislang alle Untersuchungen bis auf eine Koloskopie wahr genommen, die ich machen konnte. Proktologie (der mit dem Finger und einem Röhrchen schaute) war in Ordnung, Ultraschall vom Bauch war in Ordnung, der Krebsvorsorgewert Calprotectin bei einem großen Stuhltest war auch ok, alle sagten immer, ich soll mir keine Sorgen machen, ich hätte nichts Schlimmes. Eine Koloskopie wurde mir zwar angeboten auf Wunsch, aber da ich kein Abführmittel vertrage, habe ich darauf verzichtet.

Ich bin aber immer noch nicht beruhigt und habe viel Panik davor, dass ich doch irgendwie an einem unerkannten Tumor erkrankt sein könnte. Wäre dies - nach einem Jahr Beschwerden mit dem Magen-Darm Trakt (ohne Schmerzen, nur ab und zu etwas Drücken oder Ziehen) überhaupt noch denkbar? Oder mache ich mir einfach zu viele Sorgen?!

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

Vielen Dank!

C. Pretz
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Abend !

Sie schildern Symptome und krankheitsbezogene Ängste, die man als Arzt unter der Diagnose Somatisierungsstörung oder Hypochondrie zusammenfassen würde.

Gemeinsam ist dabei, dass sie körperbezogene Veränderungen ängstlich verarbeiten bzw. beobachten und eben Ärzte keine (für sie) zufriedenstellende Erklärung finden. Mit jeder neuen Diagnostik und dem Ergebenis "o.B" = ohne Befund werden sie noch weiter verunsichert. Sie haben ja Beschwerden, die Ärzte finden aber nichts.

Sicherlich ist EINMAL eine komplette internistische Diagnostik (einschliesslich Darmspiegelung) erforderlich. Einmal.

Mit jedem neuen Arztbesuch werden sie aber quasi an den Anfang einer Verunsicherung oder Unklarheit zurück geworfen. Sie kommen nicht dazu, den eigentlichen Kern ihrer Störung zu erkennen. Nicht die Organe sind krank. Sondern sie werden durch die Wahrnehmung von körperlichen Symptomen und Veränderungen irritiert und krank gemacht.

Leider ist es typisch, dass derartige Patienten ganz viele Ärzte oder "Heiler" aufsuchen und damit auch ganz viele Meinungen erhalten. Ich würde ihnen wünschen, dass sie sich auf eine Behandlung hinsichtlich Somatisierungsstörung bzw. eben hypochrondrische Krankheitsverarbeitung einlassen könnten. Das hat nichts mit Einbildung oder so zu tun. Es ist eine schwerer Erkrankung, die auch häufig mit somatischen Veränderungen an den Organen einhergeht. Diese erklären nur nicht das Ausmaß ihres Leidens.
drhippokrates und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo,

zunächst vielen Dank für Ihre Antwort.

Mir wurde zu einem Klinikaufenthalt in einer Psychiatrie bereits geraten; ich habe dies aber abgelehnt, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass all diese Symptome (explizit Dauerschwindel, Verdauung, Müdigkeit etc.) psychosomatischen Ursrpungs sein könnten. Liege ich mit der Meinung so falsch, dass ich einfach nicht glauben kann, dass das alles keine "Kopfsache" sein kann? Ich nehme bereits seit 6 Jahren Trimipramin ein (was aber mit der Problematik derzeit nichts zu tun hat) und war eigentlich immer der Auffassung zu wissen, wie sich deprissive oder ähnliche Dinge anfühlen.

Zur ursprünglichen Frage wollte ich noch hinzufügen, dass mich immer noch die Meinung eines neutralen Mediziners interessiert, wie es denn aussieht, dass es wirklich nahezu ausgeschlossen iat nach einem Jahr ohne Diagnose eine schlimmere Krankheit zu haben.

Hypochonderie ist mir bewusst, ich weiß auch, dass ich sehr empfindlich bei so etwas bin; mittlerweile ist es aber so extrem, explizit wenn die Verdauung einige Tage "hyperventiliert", dass ich den ganzen Tag an nichts anderes mehr denken kann. Ich bin kurz davor, aufzugeben. Da ich im November Vater werde, ist alles doppelt so schlimm .- ich möchte bis dahin unbedingt wieder fit sein. Aber leider gibt mir gar nichts Hoffnung darauf.
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ausschliessen kann man in der Medizin NIE etwas. Es ist nur sehr sehr sehr unwahrscheinlich.

1. Weil sie Symptome aus verschiedensten Organsystemen haben, wozu aber weder eine örtliche Erkrankung noch eine bisher bekannte Systemerkrankung passt
2. Weil sie jung sind
3. Weil sie alle Symptome und auch typische Wahrnehmungs- und Gedankenmuster eines Angstpatienten zeigen
4. Weil es dem Gehirn wirklich "scheissegal" ist, ob nun eine Irritation lokal im Darm oder aber zentral in der Verarbeitung von Informationen im Gehirn liegt. Sie weisen ganz viele Symptome eines Reizdarms bzw. sog. funktioneller Magen-Darmbeschwerden auf. Da können sie ewig nach einer "Diagnose" suchen.
5. Natürlich können sie ewig weitersuchen. Oder am Atlas rummanipulieren lassen. Kurzfristig ändert sich auch was. Dann kommen die Symptome wieder. Setzen sie sich selber eine Frist. Z.B. bis September und begeben sie sich dann in eine gute psychosomatische Behandlung (das könnte schwer zu finden sein), statt sich aufzugeben.

Noch besser : Hören Sie heute auf, nach etwas zu suchen, was nicht vorhanden ist. Solche Dinge kann man nämlich auch im realen Leben nicht finden.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank, XXXXX XXXXX das lässt mich heute erstmal etwas ruhiger schlafen. Ich werde morgen mal mit der psychiatrischen Klinik telefonieren und sehen, wann ein Platz frei ist.

Eine Frage habe ich noch, unabhängig von allem. :-) Wenn ich hier auf "akzeptieren" klicke, darf/kann ich dann hier weitere Fragen stellen, oder wird der Dialog dann geschlossen? Wäre gut zu wissen, falls sich morgen noch die ein oder andere Frage zu Therapien, die angeboten werden, ergeben sollten.

Vielen Dank. Sie haben mich zumindest ein kleines bisschen aufgebaut. :-)

Ähnliche Fragen in der Kategorie Medizin