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drhippokrates
drhippokrates, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Mehrjährige klinische Erfahrung in Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
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drhippokrates ist jetzt online.

Brauche eine Antwort zum Thema Kinderpsychologie. Mein Sohn

Kundenfrage

Brauche eine Antwort zum Thema Kinderpsychologie. Mein Sohn (6) macht alle drei Wochen ein unglaubliches Theater bevor er zum Wochenende zu seinem Vater muss. Er weint, er bittet und bettelt, nicht zu ihm zu müssen. Er wolle nicht weg von mir, er würde dort schlecht träumen, die Frau seines Vaters würde viel schimpfen usw. Man könnte meinen, er würde dort geschlagen, geteert und gevierteilt, doch kaum ist er fünf Minuten dort, scheint alles in Ordnung. Er redet auch dort wie ein Buch, lacht und macht Quatsch mit seinem Vater und anscheinend gibt es keine weiteren Probleme (so die Aussage seines Vaters). Auch wenn er vom Wochenende wiederkommt wirkt er entspannt. Allerdings fängt er schon wieder an, mir zu erzählen, dass er das nächste Mal dort nicht übernachten will, wenn ich ihn abends ins Bett bringe. Ich würde so gerne wissen, ob es richtig ist, ihn zu "zwingen" alle drei Wochen zu seinem Vater übers Wochenende zu gehen, oder was ich tun soll. Ich weiß, dass es zu einer Gerichtsverhandlung käme, würde ich ihn zu Hause lassen, anstatt ihn zu seinem Vater zu schicken.... Wichtig zu wissen ist vielleicht, dass sein Vater und ich bereits seit der 12. Schwangerschaftswoche getrennt sind und Maximilian niemals mit ihm zusammen gelebt hat.... ich möchte gerne, dass er seinen Vater lieben kann und möchte einem guten Verhältnis zwischen den beiden nicht im Weg stehen, aber alle drei Wochen dieses Drama zehrt an den Nerven von uns allen...
Herzlichen Dank für Ihre Antwort,
Vicky von Bernus
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Abend !
So ganz unwichtig ist der Hinweis auf ADHS nicht. ADHS-Kids sind ja neurobiologisch bzw. von der Hirnvernetzung "jünger" als es dem Alter entsprechen würde, andererseits aber auch reizoffener bzw. sensibler für Spannungen um sich herum. Viele Scheidungskinder zeigen natürlich so eine Symptomatik, eigentlich kennt man es aber speziell als Störung mit Trennungsangst. Typisch ist, dass die Kids Angst haben "allein" da zu stehen. Möglicherweise ist es aber auch so, dass er einfach Ambivalenz = Zweifel und Unsicherheit um sich herum gut bzw. übermässig spürt. Und sie nicht enttäuschen will. Eigentlich ist Papa und seine Frau vielleicht auch Cool (gerade als ADHS-Kid hat man da vielleicht ein paar mehr Freiheiten als beim Alltag zu Haus). Das zuzugeben geht aber nicht.
Aussserdem ist es "gefühlsmässig" bei ihm schon so, dass es eine unglaubliche Herausforderung ist, da wieder hin zu fahren. Weil ihm die Erinnerung an die positiven Gefühle beim letzten Mal dort fehlen.

Ihm hilft Struktur und Klarheit. Auch wenn sie auch die geringsten Zweifel an der Richtigkeit der Besuche haben : Sie und andere Familienangehörige sollten mit dem Brustton der Überzeugung DAZU stehen. Ohne Zweifel oder Diskussion. Sich nicht auf Diskussion einlassen (da sind unsere ADHSler eh ihnen überlegen). Vielleicht ein wenig mitgrummeln, so wie bei unliebsamen Hausaufgaben oder Pflichten. Aber so weh oder schwer es auch ist : Bleiben sie bei der klaren Haltung für die Besuche (und sprechen sie sich da klar mit ihrem Ex ab).
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Das ist ja das Verhalten, dass wir gerade bzw. seit jetzt über zwei Jahren leben - wir versuchen zwar, ihn in seinen Tränen ernst zu nehmen, aber diese Tränenergüsse bereits 24 Stunden bevor es losgeht, gehen an die Substanz. Natürlich macht es keinen Sinn, mit ihm zu diskutieren (wie Sie schon erwähnten, ist er da klar im Vorteil...Smile), aber ich weiß nicht, wie ich mich ihm gegenüber verhalten soll: er schläft nicht ein, die Nacht vorher, ihn ignorieren - dazu ist der Gefühlsausbruch zu heftig. Und er weiß, dass es ihm nicht erspart, da hin zu fahren. Ich habe noch nicht einmal ihm gegenüber verlauten lassen, dass das diskutierbar ist... Aber ich weiß nicht, wie ich mit ihm sprechen soll, wenn er so aufgewült ist.... Nicht mit ihm sprechen, kann ich aber auch nicht.... Zu sagen, dass ich ihn verstehe, ist auch keine gute Taktik, weil dann fängt er die Diskussion an, wenn ich ihn verstehe, warum er dann da hin muss... (und Diskussionen sind überflüssig - das hatten wir ja schon.....)... Was ist da zu tun - er speichert die positiven Erfahrungen nicht, aber es muss doch irgendeinen Weg geben, dass er sich darauf freuen kann, wenn er in der Rückschau doch eigentlich ganz gerne dort war...
Jetzt wiederholt er permanent, dass mein Lebensgefährte sein richtiger Papa sei und dessen Sohn sein Bruder.... Er wolle nie von zu Hause weg und überhaupt.... wie antwortet man auf solche Dinge????

Herzlichst
Vicky von Bernus
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 7 Jahren.
Natürlich sind ADHS-Kinder emotionsgeflutet. Das muss man ignorieren. Die sind kleine sterbende Schwäne.

Sie können aber nicht erwarten, dass er voraus schaut oder eben an die Gefühle vor 3 Wochen rankommt. Das kann er einfach (noch) nicht. Schön wäre, wenn er jeweils vom letzten Wochendbesuch irgendwas mitnehmen würde bzw. schon klare Verabredungen und Pläne für das nächste Wochenende hätte. Also beispielsweise : Nächste Wochende bei deinem Papa ist ein Ausflug zu einem Badesee geplant. Irgendwas was er als Bild schon sehen / fühlen kann.

Die Frage nach den richtigen Antworten auf die Fragen, kann man kaum beantworten. Hier müssen sie eine individuelle Sprachregelung finden. Natürlich ist ja ihr neuer Lebensgefährte für ihn auch ein Papa. Aber nicht sein leiblicher Vater. Sie wollen ja eine neue Familie sein.
Wichtig ist nicht die Wahl der Worte, sondern das Gefühl der Geschlossenheit.

Ich befürchte, dass kann ich auch so in wenigen Onlinezeilen nicht rüberbringen, weil es ein Prozess ist. Das dauert einfach. Geht mit Tränen und Zweifeln einher. Und ist bei ADHSler halt wie viele Dinge extremer als bei anderen Kids.

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